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Flurkarte

Die Flurkarte, auch Liegenschaftskarte oder Katasterkarte genannt, stellt alle Liegenschaften (Flurstücke und Grundstücke) eines Gebiets maßstabsgetreu dar. Gemeinsam mit der Schätzungskarte gehört die Flurkarte zum abbildenden Teil des Liegenschaftskatasters.


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Was ist eine Flurkarte?



Die Flurkarte weist nicht nur die Lage des Grundstücks nach, sondern belegt auch dessen offizielle Existenz. Sie bildet die amtliche Kartengrundlage des Grundbuches und erfasst alle möglichen Rechte und Lasten, die auf dem Grundstück liegen. Außerdem dient die Liegenschaftskarte dazu, den Grund und Boden des jeweiligen Eigentümers sicherzustellen.

Mittlerweile ist die analoge Flurkarte durch die Automatisierte Liegenschaftskarte (ALK), in Bayern Digitale Flurkarte (DFK), ersetzt worden.



Hinweis von ImmobilienScout24:

Beim Liegenschaftskataster handelt es sich um ein amtliches Register, in dem  sämtliche Flurstücke eines Landes flächendeckend festgehalten und beschrieben werden.

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Was ist auf der Flurkarte abgebildet?


Alle in Deutschland existierenden Liegenschaften sind auf Flurkarten abgebildet. Der Maßstab ist dabei von Ort zu Ort unterschiedlich. Meistens befindet er sich allerdings zwischen 1:500 und 1:1000 – auf dem Land, wo die Grundstücke in der Regel größer sind, auch bis 1:2000.

Grundsätzlich werden in einer Flurkarte folgende Elemente dargestellt:

  • Flurstücke, inkl. der Begrenzung und den jeweiligen Flurstücksnummern
  • Gemeinde- und Gemarkungsgrenzen
  • Gebäude, inkl. der Nutzungsart und der jeweiligen Nummer
  • Nutzungsart des Bodens
  • Bodenschätzungsmerkmale
  • Blattrahmen mit Flurnummer, Bezeichnung der Gemarkung, Maßstab und Herkunft

Mit dem in der Flurkarte abgebildeten Flurstück, auch Parzelle genannt, wird in Deutschland ein bestimmter Teil der Erdoberfläche bezeichnet, der amtlich vermessen und zumeist örtlich vermarkt wurde. Neben Flurkarten werden Flurstücke auch in Liegenschaftskarten und Katasterbüchern und -plänen nachgewiesen.

Es kommt auch vor, dass Flurkarten Informationen zu:

  • Mauern, Hecken und Zäunen
  • Grenz- und Vermessungspunkte
  • topografischen Angaben und Böschungen
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Was ist eine Flurstücksnummer und was stellt das Flurstück dar?



Ein Grundstück besteht aus mindestens einem Flurstück. Die Flurstücke zeigen die geometrisch festgelegten und amtlich vermessenen Grundstücksgrenzen an.

Die maximal fünfstellige Flurstücksnummer ist die Kennzeichnung eines Flurstücks und dient zur Identifizierung des Grundstücks.

Sie setzt sich zusammen aus:

  • einzigen Nummer (z.B. 325)
  • Buchstaben-Zahlen-Kombination (z.B. 350a)
  • oder aus einer Zwei-Zahlen-Kombination (z.B. 320/40)

 

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Wozu wird die Flurkarte benötigt?


Gerade, wenn Sie eine Immobilie bewerten oder verkaufen wollen, ist ein Auszug aus der amtlichen Flurkarte unerlässlich, da sie einerseits wichtige Informationen zur Grundstückslage enthält und andererseits zeigt, wie das Gebiet bebaut ist.

Hierfür wird ebenfalls eine Flurkarte benötigt:

  • Grundstücksgeschäfte
  • die Berechnung von bodenbezogenen Steuern bzw. grundstücksbezogene Angaben
  • Baumaßnahmen bzw. Beantragung einer Baugenehmigung
  • und für den Nachweis von Grundstücksgrenzen
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Wie wird die Flurkarte beantragt und wie viel kostet sie?


Einen Flurkartenauszug erhalten Sie beim zuständigen Liegenschaftskataster. Die Gebühren sind dabei abhängig von der Ausführung sowie der jeweiligen Stadt und liegen ca. zwischen 11 und 55 Euro.



Tipp von ImmobilienScout24:

Je nach Verwendungszweck benötigen Sie unterschiedliche Formate der Flurkarte. Erkundigen Sie sich daher im Vorhinein, welche Größe Sie brauchen und beantragen Sie sie am besten online. So sparen Sie viel Zeit und reduzieren die Kosten.

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Welche Darstellungsformen der Flurkarte gibt es?


Für die Herstellung von Flurkarten gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten: Sie kann entweder als Blattschnitt einer Rahmenkarte oder als Inselkarte erstellt werden.

Während sich die kartographische Darstellung bei einer Rahmenkarte über den gesamten Kartenspiegel erstreckt, werden bei einer Inselkarte lediglich definierte Geländeausschnitte, bei Flurkarten eine einzelne Flur, dargestellt. Das räumliche Umfeld wird bei dieser Kartenform nicht erfasst.

Des Weiteren lassen sich häufig auf einem freien Teil des Blattes oder auf einem gesonderten Blatt Vergrößerungen oder Sonderzeichnungen finden. Diese werden in der Regel angefertigt, weil aufgrund von Widersprüchen oder Problemen mit dem Maßstab bestimmte Situationen nicht in die Flurkarte aufgenommen werden konnten.

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Was ist der Unterschied zwischen Digitaler Flurkarte und Automatisierter Liegenschaftskarte?



In jedem Bundesland, mit Ausnahme von Bayern, wird die Automatisierte Ligenschaftskarte verwendet.

Die Automatisierte Liegenschaftskarte gilt heute als der digitale Nachfolger der Flurkarte. Sie wird automatisiert geführt und ist der bildliche Teil des Liegenschaftskatasters. Vervollständigt wird das Liegenschaftskataster durch das sogenannte automatisierte Liegenschaftsbuch.

Die Automatisierte Liegenschaftskarte wird in jedem Bundesland Deutschlands verwendet, abgesehen vom Freistaat Bayern, wo es die Digitale Flurkarte gibt. Diese enthält ebenfalls die Darstellung der jeweiligen Liegenschaften, also aller Gebäude und Flurstücke. Darüber hinaus sind die Inhalte der Digitalen Flurkarte so gegliedert, dass der Anwender eine bedarfsorientierte Auswahl treffen kann. Die Maßstäbe, die zur Darstellung der Informationen der Digitalen Flurkarte verwendet werden, können beliebig ausgewählt werden. Die Anwender der Automatisierten Liegenschaftskarte und der Digitalen Flurkarte können jederzeit zusätzliche Informationen hinzufügen sowie alle enthaltenen Daten auswerten.