Wohnungsmarkt:

Wird es bald wieder leichter, eine Wohnung zu finden?


Interview mit Jan Hebecker, Leiter Märkte & Daten bei ImmobilienScout24

Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei ImmobilienScout24, beschäftigt sich unter anderem mit Marktentwicklungen am Immobilienmarkt, Preisentwicklungen und Vorhersagen, wie sich die Märkte zukünftig entwickeln.

 

Wird es eine Entlastung durch politische Maßnahmen auf dem Wohnungsmarkt geben?

Jan Hebecker: Es wird eine Entlastung auf dem Wohnungsmarkt geben, weil sich die Bevölkerungsentwicklung etwas abschwächt. Ich gehe davon aus, dass diese Entlastung auf dem Wohnungsmarkt erst in den nächsten 3-5 Jahre spürbar wird. Momentan werden mehr Wohnungen gebaut und genehmigt. Leider haben viele noch das Gefühl, dass diese Maßnahmen nicht auf dem Wohnungsmarkt ankommen. Das erklärt sich damit, dass in den vergangenen Jahren einfach zu wenig Wohnungen in Deutschland gebaut wurden. Es dauert aber jahrelang, bis der Überhang abgebaut ist. Darum entspannt sich der Wohnungsmarkt momentan noch nicht.


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Rückkäufe von Wohnraum durch die Städte - macht das Sinn?

Jan Hebecker: Prinzipiell haben Kommunen bei jeder Grundstücksveräußerung die Möglichkeit ein Vorkaufrecht in Anspruch zu nehmen. Das nutzen einige Kommunen, um Wohnungsbestände wieder zu kaufen und überzogenen Marktpreisen entgegen zu wirken. Für Wohnungssuchende bringt das erst einmal keinen Vorteil. Die zweite Diskussion, die damit einhergeht ist die Enteignungsdiskussion. Ich halte Enteignung für keine geeignete Maßnahme. Die Bestände sind vor einigen Jahren von den Kommunen veräußert worden und man muss sich vielleicht eher als Kommune fragen, was man damals nicht richtig gemacht hat. Für die Steuerung der Mietpreise gibt es effektivere Möglichkeiten. Die Kommunen haben eigene Wohnungsgesellschaften und können Bestände aufbauen und dort auch Mietpreispolitik betreiben.


Deutschland ist ein Mieterland. Macht es Sinn, mehr Menschen ins Eigentum zu bringen?

Jan Hebecker: Momentan ist der Markt in einigen Segmenten aus dem Ruder gelaufen. Das führt dazu, dass einige Eigentumswohnungen in Stadtlage sehr teuer geworden sind. Darum muss man als Kommune schauen, dass man preisgünstigen Wohnraum auch für Käufer zur Verfügung stellt. Das kann nur durch eine günstige Baulandpolitik passieren.





Nach 12 Jahren Immobilienboom: Wohnungsmieten und Neubaukaufpreise stagnieren


Im bundesdeutschen Durchschnitt stagnieren die Angebotsmieten für Bestandswohnungen. Im November 2018 waren sie sogar erstmals seit April 2007 rückläufig. Nach einem leichten Anstieg im Dezember sanken sie im Januar wieder, um seitdem zu stagnieren. Diese Ergebnisse liefert der IMX – der Immobilienindex von ImmobilienScout24. Der IMX schwankt um 141 Indexpunkte und zeigt damit stagnierende Angebotsmieten.




 

Ralf Weitz, Geschäftsführer von ImmobilienScout24:

"Die Mieterhöhungen der vergangenen Jahre scheinen jetzt in eine Stagnationsphase überzugehen. Dieser Entwicklung könnte eine Phase weniger stark wachsender Miete einläuten."


Regional und innerhalb der Städte werden die gesamtdeutschen Durchschnittswerte nicht in dieser Form sichtbar. Derzeit steigen die Mieten und Kaufpreise in den deutschen Metropolen weiter an, während sich die Preise in anderen Regionen abschwächen.


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