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Hauskaufberatung der Verbraucherzentrale NRW

Der Kauf eines bereits fertigen Hauses ist nicht unbedingt unkomplizierter, als selbst eines zu bauen. Im Gegenteil: Viele Aspekte, die früher oder später rechtlich und finanziell relevant sein können, sind beim Hauskauf zu beachten. Doch das sollte niemanden vom Hauskauf abschrecken. Erfahren Sie in unseren Hauskauftipps, was bei einer Besichtigung zu beachten ist und wie Sie sich von der Finanzierungsvorplanung bis zum Vertragsabschluss vor bösen Überraschungen schützen können.


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Vorbereitung ist alles: Finanzierung und Wünsche



Bevor die Suche nach dem Traumhaus beginnt, sollten Sie die Grundvoraussetzungen klären. Ein wichtiger Bestandteil ist die Finanzierungsplanung. Welches Eigenkapital haben Sie zur Verfügung? Was für einen Kredit können Sie bei welcher Bank aufnehmen? Wie viel möchten Sie in das Haus investieren? Einen ersten Eindruck Ihrer Möglichkeiten gibt Ihnen der Baufinanzierungsrechner von ImmobilienScout24.

Hand in Hand mit der Finanzierung geht die Frage nach Ihren persönlichen Wünschen und Vorstellungen. Machen Sie sich eine Liste und notieren Sie, welche Punkte Ihr zukünftiges Haus unbedingt erfüllen muss. Denken Sie dabei nicht nur in klassischen Kategorien wie Zimmeranzahl, Wohnfläche oder dem Wunsch nach einem schönen Garten.  


Weitere Aspekte, die Sie bei Ihren Überlegungen berücksichtigen sollten:

  • Sind Sie bereit, vor dem Einzug größere Renovierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen?
  • Möchten Sie lieber in einen Neubau oder Altbau ziehen?
  • Wie wichtig sind Lage und Anbindung des Hauses?

Gerade bei älteren Häusern kann der Modernisierung- und Renovierungsbedarf schnell unerwartete Ausmaße annehmen. Legen Sie deshalb von Vornherein fest, wie viel Spielraum Ihre Finanzierung für diese Posten hergibt – und wählen das Haus entsprechend aus. Der schönste Altbau wird Sie nicht glücklich machen, wenn eine zeitnah notwendige Modernisierung für Sie finanziell nicht tragbar ist.

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Warum reicht eine Besichtigung alleine nicht aus?



Häufig werden Häuser schon nach einer einzigen Besichtigung gekauft. Und manchmal dauert diese nicht länger als eine halbe Stunde. Doch in einer halben Stunde kann ein Haus nicht sorgfältig besichtigt werden. Eine Erstbesichtigung vermittelt nur einen ersten Eindruck und groben Überblick – sie sollte niemals als alleinige Entscheidungsgrundlage für den Hauskauf dienen. Gefällt Ihnen die Immobilie, ist grundsätzlich eine Folgebesichtigung notwendig, bei der Sie das Haus auf Herz und Nieren prüfen können. Tauchen dabei Fragen auf, die ungeklärt bleiben, sollten Sie diese vor einem Kauf durch einen Sachverständigen klären lassen.

Doch was muss ich beim Hauskauf nun beachten? Eher unwichtig ist die Gestaltung von Böden, Wänden und Decken eines Hauses, obwohl diese bei Besichtigungen oft viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Diese Elemente können Sie mit wenig Aufwand leicht entsprechend Ihren Vorstellungen verändern. Wie bereits erwähnt: Wichtiger sind die „inneren Werte“ des Hauses.


Werfen Sie einen genauen Blick auf die Dinge, die Ihnen die Freude am neuen Haus schnell verderben können, wenn sie in einem schlechten Zustand sind.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Keller, Dach und Fenster
  • Heizung
  • Wasser- und Abwasserleitungen
  • Wärme- und Schalldämmung
  • Wände (Risse, Feuchtigkeit und Schimmel)

Denn was viele nicht wissen:

Ein gebrauchtes Haus wird „gekauft wie gesehen“. Spätere Schadensersatzansprüche gegen Vorbesitzer sind nur sehr schwer durchzusetzen und meist auch nur dann, wenn Sie nachweisen können, dass der Vorbesitzer Ihnen wissentlich schwerwiegende Mängel verschwiegen hat. Aussagen von Maklern zu einer Immobilie sollten Sie mit großer Vorsicht begegnen, denn sie haften nur in sehr seltenen Fällen für ihre Auskünfte.

Außerdem ist es ratsam, sich bei Kaufinteresse alle vorab verfügbaren Dokumente aushändigen zu lassen. So können Sie Ihre Kaufentscheidung zusätzlich absichern.

Außerdem ist es ratsam, sich bei Kaufinteresse alle vorab verfügbaren Dokumente aushändigen zu lassen. So können Sie Ihre Kaufentscheidung zusätzlich absichern.

Fragen Sie den Verkäufer oder Makler beispielsweise nach:

  • Grundrissen
  • Grundbuchauszug
  • Energieausweis
  • Pachtvertrag
  • Auszug aus dem Baulastenverzeichnis

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Der letzte Schritt beim Hauskauf: Tipps rund um den Kaufvertrag



Wenn Sie sich ein Haus ausgesucht haben, steht noch eine große Entscheidung an: Akzeptieren Sie den angesetzten Kaufpreis oder möchten Sie verhandeln? Auf diese Frage gibt es keine pauschal richtige oder falsche Antwort. Schätzen Sie Ihre Chancen genau ab. Wenn Sie sich für ein Haus in Topzustand und begehrter Lage entschieden haben, können Sie vermutlich nicht mehr viel am Preis machen. Haben Sie allerdings das Gefühl, dass sich nicht zwangsläufig weitere Interessenten für Ihr Objekt der Wahl finden lassen, haben Sie wahrscheinlich ein wenig Verhandlungsspielraum beim Hauskauf.



Tipp: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob der veranschlagte Preis angemessen ist, nutzen Sie die Immobilienbewertung von ImmobilienScout24. So bekommen Sie ein erstes Gefühl für den Wert Ihres potenziell neuen Hauses. Für eine genauere Bewertung können Sie sich an Ihren Finanzierungsberater wenden, der den Wert des Hauses aus Sicht der Bank ermittelt.




Haben Sie sich mit dem Verkäufer auf einen Preis geeignet, kann der Vertrag erstellt und unterzeichnet werden. Häufig ist es so, dass der Hausverkäufer einen Kaufvertrag von einem Notar seiner Wahl entwerfen lässt. Manchmal ist es auch der Makler, der einen Notar mit einem Entwurf beauftragt. Seit Neuestem müssen Notare Kaufvertragsentwürfe direkt an die Kaufvertragsbeteiligten senden. Der Vertragsentwurf darf Ihnen also nicht einfach über den Vorbesitzer oder den Makler ausgehändigt werden. Nach dem Gesetz muss Ihnen der Notar mindestens 14 Tage Zeit einräumen, damit Sie den Vertrag in Ruhe prüfen können.

Ein Immobilienkaufvertrag ist meist ein relativ umfangreicher Vertrag, abgefasst in nicht immer einfach verständlichem Juristendeutsch. Wer so etwas noch nie zuvor gesehen hat, wird Mühe haben, vertragliche Probleme oder Risiken zu erkennen. Daher sollte der Vertrag vor einem Beurkundungstermin erst einmal mit dem Notar zu allen bestehenden Fragen durchgesprochen und abgestimmt werden. In der Realität passiert das aber nur sehr selten. Viele Verbraucher nehmen Verträge wie sie sind und unterzeichnen sie ohne eingehende Prüfung. Das kann fatale Konsequenzen haben.

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Hauskaufberatung der Verbraucherzentrale


Die Verbraucherzentrale hat zum Thema „Immobilienkauf“ verschiedene Ratgeber herausgegeben, die unter anderem alle Aspekte rund um den Kauf eines gebrauchten Hauses ausführlich behandeln. Von der gezielten Suche über die richtige Besichtigung bis hin zur umfassenden Vertragsprüfung und sicheren Hausübernahme.

Folgende Ratgeber erschienen bei der Verbraucherzentrale:

 

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