Grunderwerbsteuer: Wo bauen noch günstig ist

Welche Lage kann ich mir leisten?

Deutschland ist von der Fünf-Prozent-Zone auf dem Weg zur Sechs-Prozent-Zone. Im Saarland, in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen gilt bereits ein Steuersatz von 6,5 Prozent, auch in Baden-Württemberg wird über eine Erhöhung von 5 auf 6,5 Prozent diskutiert. Wo Sie noch günstig bauen können, erfahren Sie hier.

Höhere Grunderwerbsteuern

Das Saarland, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg erhöhten die Grunderwerbsteuer im Januar 2015 erneut um 1 Prozent und bilden seitdem zusammen mit Schleswig-Holstein den Spitzenreiter unter den Steuersätzen mit 6,5 Prozent. Nur noch Bayern und Sachsen liegen beim früher bundesweit gültigen Satz von 3,5 Prozent. Wichtig zu wissen: Wer Grundstück und Haus zusammen kauft – auch wenn Letzteres vom Bauträger erst noch gebaut werden muss – zahlt Steuern auf die gesamte Kaufsumme. Wird zunächst nur das unbebaute Grundstück gekauft, bleibt das anschließend errichtete Haus steuerfrei. Außerdem lassen sich Steuern sparen, wenn etwa Einbauküchen oder Möbel im Kaufvertrag gesondert als Inventar ausgewiesen werden, das nicht besteuert wird.

Grunderwerbsteuern – Stand September 2016

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Beispielrechnung: Grunderwerbsteuer 2016

Familie Schmidt möchte ein Haus für 200.000 Euro kaufen. Je nach Bundesland würden sie zum Teil sehr unterschiedliche Grunderwerbsteuern zahlen. In der folgenden Tabelle können Sie sich über die Grunderwerbsteuern im Bundeslandvergleich informieren.

 

2016

Bundesland

Steuersatz

Betrag

Baden-Württemberg

5 %

10.000 €

Bayern

3,5 %

7.000 €

Berlin

6 %

12.000 €

Bremen

5 %

10.000 €

Brandenburg

6,5 %

13.000 €

Hamburg

4,5 %

9.000 €

Hessen

6 %

12.000 €

Mecklenburg-Vorpommern

5 %

10.000 €

Niedersachsen

5 %

10.000 €

Nordrhein-Westfalen

5 %

10.000 €

Rheinland-Pfalz

5 %

10.000 €

Saarland

6,5 %

13.000 €

Sachsen

3,5 %

7.000 €

Sachsen-Anhalt

5 %

10.000 €

Schleswig-Holstein

6,5 %

13.000 €

Thüringen

5 %

10.000 €

Immobilien in günstiger Lage finden

Bus oder Bahn vor der Tür, Schule und Einkaufszentrum um die Ecke, dazu ruhig und mit Blick ins Grüne: Manche Wünsche an die Lage von Immobilien sind nicht miteinander vereinbar – oder nicht bezahlbar. Anhaltspunkte dafür, in welcher Lage Sie sich Immobilien tatsächlich leisten können, geben die Bodenrichtwerte. Sie geben den Preis je Quadratmeter Grundstück an.

Tipp: Wer grenznah wohnt, muss die Immobiliensuche nicht auf sein Bundesland beschränken. Auf der anderen Seite von Rhein oder Donau lässt es sich bestimmt auch gut leben – und Grunderwerbsteuer sparen.

Keine Grunderwerbsteuer bei Schenkungen und Erbschaften

Gut zu wissen gerade in Zeiten hoher Steuersätze: Nicht bei jedem Eigentümerwechsel einer Immobilie fällt Grunderwerbsteuer an. So sind Übertragungen im Rahmen von Schenkungen und Erbschaften ebenso von der Grunderwerbsteuer befreit wie der Verkauf an Verwandte ersten Grades. Das bedeutet in der Praxis: Wer eine Immobilie von seinen Eltern, Großeltern, Kindern oder Eltern käuflich erwirbt, zahlt keine Grunderwerbsteuer. Steuerpflichtig sind hingegen Immobiliengeschäfte unter Geschwistern.

Wer selbst baut, zahlt weniger Grunderwerbsteuer

Deutlich geringer als für Käufer einer fertigen Immobilie ist die Steuerbelastung für diejenigen, die ein Grundstück erwerben und danach ein Haus darauf errichten. Beispiel: Wer ein Grundstück für 100.000 Euro kauft und später für 200.000 Euro darauf ein Fertighaus errichten lässt, muss nur auf den Grundstückskaufpreis Grunderwerbsteuer zahlen. Werden Haus und Grundstück hingegen als Einheit von einem Bauträger erworben, ist auf den gesamten Kaufpreis Grunderwerbsteuer zu entrichten.

Doch Vorsicht: Bietet ein Bauträger das Grundstück und das zu errichtende Haus mit getrennten Verträgen an, nur um dem Käufer Grunderwerbsteuer einzusparen, kann dies zur Nichtigkeit beider Verträge führen. Nur wenn Grundstückskauf und Bauvertrag wirklich unabhängig von einander abgeschlossen werden, indem etwa das Grundstück von der Gemeinde erworben und mit dem Bau ein Fertighaushersteller beauftragt wird, kann die Grunderwerbsteuer legal eingespart werden.

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