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Anschlussfinanzierung bei Arbeitslosigkeit: Das ist möglich

 

Wer während der Finanzierungsphase für das eigene Haus oder die Eigentumswohnung arbeitslos wird, hat nicht nur das Problem, den laufenden Kredit weiterabzahlen zu müssen. Viel schwieriger gestaltet sich die Beantragung einer Anschlussfinanzierung, die nach Ablauf der Zinsbindung ansteht. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, welche Möglichkeiten Sie haben, um trotz Arbeitslosigkeit und entsprechend geringem Einkommen ein Anschlussdarlehen zu erhalten.

 

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Kann ich eine Anschlussfinanzierung bekommen, wenn ich arbeitslos bin?

 

Arbeitslosigkeit bedeutet nicht, dass man kein Anschlussdarlehen bekommen kann.

Generell ist Arbeitslosigkeit an sich kein Ausschlusskriterium für ein Anschlussdarlehen. Da mit dem Verlust des Jobs jedoch ein verringertes Einkommen und eine gewissen Einkommensunsicherheit einhergehen, werden sich die Banken genau überlegen, ob, zu welchen Konditionen und in welcher Höhe ein Kredit an Sie vergeben wird.

Grundsätzlich besteht kein Recht auf ein Anschlussdarlehen: Die Bank kann Ihnen den Kredit also durchaus verweigern und nach Ablauf der Zinsbindung auf die sofortige Rückzahlung der Restschuld bestehen. Um dieses Szenario zu vermeiden, haben Sie einige Möglichkeiten, die die Chance auf eine Anschlussfinanzierung trotz Arbeitslosigkeit erhöhen.

 

 

Wie kann ich meine Chancen auf ein Anschlussdarlehen ohne Job steigern?

 

Auch wenn die Ausgangslage zunächst schlecht erscheint: Es gibt verschiedene Wege, um die Genehmigung Ihrer Anschlussfinanzierung trotz Arbeitslosigkeit wahrscheinlicher zu machen. Die Kooperation der Bank ist auf alle Fälle entscheidend, denn sie hat in dieser Situation die besseren Karten. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie gleich das erstbeste Angebot annehmen müssen.
 

  • Eine Anschlussfinanzierung bei der gleichen Bank (Prolongation) bringt Ihnen vielleicht nicht unbedingt die besten Konditionen, die der Markt gerade bietet. Allerdings möchten die Kreditinstitute ihre Kunden möglichst behalten und geben daher gerade langjährigen Kreditnehmern oftmals einen gewissen Verhandlungsspielraum. Wenn Sie bei Ihrer bisherigen Finanzierung alle Raten und Kosten stets pünktlich gezahlt haben und zudem ein gutes Verhältnis zu Ihrem Bankberater haben, ist es wahrscheinlicher eine Anschlussfinanzierung genehmigt zu bekommen.
     

  • Eine Umschuldung und damit die Kreditaufnahme bei einer neuen Bank kann zwar oftmals zu niedrigeren Zinsen erfolgen – ob Sie diese angesichts Ihrer beruflichen Situation jedoch bekommen, ist zweifelhaft. Der Vergleich und Gespräche mit anderen Banken lohnen sich aber auf jeden Fall. Vielleicht haben Sie Glück und finden ein besseres Angebot als das Ihres aktuellen Kreditinstituts.
     

  • Um die Chancen auf die Genehmigung der Anschlussfinanzierung trotz Arbeitslosigkeit weiter zu steigern, können Sie kleinere Raten, die Ihrem neuen Einkommen entgegenkommen, vereinbaren. Dadurch verlängert sich zwar die Laufzeit und Sie zahlen insgesamt mehr Zinsen, aber die Bank wird eher bereit sein, Ihnen den Kredit überhaupt zu gewähren.
     

  • Im Idealfall können Sie einen zweiten Kreditnehmer mit in den Vertrag aufnehmen. Die Konditionen sind dann zwar immer noch nicht so gut, wie es bei zwei Vollverdienern wäre. Sie sind aber definitiv um einiges besser als wenn Sie als Arbeitsloser allein versuchen, einen Kredit zu bekommen. Für Alleinverdiener kommt diese Option eher nicht infrage, da in den seltensten Fällen jemand, der nicht in der Immobilie wohnt, für deren Finanzierung aufkommen möchte.
     

  • Vielleicht lässt sich die Bank auf das Einsetzen eines Bürgen ein, der im Falle Ihrer Zahlungsunfähigkeit für die Tilgung der Anschlussfinanzierung aufkommt. Im Gegensatz zu einem zweiten Kreditnehmer, der jederzeit für die Zahlung herangezogen werden kann, muss ein Bürge erst dann einspringen, wenn Sie die Raten tatsächlich nicht mehr aufbringen können.


Generell müssen Sie damit rechnen, dass Sie bei Arbeitslosigkeit keine Anschlussfinanzierung zu besonders attraktiven Konditionen bekommen werden. Die Banken sichern sich durch besonders hohe Zinssätze für das finanzielle Risiko, das Sie mit Ihnen als arbeitslosen Darlehensnehmer eingehen, ab. Doch in den meisten Fällen ist eine Anschlussfinanzierung zu weniger guten Konditionen immer noch besser als die Zwangsversteigerung des Hauses, die im schlimmsten Fall durchgeführt wird, um Ihre Restschuld zu begleichen.

 

 

Was passiert mit meinem Forward-Darlehen bei Arbeitslosigkeit?

 

Ein Forward-Darlehen wird für gewöhnlich bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung abgeschlossen, um sich gute Kreditkonditionen für die Zukunft zu sichern. Wer in dieser Zeit gerade arbeitslos ist, wird kaum einen Gedanken an die Anschlussfinanzierung verschwenden. Das würde auch wenig Sinn ergeben: Schließlich können Sie in der Regel davon ausgehen, bald wieder einen neuen Job zu haben, der Ihnen dann eine bessere Ausgangposition zur Verhandlung eines guten Darlehens verschafft.

Wie sieht es aber aus, wenn die Zinsbindung ausläuft und die Auszahlung des Forward-Darlehens ansteht? 
 

  • Banken haben das Recht, die Bonität des Kreditnehmers einige Monate vor der Auszahlung erneut zu prüfen.

  • Fällt diese Prüfung negativ aus, kann das Forward-Darlehen zurückgezogen werden – im schlimmsten Fall müssen Sie dann sogar noch eine Entschädigung wegen Nicht-Inanspruchnahme an die Bank zahlen.

Um das zu vermeiden, sollten Sie sich so schnell wie möglich mit der Bank in Verbindung setzen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Auch bei einem Forward-Darlehen kann beispielsweise die Herabsetzung der monatlichen Rate dabei helfen, die Tilgung den aktuellen Lebensumständen anzupassen.

 

 

Tipps zur Absicherung der Finanzierung trotz Arbeitslosigkeit

 

Wer aufgrund der Arbeitslosigkeit bereits mit den Raten für den Erstkredit in Verzug geraten ist und vielleicht zusätzlich seinen Dispo ausgereizt hat, um über die Runden zu kommen, hat aufgrund der geringer eingeschätzten Bonität schlechte Chancen auf eine Anschlussfinanzierung. Deshalb sollten Sie bei der Immobilienfinanzierung bereits von Anfang an den schlimmsten Fall mit einplanen und entsprechend vorsorgen:

  • Vor der Aufnahme eines Immobilienkredits sollte ein finanzieller Puffer angelegt werden. Dieser sollte so groß sein, dass Sie im Ernstfall auch bei einem Verdienstausfall ein bis zwei Monate alle Ihre Lebensunterhalt- und Kreditkosten zahlen können. So vermeiden Sie eine negative Kredithistorie, haben Zeit, um eine Regelung mit der Bank zu finden und wahren sich die Chancen auf eine Anschlussfinanzierung zu akzeptablen Konditionen.

  • Wer als Alleinverdiener für den Kredit und eine Familie verantwortlich ist, sollte sich vor der Kreditaufnahme über die Möglichkeiten einer Versicherung für den Ernstfall informieren. Sowohl Arbeitslosenschutzversicherungen, die im Fall eines Jobverlusts für die Raten aufkommen, als auch eine Restschuldversicherung, die bei Zahlungsausfällen aufgrund von Arbeitslosigkeit, Tod oder Krankheit einspringt, helfen dabei, dass die laufende Finanzierung weitergetragen wird und somit eine Anschlussfinanzierung möglich ist.

 


 

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