Auf der Suche nach einer günstigen Baufinanzierung?

Der Staat fördert beim Wohnriester den Kauf von selbst genutztem Wohneigentum, um die Altersvorsorge zu erleichtern. Es handelt sich um ein attraktives, aber auch sehr komplexes Programm. In diesem Beitrag erfährst du, wie Wohnriester und Wohnriester-Bausparverträge funktionieren, wer das Darlehen erhalten kann, was du bei der Versteuerung von Wohnriester beachten musst und was in Fällen wie Scheidung, Umzug oder Tod mit der Förderung geschieht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Wohnriestern funktioniert ähnlich wie die Riester-Förderung für die Rente, indem du nach Erfüllung bestimmter Bedingungen attraktive staatliche Wohnriester Zulagen erhältst.
  • Besonders lohnt sich Wohnriester für geringverdienende Paare mit Kindern sowie für gutverdienende Singles und Paare, die Wohnriester Steuervorteile erhalten.
  • Lasse dich bei der Wohnriester-Förderung von einem Experten beraten und frage auch, welche zusätzlichen Programme zur Immobilienfinanzierung in Frage kommen – einen ersten Eindruck erhältst du in unserem Baufinanzierungsrechner!

Wie funktioniert Wohnriester?

Mit dem Eigenheimrentengesetz – kurz Wohnriester – wurde 2008 die Finanzierung des Eigenheims in die Riester-Förderung integriert. Wer eine selbst genutzte Immobilie kauft, erhält eine staatliche Förderung. Die Wohnriester-Zulagen fließen nicht in eine Rentenversicherung, sondern in die Tilgung der Immobilienfinanzierung. Dahinter steht die Idee, dass die eigene Immobilie eine Altersvorsorge ist, da sie mietfreies Wohnen sichert.

Ähnlich wie bei der herkömmlichen Riester-Rente erhältst du staatliche Zulagen von 175 Euro pro Jahr, wenn du jeweils vier Prozent deines sozialversicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres in einem zertifizierten Wohnriester-Bausparvertrag anlegst.

Zudem gibt es Wohnriester-Zulagen für Kinder, die im Jahr 2008 oder später geboren wurden, von 300 Euro pro Jahr pro Kind. Für ältere Kinder gibt es jeweils eine Zulage von 185 Euro jährlich. Eine Familie mit zwei Kindern kann also von einer maximalen Riester-Förderung von 950 Euro im Jahr profitieren.

Gefördert wird mit Wohnriester der Erwerb eines selbstgenutzten Eigenheims. Das heißt, dass du davon die folgenden Dinge bezahlen kannst:

  • Erwerb einer Eigentums- oder Genossenschaftswohnung
  • Hausbau oder -kauf
  • Barrierefreier, altersgerechter Umbau des Eigenheims
  • Entschuldung von Bauspar- oder Wohndarlehen

Wenn du Wohnriester für Immobilien einsetzt, die du nicht selbst nutzt, wird das Wohnförderkonto sofort besteuert. Jedoch gibt es die folgenden Ausnahmen, die es dir erlauben, auch ohne Selbstnutzung vom Wohnriester-Geld zu profitieren:

  • Wer sein Haus verkauft, hat vier Jahre Zeit, um ein neues Eigenheim zu erwerben, in das er selbst wieder einzieht.
  • Ein Betrag in Höhe des Wohnförderkonto kann innerhalb eines Jahres nach Verkauf der Immobilie für ein anderes Riesterprodukt eingesetzt werden.
  • Vorübergehende Unterbrechung der Selbstnutzung aufgrund eines beruflichen Umzugs.
  • Bei Tod oder Scheidung passiert nichts, wenn der Ehegatte Eigentümer wird und die Immobilie weiter selbst bewohnt.

Wer bietet ein Wohnriester-Darlehen an?

Wohnriester – aber auch das Geld aus bestehenden Riester-Verträgen – kannst du für den Bau oder die Tilgung einer selbst genutzten Immobilie verwenden. Grundsätzlich werden vom Staat nur zertifizierte Bausparverträge und Baufinanzierungsdarlehen gefördert. So muss der Kreditvertrag des Wohnriester-Darlehens eine Rückzahlung bis zum 68. Lebensjahr vorsehen. Neben Versicherungen und Banken bieten auch Wohnungsgenossenschaften und Bausparkassen geförderte Anlageprodukte an.

Was ist ein Wohnriester-Bausparvertrag?

Wohnriester kann für den Bau, Kauf oder die Entschuldung einer selbst genutzten Immobilie genutzt werden. Grundsätzlich werden nur vom Staat zertifizierte Bausparverträge und Baufinanzierungsdarlehen gefördert. Damit sich dein Kreditvertrag zertifiziert, muss er eine laufende Tilgung von mindestens ein Prozent haben und die Rückzahlung bis zum 68. Lebensjahr vorsehen.

Wer einen Wohnriester-Bausparvertrag abgeschlossen hat, muss einige Bedingungen erfüllen und kann dann entsprechend profitieren:

  • Es müssen mindestens 60 Euro pro Jahr als Eigenleistung eingezahlt werden.
  • Es sollten mindestens vier Prozent des Bruttomonatseinkommens eingezahlt werden, da sonst die staatlichen Wohnriester-Zulagen anteilig gekürzt werden.
  • Bis zu 2.100 Euro der Sparbeiträge und Zulagen können jährlich als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden.
Hinweis:

Wie beim klassischen Bausparvertrag musst du auch bei Wohnriester die Auszahlung beantragen, und zwar bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen. Eine vorzeitige Kündigung der Wohnriester-Förderung ist nur dann empfehlenswert, wenn du das Geld zur Finanzierung einer selbstgenutzten Immobilie nutzen möchtest.

Beispielrechnung für den Wohnriester-Bausparvertrag

In der folgenden Wohnriester Beispielrechnung siehst du, wie sich das Wohnriester-Geld auf die Sparleistung einer Familie auswirken kann. Wir nehmen an, dass die Familie zwei Kinder hat. Daraus ergeben sich die folgenden Zahlen für das Wohnriester Beispiel:

  • 825 Euro pro Jahr privat gespart
  • Sockelbetrag in Höhe von 60 Euro des nicht berufstätigen Ehepartners
  • 175 Euro Grundzulage für Berufstätigen
  • 175 Euro Grundzulage für den zweiten Ehepartner
  • 300 Euro pro Kind = 600 Euro

Daraus ergibt sich bei einer Eigenleistung von 885 Euro der beiden Erwachsenen eine staatliche Wohnriester-Förderung von insgesamt 950 Euro für die ganze Familie. Voraussetzung ist, dass der zweite Ehepartner ebenfalls einen Riester-Förderung-Bausparvertrag abschließt. Wie du siehst, kann Wohnriester die Eigenleistung beim Bausparen also um fast 1.000 Euro pro Jahr anheben.


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Wer erhält ein Wohnriester-Darlehen?

Um vom Wohnriester-Geld zu profitieren, musst du dich qualifizieren. Überprüfe daher zunächst, ob du die folgenden Bedingungen erfüllst und daher förderberechtigt für Wohnriester bist:

  • Angestellte und Arbeitnehmer, die in der Deutschen Rentenversicherung pflichtversichert sind
  • Beamte
  • Richter
  • Berufs-/ Zeitsoldaten

Besonders lohnt sich das Wohnriester-Programm für Geringverdiener mit Kindern, die dank der Kinderzuschläge besonders hohe Zulagen erhalten. Aber auch für gutverdienende Singles und Ehepaare kommt das Programm in Frage, da sie von Wohnriester Steuervorteilen profitieren.

Übrigens:

Wir vermitteln dir gern einen Experten für die Baufinanzierung, der dich zu Riester und anderen Programmen wie etwa KfW-Förderungen berät – folge dafür einfach diesem Link!


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Kann ich die Wohnriester-Förderung versteuern?

Ja, du kannst die Wohnriester-Förderung versteuern. Wenn du mindestens vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens, maximal jedoch 2.100 Euro pro Person, jährlich zur Tilgung des Wohnriester-Darlehens aufwendest, erhältst du die volle Förderung.

Deine Tilgungsleistung inklusive Wohnriester Zulagen von bis zu 2.100 Euro pro Jahr und pro Person kannst du als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Dies ist vor allem für Arbeitnehmer mit einem hohen Einkommen attraktiv, da sie sich so einen Steuervorteil verschaffen.

Du musst Wohnriester also in der Steuererklärung, und zwar in der Anlage AV bei ELSTER, angeben. Dazu kann dir ein Steuerberater hilfreiche Hinweise geben. Mehr zur Versteuerung des Immobilienkaufs erfährst du hier.

Was ist die nachgelagerte Besteuerung bei Wohnriester?

Einer der Gründe dafür, dass Wohnriester als kompliziert gilt, ist die nachgelagerte Besteuerung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Riester-Verträgen wird bei Wohnriester kein Vorsorgekapital aufgebaut, aus dem später eine zu versteuernde Rente gezahlt wird.

Statt in eine Rentenversicherung fließen die staatlichen Zulagen bei Wohnriester in die Tilgung des Immobiliendarlehens. Da eine zu versteuernde Rente nicht ausgezahlt wird, alle Riester-Produkte aber steuerlich gleichbehandelt werden müssen, richtet man bei Wohnriester ein fiktives Wohnförderkonto für die nachgelagerte Besteuerung ein. Darauf werden die Zulagen und die geförderten Tilgungsleistungen vermerkt und um jährlich zwei Prozent dynamisiert.

Zahlt man beispielsweise einschließlich der Wohnriester-Zulage jährlich 2.100 Euro für Tilgung, wird dieser Betrag auf dem Wohnförderkonto vermerkt. Das Wohnförderkonto enthält also kein reales Guthaben, sondern dient lediglich dazu, die spätere Wohnriester Besteuerung zu ermitteln.

Zum Rentenbeginn ist der Stand des Wohnförderkontos in gleichen Raten bis zum 85. Lebensjahr mit dem individuellen Steuersatz zu versteuern. Wer möchte, kann sich alternativ auch für die einmalige Wohnriester Besteuerung von dann nur 70 Prozent der auf dem Wohnförderkonto gebuchten Gesamtsumme entscheiden.

Wohnriester: Was tun bei Scheidung, Umzug oder Todesfall?

Scheidung, Umzug, finanzielle Veränderung: Das Leben bringt Überraschungen mit sich, mit denen nicht immer gerechnet wird. In einer solchen Situation ist es wichtig zu wissen, was bezüglich der Förderung durch Wohnriester zu tun ist. Wir stellen dir hier vier verschiedene Fälle vor, die zeigen, welche Wohnriester-Möglichkeiten du hast.

Fall 1: Eine unvorhersehbare finanzielle Veränderung

Arbeitslosigkeit oder unvorhergesehene Auslagen: Jeder kann in eine finanziell schwierige Lage kommen. Dies kann zur Folge haben, dass das Eigentum verkauft werden müssen. Somit geht die Förderung verloren, da ausschließlich selbstgenutztes Wohneigentum gefördert wird. Wenn ein Verkauf der Immobilie nicht vermeidbar ist und Betroffene ihre Immobilie ohne Verlust der Wohnriester-Förderung verkaufen wollen, müssen sie entweder in den nächsten vier Jahren eine neue selbstgenutzte Immobilie erwerben oder das Geld innerhalb eines Jahres in einen neuen Riester-Vertrag investieren.

Fall 2: Tod des Förderberechtigten

Ein Familienmitglied zu verlieren, bringt neben dem emotionalen häufig auch ein finanzielles Problem mit sich. Bezüglich der Förderung sind die Auswirkungen vom Zeitpunkt des Ablebens abhängig.

Während der Darlehensphase: Der Tod des Förderberechtigten gilt als förderschädlich, das heißt, die Wohnriester-Förderung geht verloren. Stirbt der Zulagenberechtigte während der Rückzahlungsphase des Wohnriester-Darlehens, müssen die Angehörigen die auf dem Wohnförderkonto bereits angesparte Summe versteuern. Die Maßnahme der Versteuerung entfällt jedoch, wenn der Ehegatte den Wohnriester-Vertrag innerhalb eines Jahres übernimmt.

Nach Rentenbeginn: Stirbt der Wohnriester-Förderberechtigte nach Rentenbeginn, aber vor Vollendung des 85. Lebensjahrs, wird der Auflösungsbetrag dem verstorbenen Wohnriester-Berechtigten zugerechnet und muss im Rahmen seiner letzten Einkommensteuererklärung versteuert werden. Im Todesfall kann auch der Ehegatte den Vertrag übernehmen, wenn er laut Erbberechtigung zum alleinigen Eigentümer der Immobilie wird.

Die Erben müssen das angesparte Geld auf dem Wohnförderkonto nur dann nicht versteuern, wenn der Riester-Sparer zu Lebzeiten die Option "Einmalversteuerung zu Rentenbeginn" gewählt hat. In diesem Fall kann frei über Wohnung oder Haus verfügt werden.

Fall 3: Scheidung – verkaufen oder bleiben?

Wer in der Riester-geförderten Wohnung bleibt, trägt die Steuerlast. Ehen werden geschieden, gemeinsame Haushalte aufgelöst. Es muss entschieden werden, ob die Immobilie verkauft wird oder ob ein Ex-Partner in Haus oder Wohnung verbleiben möchte.

Ein Partner behält das Wohneigentum: Beide Partner haben einen eigenen Wohnriester-Vertrag, sind demzufolge förderberechtigt, aber nur ein Partner zieht nach der Trennung aus. Der in der Immobilie verbleibende Ex-Partner trägt die Steuerpflicht allein. Der Partner, der wegzieht, kann sein Wohnriester in eine Riesterrente umwandeln, sich die Wohnriester-Förderung auszahlen lassen oder eine eigene Immobilie erwerben und die Förderung zur Finanzierung nutzen.

Verkauf der Immobilie: Die Geschiedenen verkaufen das Wohnriester geförderte Eigenheim. Das Guthaben des Wohnförderkontos muss demzufolge umgehend versteuert werden. Vermeiden können dies die Berechtigten, indem sie innerhalb von vier Jahren dann jeweils in neues Wohneigentum investieren.

Fall 4: Wohnortwechsel durch neuen Job

Was passiert mit der Wohnriester-Förderung der eigengenutzten Immobilie, wenn der Förderberechtigte umzieht oder eine neue Stellung in einer anderen Stadt antritt? Wer seine Immobilie und somit seinen Wohnort wegen eines beruflichen Wechsels verlassen muss, kann die Immobilie vermieten. Spätestens mit 67 Jahren muss der Zulagenberechtigte jedoch wieder einziehen, dann wirkt sich der Wohnortwechsel nicht negativ auf die Riester-Förderung aus.

Fazit: Die Vor- und Nachteile an Wohnriester

Wie du siehst, handelt es sich bei Wohnriester um eine attraktive staatliche Förderung, die jedoch recht komplex ist. Daher listen wir dir zum Abschluss noch einmal die Vorteile und die Nachteile am Wohnriester-Förderprogramm auf:

Vorteile an Wohnriester Nachteile an Wohnrieste
  • Tilgungsraten lassen sich steuerlich absetzen
  • Erhöhung des Steuereinkommens im Alter
  • Verkürzte Darlehenszeit
  • Bei einer Scheidung, einem Umzug in ein Pflegeheim oder einem Todesfall müssen die gesparten Steuern bezahlt werden
  • Geringere Zinslast
  • Steuerschuld wird auf Erben übertragen
  • Gesparte Miete im Ruhestand dank Eigenheim
  • Sparvertrag ist unflexibler als andere Varianten der Immobilienfinanzierung
  • Förderung gilt auch bei berufsbedingtem Umzug
  • Guthabenverzinsung ist relativ gering
  • Wohnriester kann auch nach Verkauf der Immobilie genutzt werden, um innerhalb von fünf Jahren eine neue, selbstgenutzte Immobilie zu erwerben
  • Nur selbstgenutzte Immobilien werden gefördert

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