2019 wird ein gutes Jahr für Bauherren


Das kann sich hören lassen! Unser Zinskommentar als Podcast


Das Wichtigste in Kürze:

  • Die EZB will Ende 2018 ihr Anleihenaufkaufprogramm beenden.
  • Die Leitzinsen werden vermutlich nicht vor Herbst 2019 erhöht.
  • Die Erwartungen der Immobilienbranche für das Jahr 2019 sind überwiegend sehr positiv.

Das Jahr 2018 geht mit einem Donnerknall zu Ende. Handelsstreit zwischen den USA und China, Krisen in Frankreich und Italien, das Gerangel um den Brexit und dann landete die Europäische Zentralbank (EZB) auch noch vor dem Europäischen Gerichtshof. Das und die steigende Inflation könnte dazu führen, dass die von der EZB für 2019 geplanten Verschärfungen in der Geldpolitik vielleicht doch nicht so einfach umgesetzt werden könnten, wie vorgesehen.


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Was die EZB für 2019 plant


Die letzte EZB-Zinssitzung des Jahres fand am 13. Dezember statt. Und da zeigte sich, dass EZB-Chef Mario Draghi seine Pläne eisern umsetzen wird – sofern die geldpolitische Großwetterlage es zulässt. Den ersten Schritt zur Normalität wird das Ende des Anleihenaufkaufprogramms markieren. Ende 2018 läuft das Programm endgültig aus – das wurde nun auch formal bestätigt – und die EZB wird keine weiteren Milliarden in den Markt pumpen, so wie es seit 2015 geschehen ist. Allerdings wird sie auslaufende Anleihen ersetzen, sodass die Bilanzsumme konstant bleibt.


Zinsentwicklung


Leitzinserhöhung nicht vor Herbst 2019


Der Leitzins wird zunächst bei null Prozent bleiben. Geplant ist allerdings ein erster Zinsschritt nach dem Sommer 2019. Das wäre dann nach Draghis Amtszeit. Damit würde er dann als der EZB-Präsident in die Geschichte eingehen, der während seiner Zeit im Chefsessel keine Zinsanhebung durchgeführt hat. Experten glauben aber, dass es durchaus möglich sein könnte, dass erstmal nur die Strafzinsen für Kreditinstitute von derzeit minus 0,40 Prozent auf 0,00 Prozent angehoben werden. Die Leitzinsen – und in Folge derer dann auch die Sparzinsen – steigen daher vielleicht erst 2020.

Für Sparer ist das eine schlechte Nachricht. Immobilienkäufer können sich hingegen freuen, denn damit stehen alle Zeichen auf weiterhin gleichbleibend niedrige Bauzinsen im Jahr 2019. Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG meint dazu: „Wenn auch die meisten Experten einen leichten Zinsanstieg auf Jahressicht sehen, so werden die Rahmenbedingungen für den Immobilienerwerb in Deutschland auch im Jahr 2019 vorteilhaft bleiben.“    

Immobilienbranche: Die Stimmung ist bestens


So sieht es auch die Immobilienbranche: 82 Prozent der Unternehmen schätzen Ende Dezember ihre Lage als gut ein. Das zeigt die Auswertung des gemeinsam von ImmobilienScout24 und dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) herausgegebenen Immobilienindexes. Warnungen vor einer gedämpften Konjunktur und der möglichen geldpolitischen Wendung im Jahr 2019 scheint den Immobilienunternehmen nichts anhaben zu können: Für 2019 erwartet rund ein Fünftel sogar eine Verbesserung, 73 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Entwicklung.

Das EZB-Anleihenaufkaufprogramm vor Gericht

Was macht eine Notenbank, wenn ihr schärfstes Schwert, die Absenkung des Leitzinses, stumpf geworden ist? Sie kauft Staatsanleihen und greift damit stark in das Finanzgefüge der beteiligten Länder ein. Staatsanleihen sind ein wichtiges Instrument für den ausgebenden Staat, sich frisches Geld zu verschaffen. Je „unzuverlässiger“ der Staat, desto höher das Risiko für den Gläubiger der Anleihen und desto höher der Risikoaufschlag auf den Zins. Wenn eine unabhängige Institution wie die EZB Staatsanleihen kauft, setzt sie sich dem Verdacht aus, auf diese Weise Staaten zu finanzieren und damit ihre Kompetenzen erheblich zu überschreiten. Die EZB wurde mit ihrem Anleihenaufkaufprogramm seit 2015 zum größten Gläubiger europäischer Staaten. Kritisch wurde dieses Vorgehen von einigen gesehen, Deutschland hat dagegen geklagt. Zunächst gingen diverse Klägergruppen vor das Bundesverfassungsgericht. Die Richter gingen davon aus, dass die EZB sich nicht an die EU-Verträge halte. Deshalb legten sie den Fall dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vor. Am 11. Dezember sprach der EuGH nun sein Urteil, das einen Sieg für die EZB darstellt. Die Richter des EuGH stellten fest, dass die EZB nicht gegen EU-Recht verstoße und der Anleihenankauf rechtmäßig sei.


ImmobilienScout24-Zinsbarometer: Jahresstart mit niedrigeren Zinsen


Alle Zinsen, die das ImmobilienScout24-Zinsbarometer* abbildet, zeigen im Vergleich mit dem letzten Zinskommentar einen klaren Trend zu günstigeren Zinsen (siehe Diagramm, Stand 30.12.2018).

Die Kredite mit fünfjähriger Laufzeit sind um 0,10 Prozentpunkte auf 0,95 Prozent gesunken. Die Kredite mit zehnjähriger Zinsbindung verbilligten sich nur ganz leicht und liegen nun bei 1,29 Prozent. Die 15-jährigen Kredite machten eine Seitwärtsbewegung und verbilligten sich auf 1,64 Prozent. Die Zinsen mit 20-jähriger Zinsbindung verzeichneten die deutlichste Änderung: Sie verbilligten auf 1,81 Prozent – und liegen jetzt 0,11 Prozentpunkte unter dem Wert im letzten Zinskommentar.

Bilanz 2018: moderater Anstieg bei den Bauzinsen


Wie immer, blicken wir am Anfang des Jahres auch nochmal zurück und vergleichen den Zinsstand des ImmobilienScout24-Zinsbarometers zu den Jahren davor. Im Jahr 2018 hat sich deutlich mehr getan als 2017: Alle Kredite stiegen geringfügig, wobei die beliebten 10-Jahres-Darlehen die größte Veränderung zeigten:

Zinsbindung

11. Dezember 2017

08. Dezember 2018

Veränderung

5 Jahre

0,95 %

1,00 %

+ 0,05 %

10 Jahre

1,16 %

1,30 %

+ 0,14 %

15 Jahre

1,57 %

1,65 %

+ 0,08 %

20 Jahre

1,76 %

1,84 %

+ 0,08 %


Im Jahr 2017 erreichten die Zinsen jeweils in den Sommermonaten ihren Höchststand. Das war 2018 anders: Fünfjährige Darlehen waren im Juni besonders teuer (1,09 Prozent), bei den 10-jährigen (1,36 Prozent) und 20-jährigen Darlehen (1,95 Prozent) markierte der Oktober den jeweils höchsten Stand. Die Darlehen mit 15-jähriger Laufzeit erreichten schon früh im Jahr ihr Maximum – und zwar im Februar mit 1,75 Prozent.  



*Hinweis: Bei den Zinsen handelt es sich um Durchschnittswerte der bei ImmobilienScout24 gelisteten Baufinanzierer zum angegebenen Stichtag. Für die Kalkulation wurden folgende Modelldaten verwendet: Angestellter, Darlehenssumme: 200.000 Euro, Beleihungsauslauf: 80 Prozent, Tilgungsrate: 3 Prozent.  


Hinweis: Blau = Verlinkte Fachbegriffe im Miniglossar am Ende des Artikels

Miniglossar - wichtige Fachbegriffe in diesem Artikel


Anleihenaufkaufprogramm: Seit März 2015 kauft die EZB in großem Umfang europäische Staats- und Unternehmensanleihen. Sie will Banken dazu veranlassen, Darlehen an Unternehmen und Privathaushalte auszugeben, um die Konjunktur anzukurbeln.

Geldpolitik Darunter versteht man alle Maßnahmen eines Staates, die Geldversorgung und Kreditangebote der Banken zu regulieren, um wirtschaftspolitische Zwecke zu erfüllen. Dahinter steht das Ziel, den Wert des Geldes einer Volkswirtschaft stabil zu halten.

Kerninflation: Ein volkswirtschaftliches Konzept, das bestimmte Güter aus der Berechnung der Inflationsrate ausklammert. Dabei handelt es sich meist um die Preisschwankungen für Lebensmittel und Produkte aus dem Energiesektor, die saisonal schwanken, aber deren Preisänderungen nicht auf die Volkswirtschaft selbst zurückzuführen sind.

Fed: ist die Abkürzung für Federal Reserve. Damit ist die Zentral- oder Notenbank der USA gemeint.

Leitzinsen Diese von der Zentralbank eines Landes festgelegten Zinsen geben an, zu welchen Konditionen sich Kreditinstitute bei der Noten- bzw. Zentralbank Geld leihen können. Sie sind ein wichtiges Steuerungsmittel der Geldpolitik.

Seitwärtsbewegung: Von Seitwärtsbewegungen spricht man, wenn sich der Kurs oder die Zinsen weder nach oben noch nach unten bewegen, sondern sich gleichmäßig entwickeln.

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