Baugeldzinsen

Ist eine Immobilienfinanzierung für ein Eigenheim erforderlich, greifen die meisten angehenden Eigentümer oder Bauherren auf einen Immobilienkredit in Form eines Annuitätendarlehens zurück.

Baufinanzierungsrechner

Vielfach wird diese Form der Finanzierung auch als Baugeld bezeichnet. Die hierfür anfallenden Zinsen, analog als Baugeldzinsen bezeichnet, definieren sich dabei je nach Kreditinstitut und Finanzmarktlage individuell und sind Gebühren der bereitgestellten Kreditsumme. Die Baugeld-Zinsen werden in Prozent für ein Jahr angegeben und beinhalten neben den Zinsen auf das Baugeld auch die Bearbeitungsgebühren des Kreditinstituts. 

Wovon ist die Entwicklung der Baugeldzinsen abhängig?

Baugeldzinsen sind in ein komplexes Wirken wirtschaftlicher und finanzmarktabhängiger Faktoren eingebunden. Als einflussnehmende Größen können neben stabilen Staatsanleihen und Pfandbriefen auch die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank angesehen werden. Diese wirken indirekt auf den Bauzins der Kreditinstitute, da der Leitzins die Zinskonditionen angibt, zu denen Banken ihr Geld bei der EZB leihen.

Euribor und Libor wiederum sind interne Leitzinsen für den Interbankhandel und weitere indirekte Einflussfaktoren auf den letztendlichen Zinssatz für Verbraucher. Die Höhe der tatsächlich zu zahlenden Baugeldzinsen hängt dabei auch von der Laufzeit des Darlehens und der gewünschten Zinsbindung ab. Dank der Zinsbindung können sich Immobilieninteressierte die aktuell günstigen Baugeldzinsen langfristig sichern. Nach Ablauf der Zinsbindungsfrist ist für die Restschuld zumeist eine Anschlussfinanzierung erforderlich, die zu den dann geltenden Zinsen aufgenommen werden muss.


Tipp: Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, sich günstige Zinskonditionen auch für die Anschlussfinanzierung der Restschuld zu sichern, beispielsweise mithilfe eines Forward-Darlehens.

Wie haben sich die Baugeldzinsen in den letzten Jahren entwickelt?

Die Baugeldzinsen haben in den letzten Jahren eine deutlich sinkende Tendenz bis hin zu historischen Tiefständen verzeichnet. Gründe hierfür liegen unter anderem in Finanzkrisen, die zum Senken des Leitzinses durch die EZB geführt haben. Dies hat wiederum indirekte Rückkopplungen auf die von den Kreditinstituten ausgegebenen Baugeldzinsen für angehende Bauherren.

Prognosen für die weitere Zinsentwicklung bezogen auf Baugeld sind immer mit Vorsicht zu genießen, da vor allem bei der Immobilienfinanzierung lange Zeiträume betrachtet werden müssen. Generell lassen sich aber günstige Baugeld-Zinsen mit einer langen Sollzinsbindung für die Baufinanzierung sichern. Mit sogenannten Forward-Darlehen können diese Zinsen sogar für eine Anschlussfinanzierung der Restschuld gesichert werden. 

Welche individuellen Faktoren beeinflussen die Höhe der Baugeld-Zinsen?

Bauzinsen berechnen sich nicht nur nach den Leitzinsen und den offensiv beworbenen Bankangeboten, sondern unterliegen einer individuellen Vertragsverhandlung mit dem Kreditnehmer. So sind die Baugeld-Zinsen bei einer kurzen Sollzinsbindung meist niedriger und bei längerer Sollzinsbindung dementsprechend höher. Dies liegt darin begründet, dass Banken im Falle von steigenden Zinsen bei einer langen Zinsbindung ein Teil der möglichen Zinseinnahmen entgeht. Dieses Risiko lassen sich Banken durch einen entsprechenden Aufschlag auf die Baugeldzinsen entgelten.

Darüber hinaus spielt auch die Bonität der angehenden Bauherren eine entscheidende Rolle für den letztendlichen Zinssatz. Da die Konditionen zur Baugeldvergabe im Einzelfall stark variieren können, ist ein Vergleich unterschiedlicher Kreditinstitute angebracht und sinnvoll. Höhere Baugeldzinsen können zudem bei erweiterten Zahlungsmodalitäten wie Sondertilgungsrechten erhoben werden, die dem Kreditnehmer erlauben außerordentliche Tilgungen zusätzlich zur vereinbarten monatlichen Rate zu tätigen. Ein umfangreicher Bankenvergleich lohnt sich also auch in dieser Hinsicht.

Wie hoch sind Baugeldzinsen aktuell?

Eine pauschale Antwort gibt es zwar nicht. Jedoch ist aufgrund des historischen Tiefs des Leitzinses der Europäischen Zentralbank die Zinsentwicklung von Baugeld für Kreditnehmer äußerst attraktiv. Mit einer zwanzigjährigen Zinsbindung, einer anfänglichen Tilgung von 2,00 Prozent und einem Nettodarlehensbetrag von 300.000 Euro können Sie aktuelle Baugeldzinsen ab 1,85 Prozent erhalten.

Doch so niedrig die Baugeldzinsen aktuell auch sind: Die Zinsentwicklung kann Immobilienfinanzierungen in der Zukunft teurer machen, wenn bei der Anschlussfinanzierung das allgemeine Zinsniveau gestiegen ist. Mit einem Forward-Darlehen haben sie jedoch die Möglichkeit, bis zu 60 Monate vor Ablauf der Zinsbindung eine Anschlussfinanzierung mit aktuellen Zinsen abzuschließen.

Baugeld: Zinsen im Vergleich

Sie haben zwar auf die Zinsentwicklung für Ihre Immobilienfinanzierung keinen großen Einfluss, jedoch können Sie einen Zinsvergleich für Baugeld vornehmen – und das lohnt sich garantiert! Je länger die Zinsbindung ist, desto entscheidender sind Unterschiede zwischen den Baugeld-Zinsen.

Die folgende Beispielsrechnung zeigt, wie Sie bei einem Unterschied von gerade einmal 0,10 Prozent mehrere tausend Euro einsparen können:

 

Baugeld-Zinsen 2,50 %

Baugeld-Zinsen 2,60 %

Betrag des Baugeldes

300.000 €

300.000 €

Zinsbindung

20 Jahre

20 Jahre

Anfängliche Tilgung

2,00 %

2,00 %

Monatliche Rate

1.125,00 €

1.150,00 €

Restschuldsumme

144.512,65 €

142.827,29 €

Getilgte Summe

155.487,35 €

157.172,71 €

Zinszahlungen gesamt

114.512,65 €

118.827,29 €

     

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