Gewerbelexikon

Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer ist die Umsatzsteuer beim Grundstückshandel. Die Höhe variiert je nach Bundesland zwischen 3,5 Prozent und 6,5 Prozent des Kaufpreises. Sobald die Grunderwerbsteuer bezahlt ist, stellt Ihnen das Finanzamt eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für das Grundbuchamt aus. Dann erst steht der Eigentumsumschreibung im Grundbuch nichts mehr im Wege.

Bescheinigung der Zuverlässigkeit

Bevor der geplante Kauf überhaupt getätigt werden kann, muss eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt werden. Für diese Bescheinigung ist die Grunderwerbstelle des jeweiligen Finanzamtes zuständig. Hierdurch wird die steuerliche Zuverlässigkeit attestiert – eine unbedingte Voraussetzung für den Eintrag in das Grundbuch. Wer als steuerlich zuverlässig gilt, hat in der Regel Anspruch auf die Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Wie wird die Grunderwerbsteuer berechnet?

Gemäß § 11 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) beträgt der Steuersatz einheitlich 3,5 Prozent. Da es sich bei der Grunderwerbsteuer allerdings um eine Ländersteuer handelt, steht es den einzelnen Bundesländern frei, diesen Satz zu erhöhen. Von diesem Recht haben in den letzten Jahren alle Länder, mit Ausnahme von Bayern und Sachsen, Gebrauch gemacht. So beträgt der Steuersatz in Hamburg inzwischen 4,5 Prozent, in Bremen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 5 Prozent und in NRW, Schleswig-Holstein und dem Saarland sogar 6,5 Prozent der Bemessungsgrundlage.

Was ist mit Bemessungsgrundlage gemeint und wie berechnet sich daraus die Grunderwerbsteuer?

Die Bemessungsgrundlage entspricht dem Wert der Gegenleistung für die Grundstücksübertragung – also dem Kaufpreis, den die beteiligten Parteien vereinbart haben. Dabei können bestimmte nachweisbare Kosten, zum Beispiel für Einbaumöbel, herausgerechnet werden.

Darüber hinaus gibt es einige Besonderheiten rund um die Grunderwerbsteuer – hier nur einige ausgewählte Aspekte im Überblick:

  • Weil es sich bei der Grunderwerbsteuer um eine sogenannte „Verkehrsteuer“ handelt, ist eine Stundung der Steuer grundsätzlich nicht möglich. Die Finanzbehörde kann aber nach eigenem Ermessen eine längere Frist für die Zahlung einräumen.
  • Ausnahmen: Es gibt einige Ausnahmen, die nicht der Steuerpflicht unterliegen – zum Beispiel, wenn die Gegenleistung nicht mehr als 2.500 Euro beträgt. Dieser Betrag ist als Freigrenze zu verstehen, was bedeutet, dass die Grunderwerbsteuer für den gesamten Betrag gezahlt werden muss, sobald die Grenze von 2.500 Euro überschritten wird. Auch im Falle einer Schenkung ist unter gewissen Auflagen eine Steuerbefreiung möglich.
  • In Bezug auf die Umsatzsteuer ist der Verkauf von Grundstücken dann steuerfrei, wenn die Umsätze unter das Grunderwerbsteuergesetz fallen. Unter gewissen Umständen ist die freiwillige Versteuerung möglich.
  • Nachträgliche Senkung: Die Grunderwerbsteuer kann unter bestimmten Gegebenheiten auch nachträglich gesenkt werden, zum Beispiel dann, wenn der vereinbarte Kaufpreis in Folge einer Einigung oder etwa aufgrund von Sachmängeln gemindert wird.

Wann wird die Festsetzung der Grunderwerbsteuer aufgehoben?

Es ist nach dem Grunderwerbsteuergesetz möglich, die Steuerfestsetzung auf Antrag aufzuheben. Diese Aufhebung funktioniert allerdings nur unter bestimmten Umständen, zum Beispiel dann, wenn ein Kauf wieder rückgängig gemacht wird, noch bevor das Eigentum auf den Erwerber übergegangen ist. Auch wenn die Vertragsbedingungen nicht erfüllt wurden, ist eine Aufhebung der Steuerfestsetzung möglich. Aber: Sollte die Unbedenklichkeitsbescheinigung bereits erteilt worden sein, dann kann die Steuerfestsetzung nur aufgehoben werden, wenn der Notar die Unbedenklichkeitsbescheinigung zurückgibt. Damit die Steuerfestsetzung aufgehoben werden kann, muss also der Erwerbsvorgang rückgängig gemacht werden.