Mit einer Höhe von bis zu 7,14 Prozent des Kaufpreises ist die Maklerprovision ein wesentlicher Kostenfaktor. Hier erfahren Sie, ob auch dann Anspruch auf Maklerprovision besteht, wenn Voraussetzungen des Vertrags nicht erfüllt wurden und ob es eine Maklerprovision-Verpflichtung bei Nichtzustandekommen des Hauskaufs gibt. Zudem informieren wir Sie darüber, wann der Anspruch auf Maklerprovision verjährt und wann Sie eine Rückzahlung der Provision erwarten können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Achten Sie schon beim Abschluss des Maklervertrags genau darauf, unter welchen Bedingungen die Provision fällig wird.

  • Der Makler muss seiner Aufgabe, einen Kaufinteressenten zu finden, nachkommen und darf in der Regel die Provision erst nach unterschriebenem Kaufvertrag berechnen.

  • Bei grober Fahrlässigkeit, falschen Angaben oder Nichtzustandekommens des Hauskaufs können Sie die Provision in vielen Fällen zurückverlangen.

  • Auch, wenn Sie den Maklervertrag vor Vermittlung der Immobilie kündigen, kann es sein, dass der Makler aufgrund der Bindungsfrist seiner Kaufinteressenten ein Anrecht auf die Provision hat.

  • Ein guter Makler erzielt für Sie einen guten Verkaufspreis. Sie können sich einen Makler aus Ihrer Region empfehlen lassen.


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Was passiert mit der Maklerprovision, wenn der Hauskauf nicht zustande kommt?

In Deutschland gibt es kein eigenes Maklergesetz, weshalb im Zweifelsfall zunächst einmal das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) zur Rate zu ziehen ist. Dort finden Sie ab §652 Informationen darüber, ab wann der Makler einen Lohnanspruch hat. Das bedeutet, dass für den Anspruch auf Maklerprovision folgende Voraussetzungen vom Makler erfüllt werden müssen:

  • Erfolgreicher Kaufvertrag mit einem Interessenten als Kausalität der Bemühungen des Maklers

  • Erfolgreiche Nachweistätigkeit des Maklers

  • Erfüllung aller im Maklervertrag festgelegten (möglicherweise auch aufschiebenden) Bedingungen

  • Inhaber einer Gewerbezulassung

Häufig bedeutet dies, dass die Maklerprovision nicht fällig ist, falls kein Hauskauf zustande kommt. Zugleich gilt aber immer der Vertrag, den Sie als Hauskäufer oder Hausverkäufer mit dem betreuenden Makler abgeschlossen haben. Achten Sie daher schon bei Vertragsabschluss genau darauf, unter welchen Bedingungen und zu welchem Zeitpunkt die Provision fällig wird.

Sollte die Leistung des Maklers darin bestehen, einen Kaufinteressenten zu finden, kann er die Provision auch dann verlangen, wenn der Interessent im letzten Moment vom Vertrag abspringt – denn der Makler hat ja seine Verpflichtung, einen Interessenten für den Kauf zu finden, erfüllt. In diesem Fall ist die Maklerprovision eine Verpflichtung – auch beim Nichtzustandekommen eines Hauskaufs.

Eine Formulierung im Maklervertrag wie „Sollte der Hauskauf durch eine Ursache, die weder Verkäufer noch Makler zu verschulden haben, nicht zustande kommen, ist dennoch eine Maklerprovision fällig“ berechtigt den Anspruch des Maklers.

Tipp

Achten Sie sowohl als Käufer, als auch als Verkäufer einer Immobilie genau darauf, dass im Maklervertrag festgehalten ist, dass die Provision erst mit erfolgreicher Übergabe des Hauses fällig ist.

Sie überlegen noch, ob Sie Ihre Immobilie selbst vermarkten möchten oder lieber einen Makler damit beauftragen, Interessenten zu finden? Hier sehen Sie die Vor- und Nachteile, die der Hausverkauf mit Makler bietet, in der Übersicht.

Wann habe ich einen Anspruch auf Rückzahlung der Maklerprovision?

Wenn Sie nach Zahlung der Maklerprovision herausfinden, dass der Makler seinem Vertrag zuwidergehandelt hat, also beispielsweise zugleich für Käufer und Verkäufer tätig war, hat er keinen Anspruch auf die Courtage. In diesem Fall können Sie Ihre Zahlung zurückverlangen. Das Gleiche gilt auch dann, wenn der Makler wider bestem Gewissen gehandelt hat. Zum Beispiel kann es sein, dass er Ihnen gravierende Mängel am Haus verschwiegen hat.

Allerdings ist es laut §655 des BGB nicht möglich, die Maklerprovision nachträglich zu reduzieren. Daher sollten Sie schon vor Abschluss des Vertrags mit dem Makler genau aushandeln, wie hoch die Provision ist. Dabei gelten als Maximalsätze beim Verkauf die in jedem Bundesland festgelegten Prozente des Gesamtpreises der Immobilie, die sich inklusive der Mehrwertsteuer zwischen 5,95 und 7,14 Prozent bewegen. Aber natürlich ist es möglich, eine geringere Courtage zu verhandeln. In diesem Artikel finden Sie weitere Informationen darüber, wie Sie die Maklerprovision aushandeln können.

Wann verjährt der Anspruch auf Maklerprovision?

Sie können einem Makler laut §626 des BGB jederzeit kündigen. Dieser hat jedoch gegebenenfalls trotzdem Anspruch auf seine Provision – auch, wenn der Kaufvertrag oder Mietvertrag nach Vertragsende mit dem Makler zustande kommt. Das ist dann der Fall, wenn ein vom Makler vermittelter Interessent sich innerhalb von vier Monaten nach Beendigung des Maklervertrags für die Immobilie entscheidet.

Dabei handelt es sich um die sogenannte Bindungsfrist von Kaufinteressenten. Je nach Größe der Immobilie und nach individueller Situation kann es sich sogar um eine Frist von bis zu zwölf Monaten entscheiden. Im Zweifelsfall ist es sinnvoll, den Fall vor Gericht zu bringen, um einen Richter über die Verjährung entscheiden zu lassen.


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