Energieausweis: Orientierung für Mieter und Käufer

Heizkosten kalkulieren: Der Energieausweis zeigt, womit Sie rechnen müssen

Wer eine Immobilie kaufen oder mieten will, muss laut einer neuen europäischen Richtlinie unaufgefordert Einblick in den Energieausweis des Hauses bekommen. So können Sie besser einschätzen, welche Heizkosten auf Sie zukommen werden.

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Seit Januar 2013 müssen Hausbesitzer, die ihre Immobilie verkaufen oder neu vermieten wollen, einen Energieausweis unaufgefordert vorlegen. Die Energieeffizienz eines Gebäudes ist in Zeiten steigender Energiekosten ein wesentlicher Aspekt, um den Wert der Immobilie zu beurteilen.

Der Energieausweis liefert dafür drei entscheidende Informationen: die Kennwerte für die Effizienz des gesamten Gebäudes, Vergleichswerte für ähnliche Gebäude und eine Empfehlung zur Steigerung der Effizienz. So können Mieter und Käufer unterschiedliche Immobilien besser vergleichen. Auch Hausbesitzer können vom Energieausweis profitieren, denn überzeugende energetische Werte des Hauses sind darin verlässlich dokumentiert.

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Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis

Es gibt zwei verschiedene Energieausweise: den kostengünstigeren Verbrauchsausweis und den detaillierten Bedarfsausweis. Grundlage des Verbrauchsausweises ist der tatsächliche Energieverbrauch des Hauses oder der Wohnung – bezogen auf Heizenergie- und Warmwasserverbrauch, berechnet für einen Zeitraum von mindestens drei Heizperioden. Das bedeutet allerdings, dass die Werte immer im Zusammenhang mit dem Verhalten der Bewohner betrachtet werden müssen.

Der Bedarfsausweis ist objektiver. Für die Angaben wird der spezifische End- und Primärenergiebedarf des Gebäudes unabhängig von den Gewohnheiten der Bewohner ermittelt. Aspekte wie die vorhandene Haustechnik, die Beschaffenheit der Gebäudehülle, der Standort, die Nutzung und die Witterungseinflüsse gehen in die Berechnung ein. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) empfiehlt daher den Bedarfsausweis. Dieses Dokument enthält auch Vorschläge für eine energetische Modernisierung.

Grün ist günstig

Vermutlich hat jeder schon einmal die markante Rot-Grün-Skala eines Energieausweises gesehen. Hier können Hausbesitzer, Käufer und Mieter auf einen Blick erkennen, wo auf der Skala die Immobilie steht und wie das Haus energetisch zu bewerten ist. Befindet sich der Pfeil im gelben Bereich, müssen Sie mit höheren Energiekosten rechnen, befindet er sich gar im roten Bereich, sollte das Haus energetisch saniert werden. Grüne Kennwerte dagegen versprechen relativ geringe Heizkosten. Bei stetig steigenden Wohnnebenkosten sollte jeder Käufer oder Mieter die Belastungen möglichst genau kennen. Aber auch für Überlegungen zur Modernisierung eines Hauses bietet der Energieausweis eine wertvolle Grundlage.

Wer stellt einen Energieausweis aus?

Nicht jeder darf einen Energieausweis ausstellen. Energieausweise für bestehende Gebäude dürfen nur von qualifizierten und zugelassenen Fachleuten wie Architekten, Ingenieuren, Handwerksmeistern mit entsprechender Zusatzausbildung oder Energieberatern ausgestellt werden. Wichtig ist die Unabhängigkeit der Berater. Wenn Sie sichergehen wollen, einen unabhängigen, qualifizierten Fachmann zu beauftragen, können Sie sich beispielsweise an der Liste ausgebildeter Berater des Bundesamts für Ausfuhrkontrolle (BAFA), der KfW-Bankengruppe (KfW) oder der Deutschen Energie-Agentur (dena) orientieren.

Die Kosten für einen Verbrauchsausweis liegen für ein Einfamilienhaus bei durchschnittlich 50 Euro, ein Bedarfsausweis kostet mindestens 300 Euro.

Rechte und Pflichten

Ein Energieausweis hat lediglich informativen Charakter. Er dient der Orientierung und Vergleichbarkeit. Modernisierungsvorschläge sind Empfehlungen und keine bindenden Vorgaben. Auch Kaufverträge und Mieten können nicht angefochten werden, weil der Energieverbrauch höher ist, als für den Ausweis berechnet wurde.

Wenn Sie für die energetische Modernisierung Ihres Hauses eine staatliche Förderung beantragen möchten, ist der Bedarfsausweis Pflicht. Auch für Gebäude, für die bis zum 01. November 1977 ein Bauantrag gestellt wurde, muss ein Bedarfsausweis ausgestellt werden. Denkmalgeschütze Gebäude sind dagegen generell von der Pflicht zur Erstellung eines Energieausweises ausgenommen – ebenso alle Häuser, die von ihren Besitzern selbst bewohnt werden. Auch bei bereits bestehenden Mietverträgen besteht keine Ausweispflicht. Der Energieausweis ist ab Ausstellungsdatum zehn Jahre lang gültig.

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