Vermietung über Airbnb

Kündigung erst nach Abmahnung

Bei unbefugter Untervermietung einer Wohnung über airbnb.com oder ein ähnliches Portal darf der Vermieter seinem Mieter erst kündigen, wenn eine vorhergehende Abmahnung erfolglos bleibt.


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Illegale Untervermietung: Kündigung?

  1. Der Fall
  2. Das Urteil
  3. Abmahnung notwendig

Der Mieter eines Appartements in Bayern vermietete seine Wohnung dreimal über airbnb.com an Urlauber. Sein Mietvertrag belegt allerdings eindeutig, dass er dazu nicht berechtigt ist. Vielmehr hätte er seine Vermieterin um Erlaubnis fragen müssen. Da der Mieter darüber hinaus seine Miete nicht immer pünktlich zahlte und einen Schuhschrank im Hausflur deponiert hatte, ärgerte sich die Eigentümer besonders über die Vermietung, der sie nicht zugestimmt hatte und kündigte das Mietverhältnis.

Der Beklagte ließ sich rechtlich beraten und unterließ fortan die Untervermietungen. Daraufhin klagte die Vermieterin auf Räumung und Herausgabe der Wohnung.

Landgericht wies Klage der Vermieterin ab


Vor dem Amtsgericht hatte die Klägerin Erfolg. Auf die Berufung des Beklagten wurde das Urteil jedoch vom Landgericht Amberg aufgehoben und die Klage abgewiesen. Das Landgericht befand, dass die Vermieterin keinen Anspruch auf Räumung und Herausgabe der Wohnung hat, da sie es versäumt hatte, dem Mieter eine Abmahnung zu schicken. Ohne zuvor abzumahnen, könne weder außerordentlich noch ordentlich gekündigt werden.



Abmahnung unbedingt notwendig


Mit der Abmahnung werden zwei Ziele verfolgt: Eine künftige Pflichtverletzung des Mieters soll unterbunden und die Vertrauensgrundlage wiederhergestellt werden. Die unerlaubte Untervermietung wiege laut Landgericht nicht so schwer, dass eine Vertragsfortsetzung vonseiten der Vermieterin unzumutbar wäre. Erst wenn der Mieter – ungeachtet einer vorherigen Abmahnung – weiterhin seine Wohnung an Urlauber vermiete oder aber besondere Abnutzungserscheinungen aufgrund der Untervermietung festgestellt würden, bekäme der Sachverhalt das erforderliche Gewicht.

(LG Amberg, Urteil vom 9.8.2017 – 24 S 299/17)


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