Gewerbelexikon

Ab 1. Mai 2014: Neue Engergiesparverordnung für Wohn- und Gewerbeimmobilien

Bereits im Oktober 2013 wurden Änderungen im Bundestag verabschiedet. Um allen Beteiligten entsprechende Vorlaufzeit zu geben, treten die Änderungen erst im Mai 2014 in Kraft. Die EnEV war zuletzt 2009 novelliert worden. Die Neufassung setzt die Europäische Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden sowie verschiedene Beschlüsse der Bundesregierung zur Energiewende um.

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Seit 2009 muss bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung von gewerblich genutzten Gebäuden, jedem Käufer oder Mieter vom Eigentümer ein Ausweis über die Gesamtenergieeffizienz vorgelegt werden - der sogenannte Energieausweis. Ein Energieausweis bewertet Gebäude grundsätzlich energetisch. Mit ihm können künftige Mieter, Käufer oder Pächter bereits im Voraus einschätzen, welche Energiekosten oder auch Sanierungsmaßnahmen auf Sie zukommen.

Die wichigsten Neuerungen im Überblick:

  1. Neubauten: Verschärfung der Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz um 25 Prozent ab 1.1.2016. Die Wärmedämmung der Gebäudehülle muss zudem im Schnitt etwa 20 Prozent besser ausgeführt werden. Mehr Infos hier.                                                                                                                                         
  2. Altbauten: Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden und nach dem 1.1.1985 eingebaut wurden, müssen nach 30 Jahren außer Betrieb genommen werden. Wurden die entsprechenden Heizkessel vor 1985 eingebaut, dürfen diese schon ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Ausnahmen gelten für Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie für bestimmte selbstnutzende Ein- und Zweifamilienhausbesitzer. Für den Gebäudebestand sind darüber hinaus keine wesentlichen Verschärfungen vorgesehen.                                                                                                                       
  3. Neuskalierung des Bandtachos im Energieausweis für Wohngebäude bis 250 kWh/(m²a) und Stärkung der Modernisierungsempfehlungen. Der Bandtacho wird zusätzlich durch Energieeffizienzklassen von A+ bis H ergänzt, die z. B. von Haushaltsgeräten her bekannt sind.                                                                                                                                         
  4. Verkäufer und Vermieter von Immobilien sind künftig verpflichtet, den Energieausweis an Käufer bzw. Mieter zu übergeben. Der Energieausweis muss bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden.                                                                                                                                                            
  5. Energetische Kennwerte (Endenergie) müssen künftig im Falle des Verkaufs oder der Vermietung in Immobilienanzeigen angegeben werden. Liegt ein Energieausweis mit Energieeffizienzklasse vor, muss die entsprechende Einstufung auch veröffentlicht werden.                                                                                                                                                             
  6. Erweiterung der Aushangpflicht für Energieausweise (öffentliche Gebäude mit starkem Publikumsverkehr ab 250 m² Nutzfläche und entsprechende private Gebäude ab 500 m² Nutzfläche).                                                                                                                                                                         
  7. Senkung des Primärenergiefaktors von Strom auf 2,4 und ab 2016 auf 1,8.                                               
  8. Einführung von Stichprobenkontrollen für Energieausweise.                                                                                   
  9. Einführung eines Kontrollsystems für Inspektionsberichte von Klimaanlagen.

Unverändert gilt weiter folgendes:


  • Für Gewerbeobjekte (sog. Nichtwohngebäude) kann weiter wahlweise entweder ein verbrauchsorientierter oder ein bedarfsorientierter Energieausweis erstellt werden. Die Unterschiede sind unter hier dargestellt.

 

 

  • Beim Verbrauchsausweis werden weiter neben der Heizenergie die Energieverbrauchswerte für Kühlung, Lüftung und eingebaute Beleuchtung angegeben. So können die gesamten Bewirtschaftungskosten verschiedener Gewerbeimmobilien besser mit einander verglichen werden.

Worauf Sie als Anbieter von Immobilien achten müssen:

Bei einem Verkauf oder einer Vermietung von Immobilien müssen in allen kommerziellen Immobilienanzeigen ab dem 01.05.2014 bestimmte Pflichtangaben gemacht werden. Diese können Sie der nachstehenden Tabelle entnehmen.

Die Energiekennwerte sind dabei auf die Wohnfläche und nicht wie bisher auf die Gebäudenutzfläche zu beziehen.

Mit der Angabe der Energieeffizienzklasse des Gebäudes im Energieausweis soll seine Bedeutung als Informationsinstrument für Verbraucher gestärkt werden.

Verkäufer und Vermieter sind verpflichtet, den Energieausweis an den Käufer bzw. neuen Mieter zu übergeben. Der Energieausweis muss bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden.

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Inkrafttreten der Engergiearverordnung

Weitere Informationen zur EnEV finden Sie hier.