Informationen rund um die Mieter-Selbstauskunft

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Fragen Sie als Vermieter:in Mietinteressent:innen stellen dürfen, welche verboten sind und was Sie bei falschen Auskünften tun können. Zudem erhalten Sie eine Checkliste zur Mieter:innenselbstauskunft, um beim Auswahlverfahren ganz einfach sortieren zu können. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Für den Abschluss eines Mietvertrags stellen Vermieter:innen bestimmte Fragen, etwa nach dem Familienstand oder dem Einkommen. 
  • Fragen nach der Religion, der Nationalität, der Sexualität, der politischen Überzeugung und anderen persönlichen Eigenschaften, die für das Mietverhältnis nicht relevant sind, müssen Mietinteressent:innen nicht beantworten. 
  • Um eine ausbleibende Antwort zu vermeiden, ist es rechtlich gesehen erlaubt, nicht wahrheitsgemäße Angaben zu machen. 
  • Auf Fragen, die für das Mietverhältnis relevant sind, wie etwa das Arbeitsverhältnis und die Adresse, müssen Interessent:innen hingegen wahrheitsgemäß antworten.  


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Informationen rund um die Mieter-Selbstauskunft

Die wichtigsten Informationen zur Selbstauskunft

Sind Sie gesetzlich verpflichtet, Mietenden eine Mieterselbstauskunft vorzulegen?
Wann dürfen Sie Interessenten eine Mieterselbstauskunft vorlegen?
Was dürfen Vermietende in der Mieterselbstauskunft abfragen?
Welche Fragen dürfen Mietinteressenten falsch beantworten?
Kündigung bei falschen Antworten in der Mieterselbstauskunft?
Was kostet eine Mieterselbstauskunft?
Mieterselbstauskunft und Datenschutz: Das müssen Sie beachten!

Klug vorsorgen, Mietausfall absichern

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Welche Bedeutung hat die Mieterselbstauskunft?

Vermieter:innen haben das Recht, vor der Vermietung viele Fragen zu stellen. So finden sie heraus, an wen sie ihre Immobilie und damit ihr Vermögen übergeben. Normalerweise dient ein Fragebogen, die sogenannte Mieter:innenselbstauskunft, zur Erhebung der Antworten.  

Mietinteressent:innen sind nicht gesetzlich dazu verpflichtet, dieses Dokument auszufüllen. Die Verweigerung führt allerdings häufig dazu, dass der:die Vermieter:in sich für andere Interessent:innen entscheidet. In der Praxis füllen daher alle Interessent:innen das Dokument aus. Einen Vordruck für die Selbstauskunft laden Sie hier herunter. 


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Welche Grenzen gibt es bei den Fragen?

Für die Befragung gibt es bestimmte Grenzen, denn nicht alle Fragen rund um die Miete sind zulässig. Unzulässige Fragen dürfen daher laut Gesetz mit Lügen beantwortet werden. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene Situation, in der das unwahrheitsgemäße Ausfüllen von Formularen erlaubt ist.  

Grundsätzlich dürfen Vermieter:innen Informationen abfragen, an denen sie ein berechtigtes Interesse haben. Dies sind etwa Fragen nach dem Einkommen, Fragen nach den Mieter:innen und ihrer Anzahl sowie die Frage danach, ob Haustiere gehalten werden sollen. Rein private Fragen, etwa nach Religions- oder Parteizugehörigkeit, nach Gesundheitszustand oder Familienplanung sind dagegen tabu. Sollten Mietinteressent:innen sie im Formular dennoch beantworten, müssen diese Angaben nicht korrekt sein.  

Manche Fragen im Grenzbereich zum Privaten sind allerdings umstritten und beschäftigen immer wieder die Gerichte. Dazu gehört etwa die Frage nach dem Familienstand – vor einigen Jahren noch eine Selbstverständlichkeit in jeder Selbstauskunft für Mieter:innen. Rechtsexpert:innen neigen jedoch immer mehr dazu, die Information, ob jemand ledig oder verheiratet ist, als Privatsache und die Frage danach als unzulässig anzusehen. 

Checkliste:

Eine Übersicht der erlaubten und nicht erlaubten, strittigen Fragen der Selbstauskunft finden Sie in unserer Checkliste am Ende dieses Artikels.

Kennen Sie sich mit der Mieterselbstauskunft aus?
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    Sind Vermieterinnen und Vermieter gesetzlich verpflichtet eine Mieterselbstauskunft einzuholen?

  • Zur Antwort

Was tun, wenn Mieter:innen Falschauskünfte geben?

Unrichtige Antworten auf unzulässige Fragen haben für Mieter:innen keinerlei Konsequenzen. Aber auch bei zulässigen Fragen haben Vermieter:innen nicht in jedem Fall eine Handhabe, wenn der:die Bewerber:in im Formular falsche Angaben gemacht hat. Hier kommt es darauf an, wann die Schwindelei auffliegt und ob es Beweise gibt.  

Werden Falschauskünfte auf berechtigte Fragen noch vor dem Einzug der Mieter:innen entdeckt, darf der:die Vermieter:in den anfechten und sogar Schadenersatz verlangen, etwa für die Kosten der erneuten Mieter:innensuche. Kommt die Wahrheit über die Selbstauskunft der Mieter:innen erst nach ihren Einzug ans Licht, können Vermieter:innen eine fristlose Kündigung aussprechen, wenn die Fortsetzung des Mietverhältnisses als Folge der Falschaussage unzumutbar ist.  

Checkliste für die Mieterselbstauskunft

Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht der Fragen, die in der Mieter:innenselbstauskunft für die Miete erlaubt sind. Neben den zulässigen Fragen sehen Sie auch umstrittene sowie verbotene Fragen. 

Erlaubte Fragen:
  • Angaben zur Person wie Name, Anschrift, Geburtsdatum
  • Angaben zu weiteren Personen, die in die Wohnung einziehen werden
  • Details zu Beruf und Arbeitsverhältnis
  • Angaben zur finanziellen Situation (beispielsweise Einkommen, Schuldenfreiheit)
    Einschränkung: Fragen nach eidesstattlicher Erklärung/ Versicherung oder Insolvenz dürfen nur mit zeitlicher Begrenzung (in den letzten drei bzw. fünf Jahren) gestellt werden.
  • Fragen zur Nutzung der Mietwohnung (beispielsweise, ob Tierhaltung oder gewerbliche Nutzung beabsichtigt sind)
Umstritten Fragen:
  • Fragen nach dem Familienstand (ledig/verheiratet): Nach neuerer Rechtsauffassung gilt dies als privat. Falschangaben sind hier möglich.
  • Fragen nach dem Vormietverhältnis: Es gibt widersprüchliche Urteile dazu, ob Mietinteressent:innen wahrheitsgemäße Angaben zu Name und Anschrift von Vorvermieter:innen oder zur Kündigung machen müssen.
Nicht erlaubte Fragen:
  • Religion, Parteizugehörigkeit, Mitgliedschaft im Mieter:innenverein und Ähnliches
  • Kinderwunsch und Familienplanung
  • Vorstrafen und Ermittlungsverfahren
  • Persönlichen Interessen und Lebensgewohnheiten (beispielsweise „Welche Musik hören Sie?" oder - "Haben Sie oft Besuch?“)
  • Gesundheitszustand, Suchterkrankungen, gesetzlicher Betreuung und Ähnliches

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