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Befinden sich keine vergleichbaren Immobilien auf dem Markt – etwa, weil das Haus sehr alt ist oder in einer besonderen Bauweise erstellt wurde –, wird das Sachwertverfahren genutzt. Der Immobilienwert wird dann über den Substanzwert errechnet. Entscheidend sind unter anderem der Bodenwert, die Baukosten und das Alter des Gebäudes. In diesem Artikel erfährst du, wie die Berechnung funktioniert, welche Faktoren den Sachwert beeinflussen und worin die Unterschiede zu anderen Bewertungsverfahren liegen.

importantpoints
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit dem Sachwertverfahren wird der Substanzwert von Immobilien ermittelt, für die es keine geeigneten Vergleichsobjekte gibt.

  • Bodenwert, Baukosten, Alterswertminderung und Marktlage fließen in die Wertermittlung ein.

  • Welcher Preis für deine Immobilie angemessen ist, erfährst du mit der kostenlosen Immobilienbewertung von ImmoScout24. 

Wann kommt das Sachwertverfahren zum Einsatz?

Das Sachwertverfahren wird häufig genutzt, wenn sich eine Immobilie nur schwer mit anderen Objekten vergleichen lässt – etwa bei Einfamilienhäusern, älteren Häusern oder besonderen Immobilien. 

Besonders relevant ist das Verfahren bei: 

  • Hausverkauf 
  • Scheidung 
  • Erbschaft 
  • Finanzierung 
  • Versicherungen 
Expertenkommentar

"Gerade bei individuell gebauten Immobilien lohnt es sich, Gutachter:innen mit Erfahrung bei vergleichbaren Objekten zu suchen. Denn Bauweise, Modernisierungen oder besondere Ausstattungen können den Sachwert deutlich beeinflussen. 

Hilfreich sind häufig Empfehlungen von Architekt:innen, Makler:innen oder lokalen Gutachterausschüssen. Für gerichtliche oder steuerliche Zwecke werden häufig öffentlich bestellte oder zertifizierte Sachverständige beauftragt."

Nadine Kunert
Expertin für Verkauf & Vermietung
Nadine Kunert

Nadine Kunert ist Immobilienexpertin und Redakteurin bei ImmoScout24 und erstellt sorgfältig recherchierte Inhalte zu den Themen Immobilienverkauf und Vermietung. Sie ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin und verbindet in ihren Beiträgen fachliche Expertise mit Praxisnähe durch ihre langjährige Erfahrung als Content Managerin im Umfeld von Bau und Handwerk sowie durch 12 Jahre Praxis als Vermieterin.

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Sachwertverfahren einfach erklärt

Das Sachwertverfahren berechnet den Wert des Hauses und der Immobilie anhand ihres Substanzwerts. Dabei schätzen Gutachter:innen, welche Kosten heute entstehen würden, um Grundstück und Gebäude neu herzustellen – abzüglich der Alterswertminderung. 

Grundlage der Berechnung sind: 

  • der Bodenwert, 
  • die Herstellungskosten des Gebäudes, 
  • die Alterswertminderung 
  • sowie ein Marktanpassungsfaktor. 
     

Der ermittelte Sachwert dient häufig als Grundlage für: 

  • Immobiliengutachten, 
  • Finanzierungen, 
  • Versicherungen 
  • oder Preisorientierungen beim Hausverkauf. 
     

In der Praxis nutzen unter anderem Sachverständige, Banken, Gerichte, und Behörden das Sachwertverfahren zur Immobilienbewertung

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Rechtliche Grundlagen des Sachwertverfahrens

Das Sachwertverfahren gehört neben dem Vergleichswertverfahren – Wertermittlung durch vergleichbare Immobilien – und dem Ertragswertverfahren – Wertermittlung auf Basis nachhaltig erzielbarer Mieten – zu den gesetzlich anerkannten Verfahren der Immobilienbewertung in Deutschland. 

Die Grundlagen des Sachwertverfahrens sind in der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV §§ 35–39) geregelt. Dort ist festgelegt, welche Faktoren bei der Berechnung berücksichtigt werden und wie Gutachter:innen den Sachwert ermitteln. 

Lagerhalle in Backsteinoptik Das Sachwertverfahren wird meist bei recht speziellen Gebäuden angewendet.

Sachwertermittlung Immobilie: So wird der Sachwert berechnet

Für die Sachwertermittlung eines Hauses werden Bodenwert und Gebäudesachwert getrennt ermittelt.  

Das Grundprinzip des Sachwertverfahrens lässt sich einfach darstellen als: 

Sachwert = (Bodenwert + Gebäudesachwert) × Marktanpassungsfaktor 

Die Faktoren der Formel bedeuten vereinfacht ausgedrückt: 

  • Bodenwert: aktueller Wert des Grundstücks 
  • Gebäudesachwert: Baukosten des Gebäudes abzüglich der Alterswertminderung 
  • Marktanpassungsfaktor: berücksichtigt die regionale Lage und die Situation am Immobilienmarkt  
     

Ausführliche Erklärungen und Hinweise zur Beschaffung der einzelnen Berechnungsfaktoren findest du im folgenden Abschnitt.  


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Welche Faktoren beeinflussen den Sachwert?

Der Sachwert einer Immobilie hängt nicht nur von den Baukosten ab. Auch Lage, Zustand und regionale Marktentwicklung spielen eine wichtige Rolle bei der Berechnung. 

Bodenwert

Der Bodenwert beschreibt den aktuellen Wert des Grundstücks. Grundlage ist der sogenannte Bodenrichtwert, den die regionalen Gutachterausschüsse anhand tatsächlicher Verkaufspreise ermitteln. 

Entscheidend sind unter anderem: 

  • Lage der Immobilie, 
  • Grundstücksgröße, 
  • Infrastruktur 
  • und Nachfrage in der Region. 

Herstellungskosten des Gebäudes

Für den Gebäudesachwert wird berechnet, welche Kosten heute für einen vergleichbaren Neubau entstehen würden. Dabei berücksichtigen Gutachter:innen unter anderem: 

  • Bauweise, 
  • Wohnfläche, 
  • Ausstattung, 
  • energetischen Standard 
  • sowie Modernisierungen. 


Die Berechnung erfolgt meist über standardisierte Tabellenwerte wie die NHK 2010.

Alterswertminderung

Mit zunehmendem Alter verliert ein Gebäude an Wert. Deshalb wird beim Sachwertverfahren die sogenannte Alterswertminderung berücksichtigt. 

Trotz hohen Baujahrs kann eine modernisierte Immobilie deutlich wertstabiler sein als ein unsaniertes Haus. 

Wichtige Faktoren sind: 

  • Baujahr, 
  • Zustand, 
  • Restnutzungsdauer 
  • und durchgeführte Sanierungen. 


Die notwendigen Angaben ergeben sich meist aus Bauunterlagen, Energieausweis, Modernisierungsnachweisen oder dem Zustand der Immobilie vor Ort. 

Marktanpassungsfaktor

Der Marktanpassungsfaktor sorgt dafür, dass die aktuelle Situation am Immobilienmarkt in die Berechnung einfließt. 

Identische Häuser können je nach Region unterschiedlich hohe Verkaufspreise erzielen – und das wird im Sachwertverfahren durch den Marktanpassungsfaktor dargestellt. Während in Region A der finale Sachwert inklusive Marktanpassungsfaktor dem reinen Substanzwert nahezu entspricht, kann der finale Sachwert in Region B durch einen entsprechenden Marktanpassungsfaktor deutlich davon abweichen. 

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Marktanpassungsfaktor: Wo du ihn findest

Der Marktanpassungsfaktor ist eine wichtige Zutat der Sachwertberechnung und wird veröffentlicht von regionalen Gutachterausschüssen auf Basis tatsächlicher Immobilienverkäufe. 

Wie Gutachter:innen den Sachwert mit allen genannten Faktoren ermitteln, demonstrieren wir im folgenden Schritt für Schritt inklusive Beispielrechnung.

Haus in ländlicher Region Ein wichtiger Marktanpassungsfaktor: Der Standort
Häuser in Großstadt aus der Vogelperspektive

Sachwertermittlung: Schritt für Schritt erklärt

Das Sachwertverfahren erfolgt in mehreren Schritten. Dabei werden zunächst Grundstückswert ermittelt und Gebäudesachwert errechnet und anschließend an die regionale Marktlage angepasst. 

Rechner zur Berechnung des Sachwert

1. Bodenwert berechnen

Im ersten Schritt wird der Bodenwert ermittelt: 

Bodenwert = Grundstücksfläche × Bodenrichtwert 
 
Der Bodenrichtwert gibt an, welchen Wert ein Quadratmeter Grundstück in einer bestimmten Lage durchschnittlich hat. 
 
Entscheidend sind unter anderem: 

  • Lage der Immobilie, 
  • Grundstücksgröße, 
  • Infrastruktur 
  • und Nachfrage in der Region. 


Beispiel:

  • Grundstücksfläche: 450 m² 
  • Bodenrichtwert: 200 € pro m² 

→ Bodenwert: 90.000 €

Den aktuellen Bodenrichtwert stellen viele Gutachterausschüsse online zur Verfügung. Für viele Bundesländer sind die Daten online über das sogenannte Bodenrichtwertinformationssystem (BORIS) abrufbar. 

2. Herstellungskosten berechnen

Anschließend werden die Herstellungskosten des Gebäudes berechnet.  
 
Herstellungskosten = Regelherstellungskosten x Bruttogrundfläche (m²) x Baupreisindex  
 
Für den Gebäudesachwert wird berechnet, welche Kosten heute für einen vergleichbaren Neubau entstehen würden. Dabei berücksichtigen Gutachter:innen unter anderem: 

  • Bauweise, 
  • Wohnfläche, 
  • Ausstattung, 
  • energetischen Standard 
  • sowie Modernisierungen. 


Beispiel: 

  • Bruttogrundfläche: 130 m² 
  • Regelherstellungskosten: 1.200 € pro m² 

→ Herstellungskosten: 156.000 €

Die Regelherstellungskosten basieren häufig auf den sogenannten NHK 2010 („Normalherstellungskosten“). Der Baupreisindex berücksichtigt zusätzlich die aktuelle Entwicklung der Baukosten. 

3. Alterswertminderung abziehen

Vom Gebäudewert wird anschließend die Alterswertminderung abgezogen. Sie berücksichtigt Abnutzung und technische Alterung der Immobilie. 
 
Wichtige Faktoren sind: 

  • Baujahr, 
  • Zustand, 
  • Restnutzungsdauer 

und durchgeführte Sanierungen. 

Beispiel: 

  • Herstellungskosten: 156.000 € 
  • Alterswertminderung: 25 % 

→ Gebäudesachwert: 117.000 €

Trotz hohen Baujahrs kann eine modernisierte Immobilie deutlich wertstabiler sein als ein unsaniertes Haus, denn Modernisierungen können die Wertminderung teilweise ausgleichen.

Die notwendigen Angaben ergeben sich meist aus Bauunterlagen, Energieausweis, Modernisierungsnachweisen oder dem Zustand der Immobilie vor Ort. 

4. Marktanpassungsfaktor anwenden

Zum Schluss wird der vorläufige Sachwert an die regionale Marktsituation angepasst. 

Beispiel:

  • Vorläufiger Sachwert: 207.000 € 
  • Marktanpassungsfaktor: 0,9 

→ Finaler Sachwert: 186.300 € 

Die Marktanpassungsfaktoren veröffentlichen regionale Gutachterausschüsse auf Basis tatsächlicher Immobilienverkäufe. 


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  • Beispielrechnung für das Sachwertverfahren

    Wie die Berechnung des Sachwertes in der Praxis aussieht, zeigt folgendes vereinfachtes Beispiel für ein Einfamilienhaus. 

    Ausgangsdaten: 

    • Grundstücksfläche: 450 m² 
    • Bodenrichtwert: 200 € pro m² 
    • Bruttogrundfläche: 130 m² 
    • Regelherstellungskosten: 1.200 € pro m² 
    • Marktanpassungsfaktor: 0,9 


    Daraus ergibt sich folgende Berechnung: 

     

    Schritt

     

     

    Ergebnis 

     

     

    Bodenwert

     

     

    90.000 € 

     

     

    Herstellungskosten

     

     

    156.000 € 

     

     

    Alterswertminderung

     

     

    –39.000 € 

     

     

    Gebäudesachwert

     

     

    117.000 € 

     

     

    Vorläufiger Sachwert

     

     

    207.000 € 

     

     

    Marktanpassungsfaktor

     

     

    × 0,9 

     

     

    Finaler Sachwert

     

     

    186.300 € 

     


    Der finale Sachwert liegt in diesem Beispiel bei 186.300 €. Je nach Lage, Zustand und Nachfrage kann der tatsächliche Verkaufspreis jedoch abweichen. 

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    Unterschied zwischen Sachwertverfahren, Vergleichswertverfahren und Ertragswertverfahren

    Für die Immobilienbewertung kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Welches genutzt wird, hängt vor allem von der Art und Nutzung der Immobilie ab. 

     

     

    Verfahren 

     

     

     

     

    Geeignet für 

     

     

     

     

    Grundlage der Bewertung 

     

     

     

     

    Sachwertverfahren 

     

     

     

     

    Einfamilienhäuser, besondere Immobilien 

     

     

     

     

    Substanzwert der Immobilie 

     

     

     

     

    Vergleichswertverfahren 

     

     

     

     

    Eigentumswohnungen, Reihenhäuser 

     

     

     

     

    Vergleichbare Verkaufspreise 

     

     

     

     

    Ertragswertverfahren 

     

     

     

     

    Vermietete Immobilien 

     

     

     

     

    Mieteinnahmen und Rendite 

     

     


    Bei vermieteten Mehrfamilienhäusern kommt häufiger das Ertragswertverfahren zum Einsatz. Das Sachwertverfahren wird dort häufig ergänzend genutzt.  

    Das Sachwertverfahren kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn es nur wenige vergleichbare Immobilien am Markt gibt. 

    Vor- und Nachteile des Sachwertverfahrens

    Das Sachwertverfahren liefert eine nachvollziehbare und standardisierte Grundlage für die Bewertung von Immobilien, insbesondere wenn nur wenige Vergleichswerte vorliegen. Gleichzeitig kann der tatsächliche Verkaufspreis je nach Marktlage deutlich vom berechneten Sachwert abweichen. 

    Vorteile 

    • geeignet für Immobilien ohne ausreichende Vergleichswerte 
    • nachvollziehbare und standardisierte Berechnung 
    • berücksichtigt Zustand, Bauweise und Modernisierungen 
    • häufige Grundlage für Gutachten, Finanzierungen und Versicherungen 


    Nachteile 

    • tatsächlicher Marktwert kann deutlich abweichen 
    • hoher Aufwand bei der Datenermittlung 
    • regionale Marktbewegungen lassen sich nur begrenzt abbilden 
    • komplexe Berechnung mit vielen Einflussfaktoren 

    Entspricht der Sachwert dem Verkehrswert?

    Nicht unbedingt. 

    Eine sanierte Altbauvilla in begehrter Innenstadtlage kann am Markt deutlich höhere Preise erzielen, als es der berechnete Sachwert vermuten lässt. Umgekehrt kann ein modernes Haus in einer strukturschwachen Region trotz hoher Baukosten nur schwer einen entsprechenden Verkaufspreis erzielen. 

    Der Sachwert beschreibt vor allem den Substanzwert einer Immobilie. Der tatsächliche Verkehrswert hängt zusätzlich von Angebot, Nachfrage und der regionalen Marktsituation ab. 

    Deshalb kann der erzielbare Verkaufspreis höher oder niedriger ausfallen als der berechnete Sachwert. 

    Warum wird das Sachwertverfahren trotzdem genutzt?

    Der berechnete Sachwert entspricht nicht automatisch dem späteren Verkaufspreis. Trotzdem spielt das Verfahren in der Praxis eine wichtige Rolle. 
     
    Denn bei einer Erbauseinandersetzung oder Scheidung benötigen die Beteiligten eine nachvollziehbare und reproduzierbare Bewertungsgrundlage. Der spätere Verkaufspreis ist zu diesem Zeitpunkt meist noch unbekannt. Deshalb wird häufig ein standardisiertes Verfahren wie das Sachwertverfahren genutzt. 

    Typische Anwendungsfälle sind: 

    • gerichtliche Gutachten, 
    • Erbschaften, 
    • Scheidungen, 
    • Finanzierungen 
    • oder Versicherungen. 


    In diesen Fällen reicht eine subjektive Markteinschätzung häufig nicht aus. Stattdessen wird ein Verfahren benötigt, das sich fachlich begründen und dokumentieren lässt. 

    Genau dafür wird das Sachwertverfahren genutzt: Der Immobilienwert wird anhand klar definierter Faktoren wie Bodenwert, Herstellungskosten und Alterswertminderung berechnet – unabhängig davon, ob Käufer:innen am Markt später mehr oder weniger bezahlen würden. 

    Sachwertverfahren: Wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist

    Ob du Unterstützung brauchst, hängt vom Anlass der Immobilienbewertung ab. 

    Bei Erbauseinandersetzungen, Scheidungen oder Finanzierungen ist ein gerichtsfestes Gutachten mit präziser Wertermittlung oft sinnvoll – bei gerichtlichen Streitigkeiten teilweise sogar erforderlich. 

    Auch beim Immobilienverkauf kann eine professionelle Wertermittlung helfen, den Angebotspreis realistischer einzuschätzen. 

    Der Aufwand ist hoch: Bodenrichtwert, Baukosten, Alterswertminderung und Marktanpassung müssen korrekt ermittelt und bewertet werden. 

    Hinzu kommt, dass die Beschaffung und Einordnung der Daten Erfahrung und Fachwissen voraussetzen. 

    Für Lai:innen ist der Aufwand erheblich und das Ergebnis nicht belastbar. Eine genaue Wertermittlung sollte daher qualifizierte Gutachter:innen übernehmen. 

    Wem eine grobe Orientierung reicht, kann eine vereinfachte Formel des Sachwertverfahrens nutzen.  

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    Fazit: Der Sachwert ist nicht automatisch der Verkaufspreis

    Das Sachwertverfahren liefert keinen exakten Verkaufspreis, sondern eine nachvollziehbare und standardisierte Grundlage für die Immobilienbewertung. 

    Genau darin liegt die Stärke des Verfahrens: Der Immobilienwert wird nicht über Marktstimmung oder Verhandlungsgeschick geschätzt, sondern anhand klarer Faktoren wie Bodenwert, Baukosten und Alterswertminderung hergeleitet. 

    Der tatsächliche Verkaufspreis kann dennoch abweichen – etwa durch hohe Nachfrage, emotionale Kaufentscheidungen oder regionale Markttrends. 

    Deshalb spielt das Sachwertverfahren vor allem dort eine wichtige Rolle, wo eine objektive und reproduzierbare Bewertungsgrundlage benötigt wird, etwa bei Gutachten, Finanzierungen, Erbschaften oder gerichtlichen Verfahren

    FAQ zum Sachwertverfahren

    Was ist der Unterschied zwischen Sachwert und Verkehrswert? 

    Der Sachwert beschreibt den Substanzwert einer Immobilie anhand von Grundstück und Gebäude. Der Verkehrswert berücksichtigt zusätzlich die aktuelle Marktsituation und orientiert sich am tatsächlich erzielbaren Verkaufspreis. 

    Wann wird das Sachwertverfahren angewendet? 

    Das Sachwertverfahren wird vor allem bei Einfamilienhäusern, älteren Immobilien oder besonderen Gebäuden eingesetzt, für die es nur wenige Vergleichswerte gibt. 

    Kann ich den Sachwert selbst berechnen? 

    Eine grobe Orientierung ist mit Bodenrichtwerten und einfachen Rechnern möglich. Für eine genaue Wertermittlung empfiehlt sich jedoch ein professionelles Gutachten. 

    Welche Rolle spielt der Bodenrichtwert? 

    Der Bodenrichtwert gibt an, welchen durchschnittlichen Wert ein Quadratmeter Grundstück in einer bestimmten Lage hat. Er bildet die Grundlage für die Berechnung des Bodenwerts. 

    Was ist der Marktanpassungsfaktor? 

    Der Marktanpassungsfaktor berücksichtigt die aktuelle Lage am Immobilienmarkt. Dadurch wird der vorläufige Sachwert an regionale Verkaufspreise angepasst. 

    Ist das Sachwertverfahren gesetzlich geregelt? 

    Ja. Das Sachwertverfahren ist in der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) geregelt. Dort sind die Grundlagen und Berechnungsschritte festgelegt. 

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    Nadine Kunert
    Expertin für Verkauf & Vermietung

    Nadine Kunert ist Immobilienexpertin und Redakteurin bei ImmoScout24 und erstellt sorgfältig recherchierte Inhalte zu den Themen Immobilienverkauf und Vermietung. Sie ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin und verbindet in ihren Beiträgen fachliche Expertise mit Praxisnähe durch ihre langjährige Erfahrung als Content Managerin im Umfeld von Bau und Handwerk sowie durch 12 Jahre Praxis als Vermieterin.

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