Ob mit zinsgünstigen Darlehen oder Zuschüssen: Der Staat unterstützt den Bau der eigenen vier Wände. Dabei stehen Familien und die Energieeffizienz des Gebäudes im Zentrum. Welche Fördermittel Sie bekommen können und welche Voraussetzungen jeweils erfüllt sein müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Gleich zum Wunschthema:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Fördermittel müssen immer vor dem Baubeginn beantragt werden.
  • KfW- und BAFA-Mittel werden über die Hausbank beantragt.
  • Auch auf regionaler und kommunaler Ebene gibt es besonders für junge Familien mit Kindern sowie für Alleinerziehende mit Kindern Zuschüsse und Fördermittel für den Erwerb von Baugrundstücken bzw. für den Bau von selbstgenutzten Wohngebäuden.
  • Fragen Sie den Bankberater proaktiv nach Fördermöglichkeiten. Nicht immer weisen Banken auf alle Optionen hin. 
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Was hat es mit der staatlichen Bauförderung auf sich?

Im Zentrum der Bauförderung steht die Energieeffizienz: Je weniger Energie Ihr Haus benötigt, umso höher ist die staatliche Unterstützung. Aber auch junge Familien werden beim Hausbau gefördert. Und schließlich gibt es noch eine Vielzahl regionaler Förderprogramme.

Die umfangreichsten Programme zur Förderung des Neubaus bietet die bundeseigene KfW-Förderbank. Und sie definiert auch den Standard der Energieeffizienz, den es zu erreichen gilt: das KfW-Effizienzhaus. Dessen Werte werden immer wieder an die neuen energetischen Standards angepasst.

Konkret bedeutet das, dass für den Erhalt von Fördermitteln die Vorgaben schrittweise strenger werden. So soll gewährleistet werden, dass die Wohngebäude in Deutschland immer energieeffizienter werden – also immer weniger endliche Energieressourcen benötigen.


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Bauförderung: Was muss ich beachten?

Die wichtigste Voraussetzung für die Gewährung einer staatlichen Förderung Ihres Bau- oder Sanierungsvorhaben ist, dass Sie mit Ihrem Projekt noch nicht begonnen haben, bevor Sie einen Antrag stellen. Daher ist es unumgänglich, sich schon vor Beginn der Planung über landesspezifische Fördermöglichkeiten zu informieren.

Diese heben sich durch relativ niedrige Zinsen deutlich von privaten Kreditgebern ab, sind jedoch nur so gut ausgestattet, wie es die aktuelle Haushaltslage der Länder hergibt. Des Weiteren zeichnen sich staatliche Fördermittel dadurch aus, dass Sie über den klassischen Hausbau oder Hauskauf hinaus auch den Erwerb einer Eigentumswohnung, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz oder barrierefreie Zugänge finanziell fördern. Hier sind oft niedrige Zinssätze, zinsgünstige Baudarlehen oder Zuschüsse zur Baufinanzierung zu erhalten. 

Was sind die aktuellen KfW-Effizienzhaus-Standards?

Das KfW-Effizienzhaus 55

Ein KfW-Effizienzhaus 55 hat einen Jahresprimärenergiebedarf von nur 55 Prozent eines vergleichbaren Referenzgebäudes nach Energieeinsparverordnung (EnEV). Dieses Referenzgebäude definiert den gesetzlichen Mindeststandard. Er wird zum Beispiel erreicht mit

  • guter Wärmedämmung (Dach 24 cm, Außenwände 18 cm),

  • Dreifachverglasung und Spezialrahmen bei Fenstern,

  • einer Solaranlage für die Trinkwassererwärmung und

  • einer Holzpelletheizung, Biomasseheizung oder Wärmepumpe.

Das KfW-Effizienzhaus 40

Beim KfW-Effizienzhaus 40 beträgt der Jahresprimärenergiebedarf nur 40 Prozent eines vergleichbaren Referenzgebäudes. Hier wird zusätzlich noch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gebraucht, um diesen Standard zu erreichen.

Das KfW-Effizienzhaus 40 plus

Um die Voraussetzungen für ein KfW-Effizienzhaus 40 plus zu erfüllen, muss das Effizienzhaus 40 mit einer Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher ergänzt werden. Das Wohngebäude verbraucht nicht nur sehr wenig Energie, es produziert sogar welche und kann sie obendrein speichern.

Grundsätzlich gilt eine simple Regel: Je besser der KfW-Effizienzhaus-Standard, umso höher die Förderung.

Die Tilgungszuschüsse nach KfW-Standards im Überblick

KfW-Effizienzhaus Standard Höhe des Tilgungszuschusses*
KfW-Effizienzhaus 55 bis zu 5.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 40 bis zu 10.000 Euro
KfW-Effizienzhaus 40 plus bis zu 15.000 Euro

*Die Höhe des Tilgungszuschusses richtet sich nach den Vorgaben des KfW-Programms 153 – Energieeffizientes Bauen.

Welche weiteren Förderungen gibt es noch?

Neben den Förderungsmöglichkeiten bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es noch weitere Optionen, die Eigentümer nutzen können.

Förderung für regenerative Heiztechnik

Über die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gibt es weitere Fördermittel. Aktuell wird vor allem die neue Technik der Brennstoffzellenheizung mit hohen Subventionen gefördert. Aber es gibt auch weitere Fördermittel von der BAFA, und zwar für:

  • die Installation von umweltschonenden Heizsystemen (Pelletöfen, Hackschnitzelöfen, Kombinationskessel und Scheitholzvergaserkessel)

  • Errichtung (oder Erweiterung) von Solarkollektoranlagen (für unter anderem Warmwassererwärmung und Raumbeheizung)

  • Wärmepumpen (Zuschuss bis zu 15.000 Euro pro Vorhaben)

Förderung der Bundesländer

Auch die Bundesländer haben eigene Programme zur Wohnungsbauförderung. Hierbei unterscheiden sich die Voraussetzungen jedoch von Bundesland zu Bundesland. Die wichtigsten Kriterien sind die folgenden:

  • Bauen für Familien mit Kindern

  • Energieeffizienz

  • Barrierefreiheit

  • geringeres Einkommen

Die Bedingungen sind zum Teil sehr unterschiedlich. Die Programme sind alle in der Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums nachgewiesen.

Regionale und kommunale Fördermittel

Immer wieder fördern die Gemeinden die Ansiedlung in Neubaugebieten und zahlen regionale Energieversorger Zuschüsse zu neuen Heiztechniken. Es lohnt sich, hierzu erfahrene Energieberater sowie örtliche Haushersteller oder Bauträger zu befragen.

Auch kommen häufig junge Familien mit Kindern und geringerem Einkommen für bestimmte regionale und kommunale Förderprogramme infrage.

Einige Beispiele:

Stadt Antragsberechtigte Was wird gefördert? Fördermittel
Arnsberg Familien, Alleinerziehende mit mindestens einem Kind Kauf unbebauter Wohnbaugrundstücke für den Bau von Ein- oder Zweifamilienhäusern Kaufpreisnachlass: 2.000 Euro pro Kind
Luckau Familien mit Kindern Erwerb von Bauland im speziellen Baugebiet Grundstückspreis reduziert sich auf 30€/m2
Mötzingen Junge Familien und Alleinerziehende Erwerb von Bauland von gemeindlichen Bauplätzen für selbstgenutzte Wohngebäude Zuschuss: 2.500 Euro pro Kind unter 18 Jahren – auf maximal 10.000 Euro pro Familie begrenzt

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Bauförderung durch Wohn-Riester als Nachfolger der Eigenheimzulage

Bis vor einigen Jahren existierte mit der Eigenheimzulage noch eine staatliche Bauförderung, die vor allem Familien zugutekommen sollte. Weil die Eigenheimzulage 2006 abgeschafft worden ist, gilt diese nur noch für Bauherren, die noch vor Beginn des Jahres 2006 mit dem Bau ihres Objekts begonnen haben.

Als Ersatz für den Wegfall dieser Förderung kann das Wohn-Riestern betrachtet werden, bei dem Grund- und Kinderzulagen ausgeschüttet werden. Dafür müssen Sie inklusive der staatlichen Förderung vier Prozent Ihres sozialversicherungspflichtigen Einkommens aus dem Vorjahr in die Riester-Rente einzahlen, damit die Zulagen nicht gekürzt werden. 

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Wohnungsbauprämie und Bausparvertrag

Ein verbreitetes Förderprogramm ist darüber hinaus die Wohnungsbauprämie. Von dieser profitieren steuerpflichtige Staatsbürger der Bundesrepublik mit einer Prämie in Höhe von 8,8 Prozent. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass ein bestimmtes Jahreseinkommen nicht überschritten wird:

  • Für Alleinstehende: 25.600 Euro

  • Für Verheiratete: 51.200 Euro

Oft werden Wohnungsbauprämien in Kombination mit Bausparverträgen vergeben. Hier werden vermögenswirksame Leistungen von jährlich bis zu 470 Euro für Alleinstehende und 940 Euro für Verheiratete steuerlich gefördert, wobei die Einkommensgrenze für die erste Gruppe bei 17.900 Euro und die zweite Gruppe bei 35.800 Euro liegt.

Zu beachten:

Ein Bausparvertrag kann jedoch unter keinen Umständen vor Ende des vereinbarten Vertrags gekündigt werden, womit der Gesetzgeber sicherstellen möchte, dass die Zuschüsse ausschließlich in die Finanzierung von Wohnraum oder energetische Sanierungsmaßnahmen fließen. 

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