Sie sind hier: Baufinanzierung » Lexikon » Auflassung


Auflassung

Bedeutung, Kosten & Dauer einer Auflassung

Als sogenannte Auflassung bezeichnet man eine Einigung zwischen Käufer und Verkäufer einer Immobilie. In diesem Artikel lesen Sie, wann eine Auflassung im Grundbuch nötig wird, wo der Unterschied zur Vormerkung der Auflassung liegt und welche rechtlichen Regelung dafür wichtig sind.


Baufinanzierungsrechner
1

Was ist eine Auflassung?


Bei der Auflassung handelt es sich um eine rechtlich notwendige Einigung zum Übergang eines Grundstücks auf einen neuen Eigentümer. Die Auflassung ist in der Regel Bestandteil des notariellen Kaufvertrags und wird nach Kaufpreiszahlung, d.h. ca. 6 bis 8 Wochen nach Unterzeichnung des Kaufvertrages vollzogen Für den Käufer ist die Auflassung die rechtsverbindliche Zusage, als neuer Eigentümer ins Grundbuch eingetragen zu werden.


Wissenswert:

Der Begriff Auflassung entstammt wohl der früheren Tradition, nach einem Grundstücksverkauf das Tor aufzulassen. So konnte der neue Eigentümer ungehindert auf das Grundstück gelangen.

2

Rechtliche Grundlagen zur Auflassung


Die Auflassung und deren notarielle Beurkundung werden in der Regel gemeinsam mit der notariellen Beurkundung des Kaufvertrages vorgenommen. Es ist auch möglich, beides getrennt voneinander durchzuführen, aber nicht ratsam, da dann doppelte Notarkosten entstehen.

Endgültig wirksam wird die Auflassung erst durch die Eintragung des Käufers als neuer Eigentümer ins Grundbuch. Damit ist die Auflassung sowohl eine Vormerkung für die eigentliche Eintragung in das Grundbuch als auch eine Ankündigung des Eigentumsüberganges. Für die Auflassung reicht eine mündliche Erklärung. Jedoch kann der Käufer Dritten gegenüber nur rechtskräftig beweisen, dass er der Eigentümer des Grundstückes ist, wenn er auch im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist.


Der Paragraph 925 BGB beinhaltet, dass bei der Auflassung zwischen Käufer und Verkäufer grundsätzlich ein Notar anwesend sein muss. In Ausnahmefällen kann die Auflassung auch in einem gerichtlichen Vergleich oder in einem rechtskräftig bestätigten Insolvenzplan erklärt werden.

3

Warum ist die Auflassungsvormerkung wichtig?

Unterschied zwischen Auflassung und Auflassungsvormerkung


Während die Auflassung im Grunde die tatsächliche Eintragung des Käufers in das Grundbuch ist, bezeichnet die Auflassungsvormerkung lediglich die Vormerkung ins Grundbuch. Diese Vormerkung ist jedoch sehr wichtig, da sie die Rechte des Käufers wahrt und verhindert, dass der Eigentümer das Objekt zwischenzeitlich anderweitig veräußert. Die Auflassungsvormerkung ist in der Regel die Voraussetzung für eine Zahlung des Käufers.

Folgende Dinge müssen Verkäufer nach einer Vormerkung im Grundbuch beachten:

  • Der Verkäufer kann nicht mehr vom Kaufzurücktreten
  • Auch wenn jetzt ein besseres Angebot kommt: Die Immobilie darf nicht an einen anderen Interessenten veräußert werden
  • Der Verkäufer darf die Immobilie nicht mit einer Hypothek oder Grundschuld belasten
  • Die Immobilie kann nicht mehr von einer Insolvenz des Verkäufers belastet werden
4

Was kostet die Auflassung?


Die tatsächliche Höhe der Kosten für die Auflassung hängt vom Wert der Immobilie ab. Laut Gebührenordnung des Gerichts- und Notarkostengesetzes beträgt der Satz 0,5.

Beispielrechnung


Für eine beispielhafte Immobilie mit einem Kaufpreis von 150.000 Euro und einer einzutragenden Grundschuld von 125.000 Euro müssten Sie mit 177 Euro für die Auflassungsvormerkung rechnen.


Sie planen den Kauf einer Immobilie?

Lassen Sie sich mit dem Hauskauf-Rechner kostenlos einen Tilgungsplan erstellen & finden Sie den günstigsten Immobilienkredit.

Hauskosten & Finanzierungsbedarf ermitteln
5

Wie lange dauert eine Auflassung?


Bis das Grundbuchamt den Eintrag der Auflassung ins Grundbuch vorgenommen hat, können durchaus mehrere Wochen bis Monate in Land gehen. Rechnen Sie jedoch mit einer Bearbeitungszeit von mindestens sechs bis acht Wochen.

Für diesen Fall sichert die Auflassungsvormerkung den Käufer gegen einen Betrug ab.