Lexikon Baufinanzierung
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Vollfinanzierung

Die Vollfinanzierung ist eine Form von Immobilienfinanzierung, bei der kein Eigenkapital mit in das Finanzierungskonzept eingebracht werden muss. Oft bieten Banken bei dieser Art der Finanzierung an, den Kaufpreis und die Nebenkosten zu finanzieren.

Die Bezeichnung Vollfinanzierung bezieht sich darauf, dass die Immobilie vollständig durch einen Kredit finanziert wird. In der Praxis beträgt die Darlehenssumme zwischen 100 bis 110 Prozent des Kaufpreises. Unabhängig davon kann der Immobilienkäufer oder Bauherr die Darlehensart wählen. Die übliche Darlehensform für einen Immobilienfinanzierung das Annuitätendarlehen.

Eine Vollfinanzierung ist - wie die Finanzierung mit Eigenkapitalanteil - mit Finanzierungskosten verbunden. Zinsen, Bearbeitungsgebühren, Bereitstellungsgebühren und eventuelle Versicherungsprämien für eine Restschuldversicherung werden fällig. Die geforderten Zinsen sind jedoch etwas höher als bei herkömmlichen Krediten. Das wirkt sich direkt auf die monatlichen Kosten bei der Kredittilgung aus, die dann etwas höher liegen.

Der Rückzahlungszeitraum ist durch das größere Kreditvolumen bei einer Vollfinanzierung deutlich größer, als bei einem Eigenkapitalanteil von 20 bis 30 Prozent. Aus diesem Grund ist es ratsam den Tilgungsanteil der monatlichen Raten nicht zu klein zu wählen, damit sich die Kreditrückzahlung nicht überdurchschnittlich lange heraus zögert. Mit dem Tilgungsanteil erhöht sich jedoch die monatliche Belastung. Beispiel: Die Darlehenssumme beträgt 200.000 Euro und der Zins 3 Prozent. Bei einer Tilgung von 1 Prozent muss circa eine Monatsrate von 667 Eurogezahlt werden.Bei 2 Prozent Tilgung würde die monatliche Rate circa 833 Euro entsprechen. Zu beachten ist dabei, dass die Höhe der Rückzahlungen die monatlichen Belastbarkeitsgrenzen der Darlehensnehmer nicht überschreiten sollte. Die persönliche monatliche Belastbarkeit kann durch eine Haushaltsrechnung bestimmt werden.

Die Gefahren der Vollfinanzierung entsprechen für Kreditgeber und Kreditnehmer denen einer jeden Immobilienfinanzierung. Die Bank trägt das Risiko, dass der Kredit nicht zurückgezahlt werden kann. Umgekehrt trägt der Darlehensnehmer die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit, wenn er beispielsweise arbeitslos wird. Aufgrund dessen ist es auch bei der Vollfinanzierung ratsam, diese Risiken durch entsprechende Versicherungen zu reduzieren. Die Restschuldversicherung zählt zu den gängigsten Kreditversicherungen. Aber auch die Risikolebensversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung können nützlich sein. Genaue Informationen zu den Leistungen und Kosten dieser Versicherungen können Versicherungsgesellschaften geben.

Die Vollfinanzierung richtet sich besonders an Personen mit gesicherten Einkommensverhältnissen, die eine gute bis sehr gute Bonität aufweisen. Auch die Beschaffenheit der Immobilie ist entscheidend für die Vergabe einer Vollfinanzierung. Ein baufälliges Haus in schlechter Lage wird keine Bank voll finanzieren. Grund dafür ist, dass häufig die Immobilie selbst die Kreditsicherheit darstellt. Eine minderwertige Immobilie kann die Bank bei Zahlungsunfähigkeit des Darlehensnehmers oft nur mit Verlusten weiterverkaufen.

Tipp: Prüfen Sie alle Finanzierungsmöglichkeiten vor Abschluss eines Vertrages genau und vergleichen Sie mehrere Anbieter.