Hartz-IV-Umzug: So beteiligt sich der Staat an den Umzugskosten

Umzug mit Hartz 4

Hartz 4 Umzug - So gibt es Unterstützung

Hartz-IV-Empfänger:innen haben in der Regel nicht die Möglichkeit, einen Umzug aus eigener Hand zu finanzieren. Somit sind sie auch beim Wohnungswechsel auf Hilfe vom zuständigen Jobcenter angewiesen. Doch damit dieses die Umzugskosten übernimmt, muss einiges beachtet werden. Erfahre hier, wie du Unterstützung für deinen Hartz 4 Umzug erhältst:

Wer Leistungen nach dem SGB II (Sozialgesetzbuch, Zweites Buch, auch Hartz-IV-Gesetz genannt) erhält, hat wie jeder andere Bürger grundsätzlich das Recht, seinen Wohnort selbst zu bestimmen. Allerdings werden, im Rahmen der Grundsicherung nach Hartz IV, die Kosten für einen Umzug nur unter bestimmten Voraussetzungen vom Jobcenter übernommen.


Wichtig:

Ermittle im Vorfeld deine Umzugskosten und erhalte qualifizierte Umzugsangebote für das Jobcenter.

Wann werden Kosten für den Umzug mit Hartz IV bewilligt?

Unterschieden wird zwischen einem erforderlichen und einem nicht erforderlichen Umzug. Nur wenn es sich nach Auffassung des Jobcenters um einen erforderlichen Umzug handelt, bekommen Empfänger:innen von Arbeitslosengeld II die Kosten vom Staat erstattet.

Folgende Gründe werden in der Regel nach einer Prüfung anerkannt:

  • Familienzuwachs: Die Wohnung wird zu klein.
  • Gesundheit: Treppensteigen oder ähnliches ist nicht mehr zumutbar.
  • Arbeitsaufnahme an einem anderen Ort: Der tägliche Arbeitsweg ist zu weit.
  • Rechtmäßige (aber nicht selbst verschuldete) Kündigung durch den:die Vermieter:in.
  • Heirat, Scheidung oder Trennung: Der Umzug ist aufgrund einer veränderten Lebenssituation erforderlich.
  • Zustand der Wohnung: Bestimmte Gegebenheiten wie Schimmelbefall können eine Wohung unbewohnbar machen.

Letzterer Grund wird allerdings nur dann anerkannt, wenn der Schaden zum einen nicht selbst verschuldet ist und sich der:die Vermieter:in nach Mängelanzeige weigert, etwas an der Situation zu ändern. Fordert das Jobcenter selbst den Umzug, weil die Wohnung nach den Vorgaben von Hartz IV zu groß ist bzw. die Wohnkosten unangemessen hoch sind, muss es auch die Umzugskosten übernehmen.



Alte Wohnung rechtsicher kündigen

Sofern einer der oben genannten Gründe vorliegt und du deine Wohnung kündigen möchtest, ist es wichtig, diesen in einem rechtsicheren Kündigungsschreiben sicher zu formulieren, damit er wirksam wird.

Rechtssicher Kündigen - mit unserem Vorlagen-Download

Welche Kosten für den Hartz-IV-Umzug werden übernommen?

Das Jobcenter finanziert in der Regel ausschließlich Umzüge, die selbst organisiert und durchgeführt bzw. durch private Helfer unterstützt werden. Folgende Kosten werden übernommen:

  • Packmaterial: Kosten für Umzugskartons etc.
  • Umzugswagen: die Kosten für die Anmietung eines Fahrzeugs
  • Eine Helferpauschale zur Verköstigung und Vergütung der Helfer:innen, die zwischen 10 und 50 Euro betragen darf
  • unter bestimmten Voraussetzungen Renovierungskosten der alten oder neuen Wohnung, allerdings nur für Materialien

Eine Mietkaution oder Genossenschaftsanteile für die neue Wohnung werden in der Regel nur als Darlehen mit monatlicher Tilgung gewährt und direkt an den:die Vermieter:in ausgezahlt. Voraussetzung ist, dass der:die ALG-II-Empfänger:in kein eigenes Geld aus dem sogenannten Schonvermögen mehr zur Verfügung hat, mit dem er:sie die Kaution bezahlen könnte. Als Alternative zum Darlehen besteht auch die Möglichkeit, beim Amt eine Kautionsbürgschaft zu beantragen.

Sollte ein Umzug in Eigenregie, aufgrund einer Behinderung, der familiären Situation, z.B. bei Alleinerziehenden, oder wegen fehlender Helfer:innen, nicht möglich sein, werden in einzelnen Fällen auch die Kosten für einen Umzug mit einem Umzugsunternehmen übernommen.
 Sowohl für Umzugstransporte wie auch die Fahrzugausleihe beim selbst organisierten Umzug müssen dem Jobcenter zuvor Kostenvoranschläge vorgelegt werden.

Auch die Erstattung von Ausgaben für Wohnungsannoncen, Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen oder Maklergebühren kannst du beim Umzug mit Hartz IV beantragen. Allerdings werden solche „Wohnungsbeschaffungskosten“ nur in Einzelfällen bewilligt. 

hint
Wichtig:

Die Kosten für einen Umzugswagen übernimmt in der Regel das Jobcenter. Voraussetzung für die erfolgreiche Übernahme der Kosten ist das Einreichen von Angeboten der jeweiligen Umzugsfirmen. Fordere gleich jetzt kostenfreie Umzugsangebote von Umzugsfirmen aus deiner Nähe an. 

Diese Angebote kannst du dann beim Jobcenter einreichen.

Was kostet Ihr Umzug?

Wohnfläche

ca.

Entfernung

ca. km

1 Person

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3 Personen

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6 Personen

7 Personen

8 Personen

9 Personen

10 Personen

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10 Zimmer

Kosten

Umzugsunternehmen

ab

 

Auf dieser Basis berechnet der Umzugskostenrechner die finalen Kosten für Ihren Umzug:

Wohnung

  • kein Balkon, keine Garage
  • Die alte/ neue Wohnung befindet sich jeweils im 3. OG
  • Alle Zimmer (inkl. Keller) weisen einen normalen Füllstand auf

Umzug

  • Der Transportweg von der Wohnungstür bis in den LKW (Auszug/ Einzug) beträgt 10m
  • Preis für Transport pro m3: 25 Euro
  • Preis für m3 pro 10 km Entfernung: 8 Euro
  • Sonderleistungen (Umzugskartons, Möbelmontage oder Küchenabbau) werden nicht berücksichtigt

Was passiert bei Umzug ohne Zustimmung?

Sollte während des Bezugs von Hartz IV ein Umzug auf eigene Faust und ohne Zustimmung des Jobcenters erfolgen, werden natürlich keinerlei Umzugskosten übernommen.

Auch die Zahlungen für Miete und Nebenkosten bleiben gleich und orientieren sich nicht an den Kosten der neuen Wohnung. Ein solcher Umzug erregt, unter Umständen außerdem die Skepsis der Sachbearbeitenden, da sich diese fragen können, wie der Umzug finanziert werden konnte. Im schlimmsten Fall werden hier sogar die allgemeinen Hartz-4-Leistungen gestrichen.

Umzug von jungen Erwachsenen

Wenn unter 25-Jährige im Hartz-IV-Bezug ohne Zustimmung des Jobcenters aus dem Elternhaus ausziehen, werden weder Umzugs- noch Wohnungskosten übernommen. Zudem wird auch die Regelleistung für den Lebensunterhalt gekürzt. Für eine Zustimmung zum Auszug aus dem Elternhaus müssen aber schwerwiegende Gründe vorliegen, wie bspw.

  • amtlich dokumentierte unzumutbare Wohn- oder Familienverhältnisse
  • Aufnahme von Arbeit oder Ausbildung an einem weit entfernten Ort
  • Schwangerschaft, Eheschließung oder Begründung einer Lebenspartnerschaft

Aufforderung zum Umzug

Häufig fordert das Jobcenter Empfänger:innen von Hartz IV-Leistungen zum Umzug auf, um die Wohnkosten zu senken. Die bisherigen Mietkosten werden zunächst weitergezahlt, bis eine günstigere Wohnung gefunden worden ist – aber nur maximal sechs Monate lang. Danach übernimmt das Amt nur noch den „angemessenen“ Teil der Miete. Ausnahmsweise kann die bisherige Miete weitergezahlt werden, wenn ein Umzug für den:die Bezieher:in von Hartz IV unzumutbar wäre. Gründe dafür können bspw. Krankheit, Behinderung oder fortgeschrittenes Alter sein. Auch wenn nach ärztlichem oder psychologischem Gutachten ein mit dem Umzug verbundener Schulwechsel für Kinder nicht zu verkraften wäre, ist ein Verbleib in der bisherigen Wohnung möglich.

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