EZB Zinssatz

Die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt am Main ist verantwortliche für eine gemeinsame europäische Geld- und Währungspolitik. Das heißt, dass sie enormen Einfluss nimmt auf das für viele Bankgeschäfte relevante Zinsniveau. In direktem Maße greift sie mit dem sogenannten Hauptrefinanzierungssatz in das Geschäft mit den angeschlossenen Geschäftsbanken ein. Dieser EZB Zinssatz wird auch als Notenbankzins bezeichnet, denn hiermit können sich Banken am Zentralbankmarkt refinanzieren.

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Je niedriger dieser EZB Zinssatz ausfällt, desto wahrscheinlicher sind entsprechend niedrige Marktzinsen. Als Zentralbank beeinflusst sie aufgrund der schier unermesslichen Liquidität den Geld- und Kapitalmarkt, der sogenannte Leitzins wird im Allgemeinen als erster Indikator für zukünftige Entwicklungen gesehen.

Mit der Bundesbank ist die ehemalige Zentralbank der Bundesrepublik nunmehr Teil des Europäischen Zentralbankensystems. Obwohl der besagte EZB Zinssatz als Hauptrefinanzierungssatz also nur zwischen den Banken untereinander gilt, ist er bedeutsam für das klassische Geschäft mit Immobilienfinanzierungen.

So arbeitet die Europäische Zentralbank

Das Geld, welcher zum jeweiligen EZB Zinssatz geliehen werden kann, wird nicht ohne bestimmte Voraussetzungen transferiert. Als Sicherheiten müssen die Geschäftsbanken sogenannte „notenbankfähige Wertpapiere“ hinterlegen. Die wichtigsten sind klassische Schuldverschreibungen, wie etwa Bundesobligationen, Pfandbriefe mit hoher Laufzeit und Bonität oder eben Staatsanleihen. Die jeweilige nationale Zentralbank prüft diese zuvor und erkennt diesen den Sicherheitswert zu oder eben nicht. Geld, das sich die Banken zum EZB Zinssatz leihen, ist nicht langfristig verfügbar. Die Laufzeit beträgt lediglich eine Woche, praktisch wird das Geschäft damit regelmäßig erneuert und bestätigt. Anders sieht es bei den Krediten nach EURIBOR aus, die für Termingelder gelten und Laufzeiten bis zu zwölf Monate aufweisen. Konditionen und eventuell auch Sicherheiten ändern sich dadurch, selbst scheinbar kleine Steigerungen beeinflussen die Bauzinsen. Weshalb kann der EZB Zinssatz, der nur kurzfristige Refinanzierungen betrifft, sich auf Immobilienzinsen auswirken? Das liegt daran, dass bankintern ständig ein Ausgleich der verschiedenen Fälligkeiten (Zinslaufzeiten) stattfindet. Zusammengefasst bedeutet dies: Können sich Banken günstig bei der EZB refinanzieren, so wirkt sich das auf niedrige Zinsen bei der Immobilienfinanzierung aus. Das niedrige Zinsniveau bei der EZB kann demnach an Kunden weitergegeben werden.

Zum Hintergrund der Leitzinsen

Der EZB Zinssatz wird unter anderem deshalb als Leitzins betrachtet, weil er mit den Geschäftsbanken ein immenses Volumen wiederspiegelt. Veränderungen am Geld- und Finanzmarkt lassen sich so in kleinen Zeitabständen feststellen und einordnen. Da die Europäische Zentralbank unter anderem die Aufgabe hat, die Inflation auf einem gewünschten Niveau zu halten, verändert sie den Leitzins entsprechend. Bei einer prosperierenden Wirtschaft und einem guten Konjunkturklima wird der Leitzins angehoben, Refinanzierungen werden teuer. Die Liquidität auf dem Markt sinkt, Geld hat gewissermaßen einen höheren Wert. Ein Blick auf die Wechselkurse des Euro zu wichtigen internationalen Währungen, wie US-Dollar oder Pfund Sterling, verdeutlicht das. 


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