Mietausfallversicherung

Nicht immer ist eine Mietausfallversicherung notwendig. In manchen Fällen sollten sich Vermieter aber proaktiv für eine Versicherung gegen Mietausfall entscheiden. Wann eine sie wirklich sinnvoll ist und ob sie entgangene Mietzahlungen aufgrund von Leerstand ausgleicht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Inhaltsverzeichnis:

  • Was ist eine Mietausfallversicherung?

  • Wann zahlt die Mietausfallversicherung?

  • Wie sinnvoll ist die Mietausfallversicherung für Vermieter?

  • Zahlt die Mietausfallversicherung bei Leerstand?

  • Gibt es eine Mietausfallversicherung für ein Mehrfamilienhaus?

  • Ist die Mietausfallversicherung umlagefähig?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Mietausfallversicherung schützt Vermieter vor finanzielle Schäden durch Mietnomaden und notorische Nichtzahler.

  • Miete für eine leerstehende Wohnung wird von einer Mietausfallversicherung nicht übernommen.

  • Oft lässt sich zusammen mit der Gebäudeversicherung eine Mietausfallversicherung vereinbaren, sodass die Kosten für die Versicherung umlagefähig sind.

  • Um einen finanziellen Ausgleich der Versicherung zu erhalten, vergehen im Regelfall einige Monate.

Was ist eine Mietausfallversicherung?

Eine Mietausfallversicherung deckt ein gewisses Restrisiko der Vermieter ab. Zahlt ein Mieter die Miete nicht und hinterlässt auch noch die Wohnung nach dem Auszug in einem katastrophalen Zustand, würde die Mietausfallversicherung nach einigen Monaten einspringen. Mit einer Mietausfallversicherung sind folgende Risiken abgesichert:

  • Mietausfall (Kaltmiete und Nebenkosten bei Renovierung für einen Zeitraum von drei Monaten)

  • Sachschäden (mutwillig herbeigeführte Schäden, Verunreinigungen und Verwahrlosung der Wohnung durch Mieter)

  • Aufräumungs- und Renovierungsarbeiten (beispielsweise Containerbereitstellung für Mobiliar- und Schuttabfuhr)

  • Desinfizieren der Wohnung (beispielsweise Entfernung von Ungezieferbefall wegen Verunreinigung oder Verwahrlosung)

  • Gegenstände einlagern (Unterstellungskosten werden für maximal drei Monate übernommen)

  • Schäden durch Mietnomaden (schuldige Miete und Schadenbeseitigung)

Die Mietausfallversicherung übernimmt viele Kosten. Wichtig hierbei ist, die Versicherungssumme nicht zu knapp auszuwählen, um Kosten zu sparen. Falls es doch zu einem Fall kommt, würde sonst möglicherweise die Versicherungssumme nicht ausreichen. Außerdem sollten sich Vermieter die Police genau durchlesen. Dort müssen unter anderem Schäden durch Mietnomaden explizit vermerkt sein.

Wann zahlt die Mietausfallversicherung?

Eine Mietausfallversicherung hört sich gut an, da sie Schäden aus verschiedenen Situationen heraus absichert. Doch der Weg zum finanziellen Ausgleich ist lang. Eine Versicherung zahlt nicht direkt, wenn der Vermieter den Mietausfall oder die Schäden der Mietnomaden meldet. Stattdessen verläuft der Weg wie folgt:

  • Säumiger Mieter muss gemahnt werden

  • Erfolgreiche Klage gegen den Mieter ist notwendig (Räumungstitel)

  • Selbstbeteiligung von bis zu 20 Prozent keine Seltenheit

Der Weg zur finanziellen Entschädigung ist mit viel Bürokratie, Kraft und Geld verbunden. Bevor eine Zahlung von der Versicherung zu erwarten ist, vergehen erfahrungsgemäß viele Monate.

Wie sinnvoll ist die Mietausfallversicherung für Vermieter?

Eine Mietausfallversicherung gehört zu den Versicherungen, die für Vermieter in der Regel sinnvoll ist. Schon ein einziger Mietnomade oder Mietpreller kann hohe finanzielle Schäden verursachen. Mit der Mietausfallversicherung sind Vermieter ein Stück weit abgesichert, müssen aber viele Monate bis zur Zahlung der Versicherungssumme warten. Mietausfallversicherungen können entweder in einem Kombi-Vertrag enthalten sein oder es wird eine separate Versicherung gegen Mietausfall abgeschlossen.

Damit eine Mietausfallversicherung die Kosten für den Mietausfall und Reparaturen letztendlich übernimmt, muss außerdem die einbehaltene Kaution aufgebraucht werden. Sobald das geschehen ist und erfolgreich geklagt wurde, zahlt die Versicherung die vereinbarten Leistungen an Vermieter aus.

Zahlt die Mietausfallversicherung bei Leerstand?

Grundsätzlich gilt: Steht eine Wohnung leer oder ist nicht vermietet, zahlt die Mietausfallversicherung nicht. Diese Versicherung springt nur dann ein, wenn es zu einem Mietausfall kommt – kurz: wenn der Mieter nicht zahlen möchte oder kann. Deswegen sollten sich Vermieter zügig um neue Mieter kümmern, da sie im Falle eines Leerstandes nicht auf die Versicherung hoffen können.

Gibt es eine Mietausfallversicherung für ein Mehrfamilienhaus?

Auch für ein Mehrfamilienhaus mit mehreren Mietparteien lässt sich eine Mietausfallversicherung abschließen. Die Mietausfallversicherung kann sogar Bestandteil der Gebäudeversicherung sein. Es ist aber auch ein separater Vertrag möglich, um sich vor dem Mietausfall und Mietnomaden finanziell abzusichern.

Ist die Mietausfallversicherung umlagefähig?

Ein separater Vertrag für die Mietausfallabsicherung ist nicht umlagefähig. Falls Vermieter jedoch eine Gebäudeversicherung mit enthaltenem Mietausfallschutz infolge eines Gebäudeschadens abgeschlossen haben, sind die Kosten für die Mietausfallversicherung umlagefähig. Das ist aber nur dann der Fall, wenn die Kosten für die Gebäudeversicherung auf den Mieter laut Mietvertrag umgelegt werden.

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