Gewerbelexikon

Produktionshallen

Produktionshallen sind große Räume in einer Fabrik, in welchen die Produktion von meist industriellen Waren und Gütern stattfindet. In der Regel handelt es sich um ebenerdige, einstöckige Hallen.

Produktionshallen sind große Flächen ohne innere Unterteilung, da oftmals große Maschinen und Produkte Platz finden müssen. Gleichzeitig sollten die Produktionswege effizient organisiert sein, indem die Wege zwischen einzelnen Produktionsschritten möglichst kurz und geradlinig gestaltet sind. Produktionshallen können besonders gut für die jeweiligen Bedürfnisse der Produktion ausgestattet werden, wenn keine störenden Wände oder Stützpfeiler enthalten sind.

Die Architektur von Produktionshallen sollte sich außerdem an den optimalen Bedingungen für industrielle Produktion anlehnen und so niedrig wie möglich, aber so hoch wie nötig sein. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine sehr flache Dachneigung von ca. 2 Prozent. Dabei sollten sie ergonomische Verhältnisse in Bezug auf Beleuchtung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, und Zugluft und der verwendeten chemischen Bauchemikalien aufweisen.

Produktionshallen sind deshalb höchst standardisiert und rationalisiert, und unterscheiden sich in ihrer Gestaltung in der Regel kaum voneinander. Sie sind meist rechteckig geschnitten, mit großen Toren an den Schmalseiten für den An- und Abtransport der Materialien und Produkte. Die Produktion erfolgt meist entlang den langen Seitenwänden der Hallen. An den Schmalseiten finden sich kleine Büroabteile, in welchen die Produktion kontrolliert wird und Rohstoffe und Waren abgefertigt werden.

Diese Anforderungen werden an eine Produktionshalle gestellt

Obwohl sich Produktionshallen in ihrem Verwendungszweck deutlich voneinander unterscheiden, gibt es eine Reihe von Faktoren, die sich auf viele Hallen anwenden lassen. Im Detail ergeben sich für Produktionshallen ganz spezifische Anforderungen.

Die wichtigste Anforderung an Produktionshallen – und somit ein charakteristisches Merkmal der Hallen – ist die große, möglichst nicht unterteilte Grundfläche, die oftmals ausschließlich ebenerdig realisiert wird. Diese Anforderung ergibt sich aus dem großen Platzbedarf von Maschinen oder Produkten. Gleichzeitig gilt es für Produktionshallen, den Raumbedarf möglichst effizient zu nutzen, um die Produktionswege kurz zu halten.

Mit Blick auf die Baukosten und die laufenden Kosten im Betrieb werden Produktionshallen in der Regel nur so hoch wie nötig geplant und realisiert. Einige Anbieter von Produktionshallen bieten entgegen den üblichen Hallen-Konzepten verstärkt nach Süden ausgerichtete Steildach-Hallen an. Auf diese Dächer lassen sich Solarthermie- oder Photovoltaik-Anlagen befestigen, um die Versorgung mit Strom oder Warmwasser zu unterstützen.

Was sind Bestandteile der Technischen Gebäudeausrüstung bei Produktionshallen

Bei der Konzeption von Produktionshallen sind neben dem reinen Grundriss vielfältige weitere Bestandteile zu berücksichtigen. Häufig fallen diese in den Bereich der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA). Die Geräte und Maschinen der Produktion benötigen Strom und die Halle muss mit Licht versorgt werden. Daneben sind beispielsweise folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Telekommunikation
  • Wasserversorgung- und entsorgung
  • Löschsystem
  • Raumheizung und –klimatisierung
  • Zuluft, Abluft, Druckluft
  • produktionsspezifische Versorgungsleitungen für Rohstoffe
  • Gebäudeautomatisation

Im Bereich des sogenannten „Space Managements“ lassen sich bereits in der Planungsphase die arbeitsplatzrelevanten Aspekte für die späteren Mitarbeiter in der Halle berücksichtigen. Denn auch für die Mitarbeiter sollten möglichst ergonomisch optimale Arbeitsplätze bereitgestellt werden. Auch in puncto Beleuchtung, Raumfeuchtigkeit, Zugluft oder Raumtemperatur können bereits in der Planung einer Produktionshalle passende Konzepte zum Arbeitsschutz berücksichtigt werden.