Der Energieausweis, auch Energiepass oder Wärmepass genannt, listet auf mehreren Seiten bedarfsorientierte und verbrauchsorientierte Angaben eines Wohnhauses auf. Dargestellt werden die Ergebnisse, insbesondere der Energieverbrauchskennwert, nach jetzigem Stand in Form einer Farbskala zwischen Grün und Rot. Wo Sie einen solchen Energieausweis erstellen lassen können und was der Wärmepass für eine Mietwohnung oder ein Haus beinhalten muss, erfahren Sie hier.

Können Sie Ihren Energieausweis vorweisen?

Für Immobilienanzeigen ist ein Energieausweis Pflicht: Jetzt schnell und unkompliziert beantragen und rechtsgültigen Ausweis per E-Mail erhalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Energieausweis oder Wärmeausweis muss für Häuser und Wohnungen schon vor der Vermietung bestehen.

  • Um einen Energiepass erstellen zu lassen, muss zunächst festgelegt werden, ob ein Bedarfs- oder Verbrauchsausweis benötigt wird. Dies hängt von Baujahr und Größe des Gebäudes ab.

  • Die dena (Deutsche Energie-Agentur) gibt Auskunft über zertifizierte Anbieter des Energieausweises.

  • Bei Mietwohnungen wird in der Regel für das gesamte Haus ein Energiepass erstellt. Dieser kann dann bei der Hausverwaltung angefragt werden.

  • Der Energieausweis ist Pflicht bei der Vermietung von Wohnungen und Häusern. Gehen Sie auf Nummer sicher und bestellen Sie jetzt Ihren Energieausweis in nur wenigen Schritten.


Welche Arten von Energieausweisen gibt es?

Der aktuelle Energieausweis kann auf zwei Arten ausgestellt werden: als Verbrauchsausweis und als Bedarfsausweis. Das jeweilige Energiegutachten ist dann zehn Jahre gültig. Für Häuser mit bis zu vier Wohneinheiten, die vor 1977 erbaut und zwischenzeitlich nicht energetisch saniert wurden, ist der bedarfsorientierte Energieausweis Pflicht.

Dieser bedarf ein technisches Gutachten und kostet zwischen 150 und 1.000 Euro.

Der Betrag differiert je nach:

  • Bundesland

  • Anbieter 

  • Aufwand.

Wenn ein Energiebedarfsausweis erstellt wird, werden folgende bauliche Aspekte beurteilt:

  • Heizungsanlage

  • Qualität der Fenster

  • Dämmung.

Gut zu wissen: Oft wird der Energieausweis auch als Wärmepass oder Wärmeausweis bezeichnet.

Für die meisten Wohnhäuser wird laut dena (Deutsche Energie-Agentur) ein Energiebedarfsausweis erstellt, da drei von vier Gebäuden in Deutschland vor der Wärmeschutzverordnung von 1977 gebaut wurden. Für alle anderen Häuser kann prinzipiell der preiswertere Energieverbrauchsausweis erstellt werden. Dieser orientiert sich am tatsächlichen Verbrauch der vergangenen drei Jahre und kostet zwischen 30 und 100 Euro.

Für welche Immobilien ist der Energieausweis Pflicht?

Ob der Energieausweis für Ihr Haus Pflicht ist, hängt von verschiedenen Kriterien ab.

In bestimmten Fällen gelten Ausnahmen:

  • Kleine Gebäude mit einer Nutzfläche von maximal 50 Quadratmetern

  • Verkauf eines unter Denkmalschutz stehenden Hauses

  • Abrisshäuser

Wie aussagekräftig ist ein Energieausweis?

Anhand des Energieausweises kann die energetische Beschaffenheit der Gebäude in ganz Deutschland dargestellt und verglichen werden. Ein unmittelbarer Rückschluss auf den künftigen Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten ist jedoch nicht möglich. Hier kommen noch einige Faktoren mehr ins Spiel, die der Ausweis allein nicht abbilden kann.

In den letzten Jahren wurde der Ausweis aber immer wieder stark modifiziert. Er ist äußerst nützlich, denn er enthält kurze Modernisierungsempfehlungen für das jeweilige Gebäude. So erfahren Sie, wie Sie schnell und einfach die Energieeffizienz in Ihren vier Wänden verbessern. Eine umfassende Energieberatung ersetzt der Energieausweis allerdings nicht.

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Was passiert, wenn man keinen Energieausweis vorweisen kann?

Eigentümern, die bei einer Vermietung keinen Energieausweis vorlegen können, droht ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro. Bauherrenverbände und Verbraucherzentralen raten Eigentümern meist zum Bedarfsausweis. Die höheren Kosten lohnen sich aus Sicht der Interessenverbände, da dieser eine reelle Vergleichsgrundlage für potenzielle Mieter oder Käufer biete. Weiter wird argumentiert, dass der Bedarfsausweis auch genaue Vorschläge zur energetischen Sanierung des Hauses enthalte und somit für den Hausbesitzer zusätzlich nützlich sei. Dieser bekommt bei Vertragsschluss eine Kopie des Energieausweises ausgehändigt.  

Wer darf einen Energieausweis ausstellen?

Ein Energieausweis kann nicht selbst erstellt werden und es gibt verschiedene Anbieter, die Energieausweise ausstellen können. Während der Verbrauchsausweis häufig von den jeweiligen Versorgern oder Messanbietern erstellt wird, muss ein Bedarfsausweis beantragt und nur durch sogenannte „baubezogene Berufe" ausgestellt werden. Das sind beispielsweise Architekten, Ingenieure oder Handwerksmeister wie Heizungsbauer und Schornsteinfeger. Empfohlen werden Experten mit einer Zusatzausbildung als Energieberater. Eigentümerverbände wie Haus und Grund, der Verband Privater Bauherrn oder auch die Deutsche Energie-Agentur (dena) können hier mit Adressen helfen. Der Energieausweis ist nach Erstellung zehn Jahre lang gültig, unabhängig davon, ob er bedarfs- oder verbrauchsorientiert ist.

Wie kann ich einen Energieausweis beantragen?

Um einen Energieausweis für Ihr Haus zu erstellen, gilt es, zuerst wichtige Eckdaten über das Gebäude herauszustellen. Es gibt hierfür Muster für den Energieausweis oder vorgefertigte Online-Formulare, mit deren Hilfe Sie den Gebäudetypen Ihres Hauses oder Ihrer Eigentumswohnung feststellen können.

Welcher Energieausweis für welches Gebäude?

Wenn Sie einen Energieausweis für eine Wohnung erstellen möchten, gilt es zu beachten, dass hier für das gesamte Haus ein Energiepass erstellt wird. Diesen können Sie in der Regel bei der Hausverwaltung anfragen.

Gibt es Anspruch auf Förderung bei der Erstellung eines Energieausweises?

Da es gesetzlich verpflichtend ist, einen Energiepass erstellen zu lassen, besteht leider kein Anspruch auf Förderung. Wer jedoch im Rahmen einer Energieberatung sein Haus ohnehin auf Isolierungsstatus und Heizenergiebedarf untersuchen lässt, kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Förderung für eine Energiesparberatung beantragen. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es hierfür einen Zuschuss von mindestens 300 Euro. Die Beratung ist vergleichbar mit der Erstellung eines bedarfsorientierten Energieausweises: Hier kann im Rahmen des Beratungshonorars der Bedarfsausweis in der Regel günstiger gleich miterworben werden.

Kennen Sie sich mit dem Energieausweis aus?
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    Wie lange ist ein Energieausweis gültig?

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Energieausweis-Lexikon

Ausweispflicht: Seit dem 1. Mai 2015 müssen Vermieter einer Immobilie nun bereits in der Immobilienannonce die Kennwerte zum Energieverbrauch offenlegen und spätestens bei der Besichtigung dem Mietinteressenten den Energieausweis vorlegen. Wer dies versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und riskiert ein Bußgeld.

Ausstellungsberechtigte: Energieausweise dürfen nur von Fachleuten mit einschlägiger Ausbildung und Berufserfahrung ausgestellt werden. Dies können beispielsweise Architekten oder Bauingenieure sein, aber auch Handwerker wie Heizungsbauer, oder Schornsteinfeger mit entsprechender Zusatzqualifikation als Energieberater.

Dena: Die Deutsche Energie-Agentur (dena) war im Auftrag der Bundesregierung an der Entwicklung des Energieausweises beteiligt. Auf ihrer Internetseite www.dena.de bietet die Agentur Informationen zu Energiefragen und führt eine Expertendatenbank mit Ausstellungsberechtigten, die einen Energieausweis erstellen dürfen.

Endenergiebedarf: Der Endenergiebedarf gibt an, wie viel Energie pro Quadratmeter jährlich für Heizung, Kühlung, Lüftung und Warmwasseraufbereitung verbraucht werden. Dabei bleibt unberücksichtigt, ob die Energie von fossilen oder erneuerbaren Energieträgern stammt.

Energiebedarfsausweis: Bei dieser Variante des Energieausweises wird auf Basis der eingesetzten Heizungstechnik und Wärmedämmung der Energiebedarf des Gebäudes ermittelt. Das Verfahren ist recht aufwändig, weshalb dies die teurere Alternative zum Energieverbrauchsausweis ist. Vorgeschrieben ist der Bedarfsausweis für Neubauten, Umbauten sowie für ältere Wohngebäude, welche die Wärmeschutzverordnung vom 1. November 1977 nicht einhalten.

Energiebedarfskennzahl: Diese Kennzahl gibt den jährlichen Energieverbrauch pro Quadratmeter Nutzfläche (kWh/m²) an. Damit kann die Energieeffizienz von Gebäuden unterschiedlicher Größe vergleichbar gemacht werden.

Energieverbrauchsausweis: Die einfachere und kostengünstigere Variante des Energieausweises gibt den tatsächlichen Energieverbrauch des Gebäudes wieder, der über drei Abrechnungsperioden anhand der Brennstoff- oder Energieabrechnungen ermittelt wird. Das Resultat wird jedoch vom individuellen Heizverhalten beeinflusst. Zulässig sind Verbrauchsausweise für Bestandsgebäude, die bereits die Wärmeschutzverordnung vom 1. November 1977 einhalten.

EnEV: Die Energieeinsparverordnung (EnEV) bildet die gesetzliche Grundlage für die Ausstellung von Energieausweisen.

Gültigkeitsdauer: Im Regelfall sind Energieausweise zehn Jahre lang gültig.

Klimafaktor: Beim Ausstellen eines Energieverbrauchsausweises muss berücksichtigt werden, dass in durchschnittlich kälteren Jahren mehr Energie verbraucht wird als in wärmeren Jahren. Um dies auszugleichen, wird bei der Ermittlung des Verbrauchs ein jährlicher Klimafaktor eingerechnet, der vom Deutschen Wetterdienst für jedes Postleitzahlgebiet zur Verfügung gestellt wird.

Nutzfläche: Der Energieverbrauch bezieht sich beim Energieverbrauchsausweis nicht auf die reine Wohnfläche, sondern auf die gesamte Nutzfläche des Gebäudes. Zur Vereinfachung kann bei Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen sowie bei Gebäuden mit bis zu zwei Wohnungen und ohne beheizbaren Keller die Wohnfläche mit 1,2 multipliziert werden, bei Gebäuden mit bis zu zwei Wohnungen und mit beheizbarem Keller mit 1,35.

Primärenergiebedarf: Im Gegensatz zum Endenergiebedarf berücksichtigt der Primärenergiebedarf die Art der Energieträger, schließt also vorgelagerte Prozessketten der Energieerzeugung, die Effizienz bei der Bereitstellung und die Klimaschädlichkeit mit ein. Dabei gilt: Je klimafreundlicher die Energieerzeugung, desto niedriger ist der Primärenergiebedarf. Auch Umwandlungsverluste werden dabei mit eingerechnet. Jeder Energieträger wird mit einem Faktor versehen, dem sogenannten Primärenergiefaktor. Heizöl und Erdgas erhalten beispielsweise gemäß der EnEV (2014) den Gewichtungsfaktor 1,1, während das Heizen mit Holz nur mit 0,2 gewichtet wird. Heizenergie aus Solaranlagen bleibt bei der Ermittlung des Primärenergiebedarfs sogar komplett außen vor.

Registriernummer: Ab Mai 2014 ausgestellte Energieausweise müssen registriert werden, damit das ordnungsgemäße Vorgehen bei der Ausstellung später in Form von Stichproben überprüft werden kann. Über die Registriernummer werden die Ausweise beim Deutschen Institut für Bautechnik erfasst.

Vergleichswerte: Damit Eigentümer sowie Miet- oder Kaufinteressenten die Energieeffizienz des Gebäudes einschätzen können, werden auf dem Energieausweis Vergleichswerte beim Endenergiebedarf aufgeführt. Daraus wird ersichtlich, welche Gebäudetypen in welchem Dämmungszustand den einzelnen Verbrauchsklassen zugeordnet werden.

Energieausweis

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