Mieterhöhung

Können Mieter die Wohnfläche einfach bestreiten?

Der Mieter einer Dachgeschosswohnung wollte eine Mieterhöhung nicht akzeptierten, da er die vom Vermieter angegebene Größe seiner Wohnung anzweifelte. Nachgemessen hatte der Mieter allerdings nicht – der Fall ging vors Gericht.


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Der Vermieter einer Dachgeschosswohnung wünschte vom Mieter die Zustimmung zu einer Mieterhöhung. Dabei legte er eine Wohnfläche von 92,54 m2 zugrunde. Der Mieter bezweifelte die Wohnungsgröße und verlangte einen geeigneten Nachweis. Darauf wollte sich der Vermieter nicht einlassen und erhob Klage auf Zustimmung zur Mieterhöhung.

Amts- und Landgericht wiesen die Klage ab


Sowohl das Amtsgericht als auch das Landgericht Mainz wiesen die Klage ab. Nach Ansicht der Gerichte habe der Mieter die vom Vermieter angegebene Wohnungsgröße einfach bestreiten dürfen. Es sei Sache des Vermieters die genaue Wohnungsgröße zu ermitteln. Vom Mieter könne nicht erwartet werden, dass er seine Wohnung selbst vermesse; zumal die Flächenermittlung bei all den Dachschrägen ohne fachliche Beratung ohnehin nur sehr grob ausfallen würde. Gegen diese Entscheidung legte der Vermieter Revision ein – mit Erfolg!



Bundesgerichtshof steht hinter dem Vermieter


Der Bundesgerichtshof entschied zugunsten des Vermieters und hob die Entscheidung des Landgerichts auf. Ein Bestreiten der vom Vermieter angegebenen Wohnungsgröße genüge nicht. Vielmehr müsse die Mieterin selbst einen bestimmten Flächenwert vortragen. Da die Vermessung einer Dachgeschosswohnung aufgrund ihrer Schrägen kompliziert sei, genüge eine laienhafte Vermessung im Rahmen der Möglichkeiten des Mieters. Auch wenn die Größe der gemieteten Wohnung im Mietvertrag nicht angegeben ist, sei es dem Mieter in aller Regel selbst möglich, die Wohnfläche überschlägig zu vermessen und im Ergebnis einen bestimmten abweichenden Flächenwert aufzuzeigen

(Bundesgerichtshof, Urteil vom 31.05.2017 – VIII ZR 181/16)


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