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Notarielle Beurkundung

Einige Verträge werden nur dann wirksam, wenn ein Notar sie beurkundet. Auch die notarielle Beurkundung von Immobilienkaufverträgen ist gesetzlich vorgeschrieben. In diesem Artikel beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen rund um die notarielle Beurkundung, was sie kostet und wie sie abläuft.


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Was ist eine notarielle Beurkundung und wann ist sie notwendig?


Im Rahmen einer notariellen Beurkundung wird von einem Notar eine Urkunde erstellt, welche die Rechtmäßigkeit der Vereinbarungen, Handlungen oder Aussagen der beteiligten Personen nachweist. Eine notarielle Beurkundung ist notwendig, um nachzuweisen, dass eine bestimmte Willenserklärung tatsächlich wirksam ist.

Die notarielle Beurkundung von Grundstückskaufverträgen ist insbesondere in der Immobilienbranche gesetzlich vorgeschrieben. Erst ein notarieller Kaufvertrag macht den tatsächlichen Eigentumsübergang möglich, der anschließend in das Grundbuch eingetragen wird.

  • Identität und Geschäftsfähigkeit der Parteien prüfen
  • Die Beteiligten über ihre Rechte und Pflichten aufklären
  • Aufnahme der Erklärung in die Urkunde
  • Vorlesen der Urkunde
  • Genehmigung der Urkundeninhalte durch die Parteien
  • Unterschrift der Urkunde durch die Parteien und den Notar
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Ablauf einer notariellen Beurkundung


Unabhängig davon, was beurkundet werden soll, hält der Notar während der Beurkundung immer die folgenden Schritte ein:

  1. Identität und Geschäftsfähigkeit der Parteien prüfen
  2. Die Beteiligten über ihre Rechte und Pflichten aufklären
  3. Aufnahme der Erklärung in die Urkunde
  4. Vorlesen der Urkunde
  5. Genehmigung der Urkundeninhalte durch die Parteien
  6. Unterschrift der Urkunde durch die Parteien und den Notar

Durch die Vertragsunterzeichnung der Parteien und des Notars wird bestätigt, dass der Vertragsinhalt im Sinne der Parteien formuliert wurde und deren Willen entspricht. Die Parteien erhalten jeweils eine beglaubigte Kopie der Beurkundung, während der Notar das Original behält.



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Kosten einer notariellen Beurkundung


Je nach Umfang und Aufwand für den Notar fallen für die notarielle Beglaubigung Kosten in variabler Höhe an. Das sogenannte Gerichts- und Notarkostengesetz setzt für jede Art von Geschäft einen bestimmten Kostensatz an, der eingehalten werden muss. Die Beurkundungsgebühr setzt sich aus der vorhergehenden Beratung der Parteien durch den Notar, dem Beurkundungsentwurf und der eigentlichen notariellen Beurkundung, die am Ende stattfindet, zusammen.

Beispielrechnung für die Kosten einer notariellen Beurkundung


Der Notar übernimmt die Beurkundung des Kaufvertrages und die Grundschuldbestellung. Die Grundschuld befähigt die Bank des Käufers zur Zwangsversteigerung der Immobilie, falls der Käufer nicht mehr fähig ist, den laufenden Kredit zu tilgen. Der Kaufpreis der Immobilie beläuft sich auf 250.000 Euro, die einzutragende Grundschuld beträgt 200.000 Euro und der Kauf soll über ein Notaranderkonto abgewickelt werden.

Für diese Dienstleistungen werden folgende Gebühren fällig:

Tätigkeit Kosten
Beurkundung des Kaufvertrages           864,00 Euro
Vollzug des Geschäfts       216,00 Euro
Sonstige betreuende Tätigkeit 108,00 Euro
Abwicklung über Anderkonto       662,00 Euro
Beurkundung der Grundschuld/Hypothek 357,00 Euro
Zwischensumme            2.207,50 Euro
zzgl. 19 Prozent MwSt.     419,43 Euro
Summe der Notargebühr 2.626,93 Euro