Vermietung an Angehörige

66 Prozent der ortsüblichen Warmmiete

Viele Eigentümer vermieten an nahe Verwandte oder an die eigenen Kinder. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein. Wichtig ist es in jedem Fall, einige Dinge zu beachten. Anderenfalls kann es böse Überraschungen vom Finanzamt geben. Erfahren Sie, worauf es ankommt.




Wer Wohnraum an Familienmitglieder vermietet, darf sich nicht vor einem gewissen Maß an Förmlichkeit scheuen. Mietvertrag per Handschlag und die Miete im Umschlag sind hier absolute Tabus. Wird alles ordnungsgemäß geregelt, ist die (vergünstigte) Vermietung an Angehörige eine gute Möglichkeit, um Steuern zu sparen.

Mietvertrag immer schriftlich aufsetzen


Bei Vermietung an Angehörige muss – genau wie bei jedem anderen Mietvertrag auch – die Höhe der vereinbarten Miete einschließlich der Nebenkosten angegeben sein. Desgleichen muss der Vermieter vertraglich festlegen, zu welchem Zeitpunkt die Miete fällig ist. Die Mietzahlung erfolgt per Dauerauftrag oder durch pünktliche Überweisung. So kann der Vermieter jederzeit beweisen, dass die Mietzahlungen tatsächlich geleistet wurden. Genau wie bei fremden Personen muss der Vermieter eine ordentliche Nebenkostenabrechnung mit allen Konsequenzen erbringen.

Grundsätzlich muss das Mietverhältnis mit Verwandten unbefristet sein. Bei einem zeitlich befristeten Vertrag müsste der Vermieter gegenüber dem Finanzamt einen Totalüberschuss über den befristeten Zeitraum vorlegen.



Miethöhe muss angemessen sein


Seit dem 01.01.2012 gelten 66 Prozent der ortsüblichen Miete als maßgeblicher Ansatz für eine vollentgeltliche Vermietung mit vollem Werbungskostenabzug. Hierbei wird von der Warmmiete ausgegangen. Liegt die vereinbarte Miete darunter, ist nur ein anteiliger Abzug der Werbungskosten möglich. Wird für eine Einbauküche, Mobiliar oder eine Garage zusätzliche Miete vereinbart, gelten hier ebenfalls die 66 Prozent.

Die vergünstigte Vermietung an Angehörige ist also ein gutes Modell, um Steuern zu sparen. Die Mieteinnahmen sind niedrig und trotzdem kann der Vermieter die Kosten in voller Höhe geltend machen.

Jeder Immobilienbesitzer, der Wohnraum vermietet, bezieht Mieteinnahmen, die er als Einkommen beim Finanzamt versteuern muss. Auf der anderen Seite haben Eigentümer rund um das Haus vielfältige Kosten. Überschreiten die Aufwendungen die Mieteinnahmen, wirkt sich das positiv auf die zu zahlenden Steuern aus. Durch eine verbilligte Miete an Familienangehörige lassen sich die zu versteuernden Einnahmen weiter verringern.

An Verwandte vermieten


Als nahe Angehörige zählen:

  • Ehepaare sowie deren neue Lebensgefährten
  • Kinder
  • Enkelkinder
  • Eltern
  • Elternteile mit neuen Lebenspartnern
  • Großeltern
  • Geschwister

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Marktübliche Mietpreise ermitteln


Wie hoch der ortsübliche Mietspiegel liegt, erfahren Vermieter beim örtlichen Haus- und Grundeigentümerverein, bei der zuständigen Stadtverwaltung oder ortsansässigen Immobilienmaklern. Auch muss der Vermieter hier regelmäßig prüfen, ob er noch in den Grenzwerten liegt. Fällt er deutlich darunter, muss er die Miete erhöhen. Dabei muss die Miete bei der Vermietung an Angehörige kein Mittelwert sein. Das Finanzamt erkennt auch den niedrigsten Mietpreis an, sofern er noch innerhalb der Grenzwerte liegt.

Auch nahe Verwandte mahnen


Wenn der verwandte Mieter über einen längeren Zeitraum seine Miete nicht zahlt, muss ihn der Vermieter abmahnen wie einen normalen Mieter auch. Gegebenenfalls kann der Eigentümer die Miete vorübergehend reduzieren oder eine Ratenzahlung vereinbaren. In jedem Fall muss er das Finanzamt informieren und im Extremfall den Mietvertrag kündigen.  

Wer alle Bestimmungen beachtet, kann mit der Vermietung an Angehörige guten Gewissens Steuern sparen.

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