Wenn Sie eine Immobilie an einen Angehörigen vermieten möchten, müssen Sie bestimmte rechtliche Regelungen beachten. Sie dürfen einen vergünstigten Preis für nahe Verwandte und Ihre eigenen Kinder ansetzen, müssen dies aber beim Finanzamt anmelden. Hier erfahren Sie, was Sie alles beachten müssen, wie Sie ordnungsgemäß an Angehörige vermieten und wie Sie dabei Steuern sparen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vermietung an Angehörige ist erlaubt, solange Sie als Vermieter mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete ansetzen.
  • Bei einer geringen Miete haben Sie häufig steuerliche Vorteile, da Sie die Werbungskosten dennoch in voller Höhe steuerlich geltend machen können.
  • Achten Sie darauf, alle relevanten Vorgänge bei der Vermietung an Angehörige an das Finanzamt zu melden.

Was muss ich bei der Vermietung an Angehörige beachten?

Bei der Vermietung an Angehörige handelt es sich meist um die verbilligte Vermietung von Objekten. Sie machen also eine Ausnahme vom regulären Mietpreis, wobei Sie natürlich auch den vollen Preis ansetzen können.

Beachte, dass Sie bei einer verbilligten Vermietung das Mietverhältnis an das Finanzamt melden sollten. Mündliche Mietverträge und Barzahlung des Mietzinses sind hier nicht gern gesehen, weshalb es wichtig ist, alles ordnungsgemäß zu regeln.

Als nahe Angehörige zählen:

  • Ehepaare sowie deren neue Lebensgefährten
  • Kinder
  • Enkelkinder
  • Eltern
  • Elternteile mit neuen Lebenspartnern
  • Großeltern
  • Geschwister

Ein Vorteil bei der Vermietung an Angehörige besteht darin, dass Sie trotz geringerer Einnahmen steuerliche Vorteile erhalten. Denn wenn die Aufwendungen für die Mietimmobilie die Mieteinnahmen überschreiten, wirkt sich das positiv auf die zu zahlenden Steuern aus. Durch eine verbilligte Miete an Familienangehörige lassen sich die zu versteuernden Einnahmen weiter verringern.

Was muss ich beim Mietvertrag beachten?

Den Mietvertrag für Angehörige sollten Sie wie gewohnt schriftlich aufsetzen. Darin geben Sie wie bei jedem anderen Mietvertrag die Höhe der vereinbarten Miete und der Nebenkosten an. Zudem legen Sie fest, zu welchem Zeitpunkt die Miete fällig ist. Sie müssen nachweisen können, dass die Mietzahlungen geleistet wurden, weshalb ein Dauerauftrag oder eine pünktliche Banküberweisung ebenfalls im Mietvertrag vereinbart werden sollte.

Ein Mietvertrag ohne Miete ist zwar möglich, kommt aber nur selten vor. Zudem können Sie in diesem Fall der Vermietung an Angehörige ohne Miete keine steuerlichen Vorteile gültig machen. Wichtig ist immer, dass Sie alle Regelungen schriftlich festhalten.

Im Mietvertrag für Verwandte sollten Sie auch angeben, dass es sich um ein unbefristetes Mietverhältnis mit der üblichen Kündigungsfrist handelt. Anderenfalls müssten Sie gegenüber dem Finanzamt einen Totalüberschuss über den befristeten Zeitraum vorlegen.

Wichtig

Auch nahe Verwandte sollten Sie schriftlich abmahnen, wenn diese über einen längeren Zeitraum keine Miete zahlen. Bei Bedarf können Sie kulant sein und die Miete vorübergehend reduzieren oder eine Ratenzahlung vereinbaren. Aber auch darüber sollten Sie das Finanzamt informieren.

Wie berechne ich die angemessene Miethöhe für Verwandte?

Nicht nur die maximale Höhe einer Miete, sondern auch die minimale Höhe ist vorgegeben. Seit dem 01.01.2012 gelten 66 Prozent der ortsüblichen Miete als maßgeblicher Ansatz für eine vollentgeltliche Vermietung mit vollem Werbungskostenabzug. Hierbei wird von der Warmmiete ausgegangen. Liegt die vereinbarte Miete darunter, ist nur ein anteiliger Abzug der Werbungskosten möglich. Wird für eine Einbauküche, Mobiliar oder eine Garage zusätzliche Miete vereinbart, gelten hier ebenfalls die 66 Prozent.

Sie sollten sich daher vor der Vermietung an Verwandte über die ortsübliche Vergleichsmiete informieren und sichergehen, dass Sie diese maximal um ein Drittel unterschreiten. Die Höhe der ortsüblichen Miete können Sie im Mietspiegel Ihrer Region einsehen. Die Stadtverwaltung sowie ortsansässige Immobilienmakler geben dazu ebenfalls Auskunft.

Hinweis

Als Vermieter sind Sie dazu verpflichtet, regelmäßig zu überprüfen, dass Ihre Mietpreise sich noch in den Grenzwerten befinden. Ist dies nicht Fall, müssen Sie die Miete entsprechend erhöhen, um auch künftig die Werbungskosten steuerlich geltend zu machen.

Beispielrechnung zur 66-Prozent-Regel

Bevor Sie Ihre Wohnung an Verwandte vermieten, sollten Sie die ortsübliche Vergleichsmiete ermitteln. Achten Sie darauf, dass sich je nach Region unterschiedliche Faktoren bei der Vergleichsmiete bemerkbar machen.

In den Tabellen des Mietspiegels finden Sie den Vergleichswert für Ihre Wohnung. Wenn dieser zum Beispiel eine monatliche Warmmiete von 500 Euro empfiehlt, sollten Sie folgende Rechnung aufstellen:

  • Vergleichsmiete = 500 Euro warm
  • 1 Prozent der Vergleichsmiete = 5 Euro warm
  • 66 Prozent der Vergleichsmiete = 330 Euro warm

Somit wissen Sie, dass 330 Euro warm pro Monat die Untergrenze darstellen. Sie sollten Ihren Angehörigen also mindestens diesen Betrag berechnen, um Ihre steuerlichen Vorteile zu behalten, können aber natürlich auch höhere Zahlen ansetzen. Die ortsübliche Vergleichsmiete sollten Sie insbesondere in Regionen mit einer Mietpreisbremse nicht um mehr als 10 Prozent überschreiten.

FAQ zum Thema Vermietung an Angehörige

☑️ Darf ich meine Wohnung auch ohne Miete an Angehörige vermieten?
☑️ Wie hoch muss die Miete bei der Vermietung an Angehörige sein?
☑️ Was muss ich bei der Vermietung an Angehörige dem Finanzamt melden?
☑️ Was gilt für Studenten-Eltern?

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