Gewerbelexikon

Haushaltsnahe Dienstleistungen – Begriff des Einkommensteuerrechts

Der Begriff der haushaltsnahen Dienstleistungen kommt aus dem Einkommenssteuerrecht. Er beschreibt eine Dienstleistung für eine Tätigkeit, die in der Regel durch die Mitglieder eines privaten Haushaltes durchgeführt wird. Neben der haushaltsnahen Dienstleistungen gibt es die haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnisse und die haushaltsnahen Handwerkerleistungen. Die gesetzliche Grundlage für diese drei Bereiche findet sich in § 35a des Einkommensteuergesetzes. Laut einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend werden im Schnitt fast 60 Prozent des Umsatzes von Unternehmen, die haushaltsnahe Dienstleistungen anbieten, mit der Reinigung von Privathaushalten erwirtschaftet. Fast 50 Prozent dieser Unternehmen geben an die Auftraggeber Preise inklusive Mehrwertsteuer weiter, welche im Bereich bis 20 Euro je Stunde liegen. Selbstständige Personen, die auf Rechnung haushaltsnahe Dienstleistungen anbieten, legen die Preise für ihre Dienstleistung individuell fest. Die Aufwendungen für haushaltsnahe Tätigkeiten können zu einer Steuerermäßigung führen.

Formen haushaltsnaher Dienstleistungen

Die haushaltsnahen Dienstleistungen sind Tätigkeiten, die üblicherweise durch Mitglieder privater Haushalte ausgeführt werden, jedoch an Dienstleister übergeben werden. So gilt die Reinigung der Wohnung durch Mitarbeiter einer Dienstleistungsagentur oder durch einen selbstständigen Dienstleister als haushaltsnahe Dienstleistung. In diesem Zusammenhang sind darüber hinaus Gartenpflegearbeiten, Pflege- und Betreuungsleistungen oder Kinderbetreuung zu nennen. Steuerlich berücksichtigt werden können durch den Auftraggeber jährlich 20 Prozent der Lohnkosten für haushaltsnahe Dienstleister, jedoch maximal 4.000 Euro. Die Berücksichtigung erfolgt jedoch nur, wenn gültige Rechnungen der Dienstleister vorliegen und der Lohn über eine Bank überwiesen wurde. Nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen hingegen gelten personenbezogene Dienstleistungen im Haushalt wie Kosmetik- oder Friseurleistungen.

Voraussetzungen für haushaltsnahe Dienstleistungen

Die haushaltsnahen Dienstleistungen können steuerlich geltend gemacht werden, wenn der Haushalt im Inland oder im europäischen Währungsraum liegt. Als Haushalt gelten gleichermaßen selbst genutzte Zweit-, Ferien- oder Wochenendimmobilien. Gleiches gilt für die haushaltsnahen Handwerkerleistungen, die beispielsweise Arbeiten an Innen- und Außenwänden, die Modernisierung von Küche und Badezimmer oder Gartenarbeiten umfassen können. Dies gilt gleichermaßen für die haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnisse mit sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern.

Was bedeutet haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis?

Aus den haushaltsnahen Dienstleistungen leitet sich unter Umständen ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis ab. Dies betrifft wieder die Tätigkeiten, die sonst von Haushaltsmitgliedern erledigt werden würden – wie beispielsweise Einkaufen, Waschen, Putzen oder Gartenarbeit. Nicht als haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis zählen unter anderem Tätigkeiten als Sekretär, Chauffeur oder Gesellschafter. Nach § 35a des Einkommensteuergesetzes (EStG) lassen sich die Aufwendungen für die haushaltsnahen Dienstleistungen auf Antrag von der Einkommensteuer abziehen. Diese Steuerermäßigung beträgt maximal 4.000 Euro im Jahr. Eine Besonderheit gilt für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse mit geringfügiger Beschäftigung. Dort lassen sich ebenfalls 20 Prozent der Aufwendungen abziehen – jedoch maximal 510 Euro im Jahr.

Handwerkerleistungen als haushaltsnahe Dienstleistungen

Neben den üblichen Tätigkeiten, die als haushaltsnahe Dienstleistungen angesehen werden wie beispielsweise Putzen oder Einkaufen, lassen sich haushaltsnahe Handwerkerleistungen von der Steuer absetzen. Auch hier liegt die jährliche Grenze bei 20 Prozent der Arbeitskosten und höchstens 1.200 Euro. Absetzbare Handwerkerleistungen sind beispielsweise:

  • Reparatur von Fenster, Türen und Böden
  • Arbeiten an Innen- wie Außenwänden oder an der Fassade sowie dem Dach
  • Gartenarbeiten
  • Modernisierung des Badezimmers oder der Küche
  • Reparatur und Wartung von elektrischen Geräten (TV, Computer, Herd oder Waschmaschine)

Zu diesen Arbeitskosten lassen sich im Allgemeinen auch Mietkosten für Maschinen sowie Fahrtkosten zählen. Nicht berücksichtigt werden die Materialkosten.