Änderungen für Immobilienkäufer ab 2018

Neues Bauvertragsrecht und Änderungen bei Fördermitteln

Jahr für Jahr ändern sich Gesetze. Auch 2018 bringt einige Neuerungen für Bauherren und Immobilienkäufer mit sich.


Ab 2018 sollten sich Bauherren mit dem neuen Bauvertragsrecht befassen. Dazu gibt es höhere Riesterzulagen, neue Regelungen bei Fördermitteln und einige noch offene Gesetzesvorhaben.


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Höhere Zulagen bei Wohn-Riester

Wer bei der Verwirklichung des Eigenheim-Traums auf staatliche Riester-Förderung setzt, kann sich ab Januar 2018 über höhere Zulagen freuen. Dann wird die Grundzulage von 154 Euro auf 175 Euro erhöht. Damit kann ein Ehepaar, das gemeinsam die Tilgung der Baufinanzierung über ein Riester-Darlehen fördern lässt, Jahr für Jahr um 42 Euro höhere Zulagen bekommen.

Unverändert bleiben die Kinderzulage sowie die Möglichkeit, zusätzliche Steuervorteile im Rahmen des Sonderausgabenabzugs geltend zu machen.

Neues Bauvertragsrecht


Für Bauverträge, die ab dem 1. Januar 2018 abgeschlossen werden, gelten neue rechtliche Rahmenbedingungen. Innerhalb des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) gibt es einen neuen Abschnitt zum Bauvertragsrecht, der die rechtliche Position der privaten Bauherren gegenüber Bauunternehmen stärkt.

Die wichtigsten Neuregelungen ab 2018 im Überblick


  • 14 Tage Widerrufsfrist: Private Bauherren können den Bauvertrag innerhalb einer Frist von 14 Tagen nach Abschluss widerrufen. Über dieses Recht muss der Bauunternehmer seinen Kunden aufklären.
  • Baubeschreibung: Vor der Vertragsunterzeichnung muss der Bauunternehmer seinem Kunden eine detaillierte Baubeschreibung aushändigen.
  • Abschlag bis zur Abnahme: Bauunternehmen dürfen bis zur Abnahme höchstens 90 Prozent des vereinbarten Gesamtpreises als Abschlagszahlung verlangen. Mindestens zehn Prozent dürfen erst nach der Abnahme in Rechnung gestellt werden.
  • Fertigstellungstermin: Die Baufirma muss künftig im Vertrag einen konkreten Fertigstellungstermin nennen. Falls der Termin etwa aufgrund noch nicht erteilter Genehmigungen nicht endgültig genannt werden kann, muss die Dauer der Bauzeit aufgeführt werden. Das erleichtert dem Bauherrn das Durchsetzen von Schadenersatzforderungen bei gravierenden Terminüberschreitungen.

Neuerungen bei KfW- und BAFA-Fördermitteln


Im Jahr 2017 waren die KfW-Fördermittel für den barrierearmen Umbau von Wohnungen bereits im August aufgebraucht. Nun soll 2018 die Förderung wiederaufgenommen werden – unter dem Vorbehalt, dass im Bundeshaushalt entsprechende Geldmittel eingeplant werden.

Auch bei den Fördergeldern, die das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bereitstellt, gibt es zum Jahreswechsel eine wichtige Änderung. Ab 2018 darf der Auftrag an die ausführenden Handwerksbetriebe erst erteilt werden, wenn der Antrag auf Förderung beim BAFA eingegangen ist. Ansonsten kann der Förderantrag abgelehnt werden. Die BAFA-Förderung betrifft in erster Linie die Installation von thermischen Solaranlagen und Wärmepumpen in bereits bestehenden Gebäuden.


Kommt das neue Gebäudeenergiegesetz?


Eigentlich hätte das Gebäudeenergiegesetz (GEG) noch vor der parlamentarischen Sommerpause im Jahr 2017 verabschiedet werden müssen, um Anfang April 2018 in Kraft treten zu können. Doch weil sich die Koalition nicht einigen konnte, wurde das Gesetzesvorhaben verschoben. Damit ist unklar, ob das neue GEG noch im Laufe des Jahres 2018 umgesetzt wird.

Inhalte der umstrittenen Gesetzesnovelle sind hauptsächlich neue Rahmenbedingungen zu Niedrigstenergiegebäuden, die besonders sparsam mit fossilen Energieträgern umgehen.

Grundsteuer auf verfassungsrechtlichem Prüfstand


Derzeit dient als Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer der sogenannte Einheitswert, der auf Bewertungen aus dem Jahr 1964 – in Ostdeutschland sogar aus dem Jahr 1935 – beruht. Damit werden bei der Ermittlung der Grundsteuer die Marktveränderungen der letzten fünf Jahrzehnte praktisch ausgeblendet.

Am 18. Januar 2018 will das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob der Einheitswert gegen den Verfassungsgrundsatz der Gleichbehandlung verstößt. Wenn das der Fall ist, muss der Gesetzgeber das Verfahren bei der Erhebung der Grundsteuer ändern.


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