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Anschlussfinanzierung bei geringer Restschuld

 

Nach mehreren Finanzierungsrunden ist es endlich so weit: Die Restschuld Ihrer Immobilienfinanzierung ist auf wenige zehntausend Euro geschrumpft.

Banken gewähren jedoch selten eine Anschlussfinanzierung für Beträge unter 50.000 Euro. Was Sie in solch einem Fall tun können und wie Sie dem Problem vorbeugen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

 

Gleich zum Wunschthema:

 


Anschlussfinanzierungsrechner

 

Wie hoch ist der Mindestbetrag für eine Anschlussfinanzierung?

 

Die meisten Immobilienkredite beginnen erst bei einer Summe von 50.000 Euro. Wer ein Haus kauft oder baut, für den stellt dieser Mindestbetrag meistens keine Hürde dar, da das benötigte Kapital für das Eigenheim im Normalfall weit über dieser Summe liegt. Schwierig wird es erst dann, wenn Sie im Rahmen Ihrer Anschlussfinanzierung eine Restschuld haben, die unterhalb dieser Grenze liegt.

Dann nämlich kann es sein, dass Ihnen die Bank keinen Immobilienkredit zur weiteren Anschlussfinanzierung oder Umschuldung gewähren möchte.

Manche Banken lassen sich zwar auch auf ein Anschlussdarlehen in Höhe von 50.000 oder 20.000 Euro ein. Dafür verlangen sie aber auch erhebliche Zinsaufschläge, sodass Sie als Kreditnehmer nicht mehr von den niedrigen Zinssätzen der Immobilienfinanzierung profitieren können.

 

 

Welche Alternativen gibt es für ein Anschlussdarlehen mit geringer Restschuld?

 

Verweigert Ihnen die Bank ein Anschlussdarlehen aufgrund der zu niedrigen Restschuld, haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

1. Aufstockung der Darlehenssumme:

 

Ein Weg, um die Bank zur Kreditvergabe zu bewegen, ist die Aufstockung der Darlehenssumme auf den Mindestbetrag.

Als Immobilienbesitzer kommen immer wieder Kosten für Reparaturen, Modernisierungen oder Sanierungsarbeiten auf Sie zu – das zusätzliche Kapital aus dem Kredit kann für diese Aufwendungen an die Seite gelegt werden.

Benötigen Sie es bis zum Ende der Laufzeit nicht, können Sie es im Idealfall zum Ablösen einer eventuell erneut auftretenden Restschuld nutzen.

2. Eine Konsumentenkredit:

 

  1. Inanspruchnahme eines Konsumentenkredits : Kommt eine Aufstockung der Darlehenssumme für Sie nicht infrage, können Sie einen zweckungebundenen Konsumentenkredit aufnehmen. Im Vergleich zur Baufinanzierung sind diese Kredite jedoch deutlich teurer. Entweder sind die Zinsen oder die monatlichen Raten erheblich höher. In Niedrigzinsphasen lohnt sich dennoch ein Kreditvergleich.

 

 


Zum Vergleich: 

Einen Immobilienkredit über 150.000 Euro mit einer Laufzeit von 60 Monaten bekommen Sie bereits zu einem Zinssatz von 0,6% und einer monatlichen Rate von 324 Euro.

Ein Ratenkredit in Höhe von 40.000 Euro kostet Sie bei einem fast gleichen Zinssatz von 0,69% und einer identischen Laufzeit jedoch 847 Euro pro Monat, da dieser innerhalb der 60 Monate komplett abbezahlt werden muss.

Bei einer Summe von 10.000 Euro und einer Laufzeit von 48 Monaten steigt der Zinssatz je nach Bonität und Bank sogar schnell auf 2% bis 5%.

Die oft beworbenen Kredite mit Zinsen knapp über 0% werden meistens nur Kunden gewährt, die über eine herausragende Bonität verfügen – dazu gehören laut Schätzung des FMH allerdings höchstens 3% aller Kreditnehmer.

Eine Senkung der monatlichen Belastung ist durch eine Laufzeitverlängerung möglich – allerdings beschränken die meisten Banken die Laufzeit für Konsumentenkredite auf 120 oder 144 Monate und die Zinsen steigen bei längerer Laufzeit.

Wer also nur eine bestimmte Summe als monatliche Rate investieren kann, muss bei den Konsumentenkrediten möglichst viele Angebote vergleichen und sich darauf einstellen, dass die Tilgung höher ausfallen wird, als es bei der bisherigen Anschlussfinanzierung der Fall war.


Tipp: 

Wer einen zweiten Kreditnehmer mit in den Kreditvertrag aufnimmt, bekommt oftmals bessere Konditionen, da die Banken durch das zweite Einkommen besser abgesichert sind.

Wenn möglich, sollten Sie also beispielsweise Ihren Ehepartner mit in die Anschlussfinanzierung einbeziehen, um das bestmögliche Angebot für die Tilgung der geringen Restschuld zu bekommen.

Auch wenn das Vergleichen von Angeboten häufig zum Erfolg führt: Im Falle einer niedrigen Restschuld werden Sie eher bei Ihrer bisherigen Bank eine Anschlussfinanzierung beziehungsweise Prolongation erhalten als bei einem neuen Kreditinstitut.

Der Aufwand für die Kreditbearbeitung und Auszahlung ist im Vergleich zu den erwartbaren Zinsen und damit Gewinnen für die Bank meistens zu hoch, weshalb Sie als Neukunde eher schlechte Chancen auf ein Anschlussdarlehen in Höhe von 50.000 Euro oder weniger haben werden.

 

 

Bekomme ich ein Forward-Darlehen unter 50.000 Euro?

 

Auch ein Forward-Darlehen werden Sie nur in Ausnahmefällen in einer Höhe unter 50.000 Euro erhalten. Tatsächlich ist der Zinsvorteil, den Sie sich als Kreditnehmer durch die vorzeitige Sicherung der aktuellen Konditionen erwarten, aufgrund der geringen Summe und der kürzeren Laufzeit bis zur Tilgung nicht so groß wie bei einem höheren Darlehen.

Statt also einen Zinsaufschlag beim Forward-Darlehen hinzunehmen, der eventuelle finanzielle Vorteile zu einem Großteil direkt zunichtemacht, sollten Sie sich besser eine andere Art der Anschlussfinanzierung suchen, um Ihre geringe Restschuld zu tilgen.

 

 

Problem des Mindestbetrags bei der Anschlussfinanzierung umgehen

 

Wenn sich vor der zweiten oder dritten Finanzierungsrunde bereits abzeichnet, dass am Ende der Sollzinsbindung nur noch eine geringe Restschuld von mehreren zehntausend Euro übrigbleibt, sollten Sie ein Volltilgerdarlehen in Betracht ziehen. Im Gegensatz zu einem Annuitätendarlehen werden beim Volltilgerdarlehen die Tilgungsraten so berechnet, dass am Ende der Laufzeit die gesamte Darlehenssumme abbezahlt ist – es bleibt also keine Restschuld.


Beispiel: Beträgt die voraussichtliche Restschuld beispielsweise 20.000 Euro und die Laufzeit ist auf zehn Jahre festgelegt, müssen Sie im Jahr nur 2.000 Euro mehr zahlen, um dem Problem mit der zu geringen Restschuld entgegenzuwirken.

Das macht eine zusätzliche Belastung von rund 167 Euro.

Reicht Ihr Einkommen aus, um die höheren Raten zu zahlen, sollten Sie auf jeden Fall Ihre Bank nach einem Volltilgerdarlehen fragen. Selbst bei einem geringfügig höheren Zinssatz zahlen Sie in den meisten Fällen mit dieser Art des Kredits weniger als bei der Aufnahme eines Ratenkredits zur Tilgung der Restschuld.

 


 

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