Finanzierungskosten: Übersicht der Nebenkosten

Behalten Sie bei der Baufinanzierung alle Nebenkosten im Blick

Der Traum vom eigenen Haus: Mit einer Baufinanzierung wird er wahr. Aber wer sich eine Immobilie kaufen möchte, sollte wissen, dass bei der Baufinanzierung auch Nebenkosten anfallen. Ein Überblick, worauf Sie achten sollten.

Ein Immobilienkauf ist für die meisten Menschen die größte finanzielle Investition ihres Lebens. In der Regel benötigen sie dafür ein Darlehen von der Bank. Neben dem Preis für das Wunschobjekt entstehen durch die Baufinanzierung Nebenkosten.

Baufinanzierungsrechner

Effektivzins

Einen ersten Anhaltspunkt über die bei einer Baufinanzierung anfallenden Nebenkosten gibt der Effektivzins. Er beinhaltet die Kreditvermittlungsprovision, die Bearbeitungsgebühr und das Disagio. Doch Vorsicht: Bereitstellungszinsen, Teilauszahlungszuschläge, Wertermittlungskosten oder Kontoführungsgebühren sind im Effektivzins nicht enthalten. Diese können die Kosten für den Kredit in die Höhe treiben. Mit dem Effektivzins und einer detaillierten Aufstellung der sonstigen Nebenkosten ist ein klarer Vergleich von verschiedenen Baufinanzierungs-Angeboten möglich. Denn Kreditinstitute sind laut Preisangabenverordnung (PangV) dazu verpflichtet, alle relevanten Nebenkosten aufzulisten.

Bereitstellungszinsen

Mit Abschluss des Darlehensvertrags ist das Kredit gebende Institut verpflichtet, die volle Kreditsumme für Sie bereitzuhalten. Der Baufinanzierer kann das Geld weder anderweitig verleihen noch gewinnbringend anlegen. Aus diesem Grund berechnen die Banken für diese Zeitspanne Bereitstellungszinsen als Entschädigung. Wenn der Kredit in mehreren Schritten ausgezahlt wird, fallen auf die Teilsummen ebenfalls Bereitstellungszinsen an. Manche Banken berechnen zudem einen Teilauszahlungszuschlag. Es ist daher ratsam, mit der Bank einen möglichst langen zinsfreien Zeitraum zu vereinbaren. Üblich sind drei Monate, in denen noch keine Bereitstellungszinsen berechnet werden.

Tipp: Verhandeln lohnt sich, denn manche Banken stellen das Darlehen bis zu sechs Monate zinsfrei zur Verfügung.

Grundbucheintragung

Als Absicherung für die Baufinanzierung lässt die Bank eine Grundschuld ins Grundbuch eintragen. Diese Aufgabe übernimmt in Deutschland ein Notar. Die Notarkosten sind in einer Gebührenordnung festgelegt und orientieren sich an der Kaufsumme. Durchschnittlich liegen sie bei etwa einem Prozent vom Kaufpreis. Zusätzlich werden Gebühren für die Eintragung ins Grundbuch fällig. Die genauen Kosten sind regional unterschiedlich und können vorab beim Grundbuchamt erfragt werden.

Sondertilgungsgebühren und Vorfälligkeitsentschädigung

Eine Gehaltserhöhung oder eine Erbschaft ist für jeden ein Anlass zur Freude, kann mit dem Geld doch ein Teil des Kredits vorzeitig beglichen werden. Schließlich gilt: Wer schneller tilgt, ist auch schneller schuldenfrei – und spart viel Geld, da insgesamt weniger Zinsen gezahlt werden müssen. Kreditinstitute sehen das allerdings anders. So legen manche Banken jährliche Obergrenzen für Sondertilgungen fest oder berechnen Gebühren für außerplanmäßige Zahlungen. Wer mit einem unverhofften Geldsegen sogar vorzeitig die gesamte Summe tilgen möchte, muss damit rechnen, dass die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet. Daher sollte bereits vor Abschluss einer Baufinanzierung mit der Bank über diese möglichen Nebenkosten verhandelt und eventuell mehrere Sondertilgungsmöglichkeiten vertraglich festgelegt werden.

Übersicht der Nebenkosten

  1. Vermittlungs- und Bearbeitungsgebühren
  2. Notargebühren
  3. Eintragung ins Grundbuch
  4. Bereitstellungszinsen
  5. Teilauszahlungszuschlag
  6. Schätzkosten
  7. Kontoführungsgebühren
  8. Sondertilgungsgebühren
  9. Vorfälligkeitsentschädigung

 

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