Leitfaden für Hauskäufer: So besichtigen Sie richtig

Hauskauf: Gutachten bringt Sicherheit

Bauqualität, Grundstücksrechte, energetischer Zustand – beim Hauskauf steht viel auf dem Spiel. Wie Sie bei der Besichtigung und Recherche alles richtig machen, lesen Sie hier.

Lebensqualität ist das wichtigste Ziel beim Kauf eines Eigenheims. Damit der Hauskauf zudem eine lohnende Investition in die Zukunft wird, brauchen Sie bei der Besichtigung einen kühlen Kopf und den Rat eines Sachverständigen.

Intuition ist wichtig - aber nicht alles


Ist der erste Eindruck positiv, sollten Sie sich über den Zustand des Hauses informieren.

Viele Menschen verlassen sich auf ihr Bauchgefühl, wenn es um den Kauf eines Hauses geht. Die Atmosphäre, der Blick aus dem Fenster und die Umgebung sind selbstverständlich wichtig für das Wohlbefinden. Eine ebenso große Rolle spielen aber sachliche Kriterien wie die Qualität der Bausubstanz, die Effizienz der Heizungsanlage oder Alter und Beschaffenheit der Fenster. Denn: Diese Punkte sind gerade beim Kauf einer älteren Immobilie entscheidend für den Preis und die Finanzierung. 

Das Bauchgefühl taugt beim Hauskauf nur für den ersten Schritt: die Entscheidung, ob die Immobilie überhaupt infrage kommt. Wenn Sie nach einem positiven ersten Eindruck ernsthaftes Interesse haben, sollten Sie den Zustand des Hauses systematisch erkunden. Als Käufer müssen Sie genau wissen, welche Nebenkosten und welcher Aufwand für Modernisierungen, Umbauten und Nachrüstungen in den nächsten Jahren auf Sie zukommen. Nur auf dieser Grundlage lässt sich eine tragfähige Finanzierung berechnen.

Baufinanzierungsrechner

Vor der Besichtigung grundsätzliche Fragen klären

Je mehr Sie vor der Besichtigung über das Haus, das Grundstück und die Umgebung wissen, desto gezielter können Sie beim ersten Rundgang Eindrücke und Informationen sammeln. Fragen Sie den Verkäufer vorab nach Eckdaten wie Alter und Größe des Hauses, den energetischen Zustand, die Ausstattung und den Grund für den Verkauf. Hilfreich ist auch ein Grundriss. Damit sehen Sie vorab, ob die Größe und Aufteilung der Räume Ihren Ansprüchen genügen und zu Ihrer Einrichtung passt. Aus solchen Informationen ergeben sich Fragen, die Sie auf Ihrer Checkliste für die Besichtigung notieren sollten. Vor dem ersten Termin mit dem Verkäufer empfiehlt sich ein Rundgang durch das Wohnviertel. So können Sie die Verkehrsanbindung und Einkaufsmöglichkeiten erkunden und sich ein Bild von der Umgebung sowie der Nachbarschaft machen.

Raumaufteilung und Ausstattung kritisch prüfen


Beachten Sie bei der Besichtigung, ob die Raumaufteilung zu Ihrer Einrichtung passt.

Den ersten Besichtigungstermin sollten Sie an einem Werktag bei Tageslicht vereinbaren. So bekommen Sie einen realistischen Eindruck von den Lichtverhältnissen im Haus, der Geräuschkulisse in der Nachbarschaft und von der Parkplatzsituation. Neben der Checkliste zum Abhaken aller wichtigen Punkte sollten Sie Zollstock und Kompass dabei haben, um sowohl die Maße als auch die Lage von Wohnräumen, Balkon oder Terrasse zu prüfen.

Achten Sie bei der Raumaufteilung nicht nur auf Größe und Helligkeit, sondern auch auf die Nutzbarkeit. Günstig sind mehrere ähnlich große Räume, die flexibel als Schlafzimmer, Kinderzimmer, Gästezimmer oder Home Office genutzt werden können. Bei der Ausstattung sollten Sie überlegen, was Ihnen fehlt oder nicht gefällt. Zusätzliche Steckdosen und Anschlüsse, neue Bodenbeläge oder eine Badmodernisierung sind kostspielig und aufwändig.

Mängel herausfinden und Expertenrat einholen

In jedem älteren Haus verbergen sich Schäden und Defekte. Verfärbter Putz, muffige Gerüche, feuchte Fensterrahmen oder Holzmehl auf dem Dachboden liefern Hinweise darauf. Dahinter stecken oft größere Baumängel, die hohe Sanierungskosten verursachen, warnt der Verband Privater Bauherren. Notieren Sie sich beim ersten Besichtigungstermin alles, was Ihnen auffällt, auch vermeintliche Kleinigkeiten. Auf keinen Fall sollten Sie sich auf Angaben des Verkäufers oder Maklers verlassen, denn insbesondere Makler möchten häufig in erster Linie schnell verkaufen und wissen über die Mängel der Immobilie mitunter selbst nicht Bescheid.

Auf der sicheren Seite sind Sie als Hauskäufer mit einem Wert- und Sanierungsgutachten eines unabhängigen Sachverständigen. Solche Experten finden Sie beim Verband Privater Bauherren, bei Verbraucherzentralen oder Prüfinstitutionen wie TÜV oder DEKRA. Wenn Sie nach einer ersten Besichtigung von einem Haus überzeugt sind, empfiehlt es sich, einen zweiten Termin gemeinsam mit dem Gutachter wahrzunehmen. Dieser kann einige Stunden in Anspruch nehmen. Wenn sich der Verkäufer dagegen sträubt, spricht das nicht für seine Seriosität. In diesem Fall sollten Sie kein Risiko eingehen und vom Kauf Abstand nehmen.

Bevor Sie sich für ein Haus entscheiden, steht noch ein Besuch beim Bauamt an. Informieren Sie sich über das Grundstück und mögliche Rechte Dritter oder Einschränkungen der Behörden. Wichtig ist ein Blick in den Bebauungsplan für die Umgebung. So wissen Sie, was dort in den kommenden Jahren entstehen soll – ein entscheidender Punkt für die Lebensqualität im neuen Zuhause.

 

 

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