Jetzt kostenlose Bewertung starten →

Das Haus ist so gut wie verkauft und die Beurkundung soll terminiert werden. Doch wer bestellt den:die Notar:in? Wer kommt für die Kosten auf? Und wie läuft es in der Regel beim Kauf von dem:die Bauträger:in? In diesem Beitrag erhalten Sie dazu die passenden Antworten. Zusätzlich erfahren Sie Einzelheiten zu den gesetzlichen Grundlagen und sehen an einem Beispiel, wie sich die Gebühren vom Gericht und von dem:der Notar:in bei einem Immobilienverkauf zusammensetzen.


Mann sitzt in seinem Büro

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Normalfall bestellt der:die Käufer:in das Notariat und bezahlt das Honorar.
  • Damit wird eine Erhöhung des Kaufpreises durch Honorarkosten und die damit höhere Grunderwerbssteuer vermieden.
  • Die Notar:innengebühren sind in einer Gebührenordnung festgelegt.
  • Die Käufer:innen und die Verkäufer:innen haften gesamtschuldnerisch für das Honorar des:der Notars:in.
  • Wird ein Neubau verkauft und handelt es sich bei dem:der Verkäufer:in um einen Bauträger, bestellt meistens dieser das Notariat.
  • In einigen Fällen können die Notar:innengebühren steuerlich geltend gemacht werden.
  • Ein:e gute:r Makler:in erzielt für Sie einen guten Verkaufspreis. Hier können Sie sich eine:n Makler:in aus Ihrer Region empfehlen lassen.

Sie überlegen, Ihre Immobilie zu verkaufen?

Warum muss ich beim Immobilienkauf einen Notar einschalten?

Nach deutschem Recht muss für die Abwicklung eines Immobilienverkaufs ein:e Notar:in hinzugezogen werden. Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist in § 311b BGB festgelegt, dass ein Immobilienkaufvertrag stets notariell beurkundet werden muss. Der Eigentümer:innenwechsel kommt ansonsten nicht zustande. Dieser berät den:die Verkäufer:in und den:die Käufer:in in allen rechtlichen Belangen und beurkundet schließlich den Kaufvertrag. Erst mit der notariellen Beurkundung wird der Vertrag rechtskräftig.


Vertragsunterzeichnung bei Noatar:in

Der:die Gesetzgeber:in bringt damit zum Ausdruck, dass ein Immobiliengeschäft eine hohe Bedeutung hat und besondere Risiken und Auswirkungen bei den beteiligten Vertragsparteien haben kann. Nicht zuletzt zeigt sich die Bedeutung ebenso im Grundbuchrecht. Schließlich genießt das Grundbuch öffentlichen Glauben. Das bedeutet, dass jede:r glauben darf, dass die Einträge im Grundbuch korrekt sind.

Das Notariat hat also den Auftrag, diese Risiken zu minimieren und sicherzustellen, dass der Vertrag rechtswirksam abgeschlossen wird.

Welche Leistungen übernimmt der Notar?

Neben der Sicherstellung der Rechtswirksamkeit übernimmt das Notariat weitere Aufgaben im Zuge der Abwicklung des Immobiliengeschäfts. Dazu zählen ebenso beratende Aufgaben für alle Beteiligten.

Zu den weiteren Dienstleistungen gehören:

  • Protokollierung des Kaufvertrages
  • Einholen von notwendigen Genehmigungen (etwa Vorkaufsrechtsverzichtserklärungen)
  • Einträge sowie Löschung von Auflassungsvormerkungen
  • Weiterleitung von Unterlagen an das Finanzamt und Grundbuchamt

Hausverkauf – wer bestellt den Notar und bezahlt die Kosten?

Der:die Verkäufer:in und der:die Käufer:in müssen sich auf ein gemeinsames Notariat einigen, da es hierzu keine vorgegebene Regelung gibt. Üblicherweise werden die Notarkosten in Deutschland von dem:der Käufer:in übernommen. Daher ist es sinnvoll, dass der:die Käufer:in das Notariat beauftragt. Wer bestellt, der zahlt auch die Rechnung.

Eine Ausnahme von der Regel gibt es meist, wenn es sich bei der Immobilie um einen Neubau und bei dem:der Verkäufer:in um einen Bauträger handelt. In diesem Fall bestimmt oft dieser den:die Notar:in. Das ist sinnvoll, denn häufig handelt es sich beim Bauträger um gleichartige Kaufverträge. Das Notariat hat in solchen Fällen oft alle Unterlagen vom Objekt und die Beurkundung geht somit zügiger.


Play Video-Preview

Auch die Begleichung des Notar:innenhonorars sowie die Bezahlung der Kosten für den Grundbucheintrag und die Grunderwerbssteuer erfolgen normalerweise durch den:die Käufer:in des Objekts. Das hat gute Gründe:

  • Wird der:die Notar:in durch den:die Verkäufer:in beauftragt und bezahlt, erhöht dessen Honorar den Gesamtpreis für die Immobilie.
  • Durch die erhöhte Kaufsumme verändert sich gleichzeitig die Grunderwerbssteuer. Schließlich bemisst sich deren Höhe am Kaufpreis.

Für den:die Verkäufer:in fallen gegebenenfalls Notar:innengebühren für das Löschen von Grundbuchbelastungen wie beispielsweise eine Grundschuld zur Sicherstellung eines Immobiliendarlehens an.


Notar:in handelt neutral

Die Aufgabe des Notariats ist der Schutz von Käufer:in und Verkäufer:in. Verkäufer:innen sollen sichergehen, ihr Geld zu erhalten, und Käufer:innen sollen sichergehen, dass die Immobilie überschrieben wird. Ein:e Notar:in darf keine Partei bevorzugen oder benachteiligen.


Eine:r bestellt – beide haften

Unabhängig davon, wer den:die Notar:in beauftragt: Für die Begleichung der Notarkosten haften beide Parteien gesamtschuldnerisch.

Beachten Sie: Ein großer Teil der Kosten entsteht bereits mit Zustellung des Kaufvertragsentwurfs an die Beteiligten. Das bedeutet, wenn Sie ein Notariat für die Beurkundung eines Kaufvertrages beauftragen und vor dem Termin einen Rückzieher machen, berechnet der:die Notar:in seine:ihre Gebühren. Dabei ist zu beachten, dass ein:e Notar:in ein öffentliches Amt ausübt. Das bedeutet: Die Gebühren müssen berechnet werden und es gibt keinen Ermessensspielraum.


Klausel im Maklervertrag beachten

Der Verkauf über Makler:innen ist häufig sinnvoll, um ein optimales Verkaufsergebnis zu erzielen. Im Rahmen der Beauftragung wird ein Maklerauftrag erteilt, der häufig die Vollmacht zur Bestellung eines Notariats auf Kosten des:der Käufers:in enthält.


Besprechung und Streichung von Klauseln im Maklervertrag

Möchten Sie stattdessen eine:n Notar:in Ihres Vertrauens beauftragen, sprechen Sie mit dem:der Makler:in über die Streichung dieser Klausel.


Warum es für Verkäufer:innen wichtig ist, dass Käufer:innen das Notariat beauftragen

Wenn Sie Ihr Haus verkauft haben, sollten Sie darauf achten, dass Ihr:e Käufer:in das Notariat auswählt und bestellt. Nur so können Sie sicher sein, dass Ihre Käufer:innen die Notar:innenrechnung bezahlen müssen, falls sie sich vor Beurkundung gegen den Kauf Ihres Hauses entscheiden.

Welche Kosten entstehen für die Beurkundung von Kaufverträgen?

Die Gebühren sind in Gebührenordnungen sowohl für die Notariate als auch für die Kosten beim Grundbuchamt bundesweit festgelegt. Die Höhe bemisst sich in erster Linie nach dem Kaufpreis sowie der einzutragenden Grundschuld für Ihre Bank. Sie können insgesamt von etwa 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises ausgehen.


Die Grundlagen der Gebühren

Die konkreten Kosten sind durch § 38 Abs. 2 der Kostenordnung (KostO) geregelt. Aus dem Grund gibt es keinerlei Verhandlungsspielräume und anderslautende Vereinbarungen sind unwirksam.

Die detaillierte Festlegung der Beträge nach Geschäftswert (beim Immobilienkauf der Kaufpreis) geschieht über die Begrifflichkeiten „volle Gebühr“, „halbe Gebühr“ und „doppelte Gebühr“ in § 32 KostO:

  • Die volle Gebühr: 10 Euro bis zum Geschäftswert von 1.000 Euro. (Obergrenze für den Geschäftswert: 60 Millionen Euro)
  • Beispiel doppelte Gebühr: Diese Gebühr wird für die Beratung, den Entwurf und die Beurkundung eines Vertrages berechnet.
  • Beispiel halbe Gebühr: Einholung von Genehmigungen sowie Löschungsbewilligungen.

Welchen Aufwand das Notariat für die einzelnen Tätigkeiten zu betreiben hat, spielt keine Rolle. Dazu gehören beispielsweise mehrfache Beratungen. Für die Auswahl eines Notariats müssen Sie also keinen Preisvergleich anstellen.


Auslagen erhöhen die Notar:innengebühren

Zu den Gebühren kommen noch die Auslagen des Notariats. Hier sind einige Anhaltspunkte für die Auslagen:

  • Portokosten, Telefonkosten (etwa 20 Euro)
  • Für Schreibauslagen wird eine Pauschale je Dokument erhoben. Diese beträgt etwa 0,15 Euro je Seite. Erfahrungsgemäß ergibt das in der Notar:innenrechnung eine Position von rund 10 Euro.

In einigen Fällen wird ein Notar:innenanderkonto benötigt

Das Notar:innenanderkonto, auch Anderkonto genannt, ist ein Treuhandkonto, das den korrekten Zahlungsstrom bei einem Immobilienkauf sicherstellt. Wird es benötigt, entstehen zusätzliche Kosten.

Die Käufer:innen überweisen auf dieses Konto den Kaufbetrag und die Verkäufer:innen erhalten aus diesem Konto den Kaufpreis. Die Führung des Kontos hat ein Notariat. Es ist damit die sicherste Art und Weise, ein Immobiliengeschäft abzuwickeln.


Mann überweist Kaufbetrag auf Anderkonto

Nach § 54a Absatz 2 des Beurkundungsgesetzes (BeurkG) muss dazu ein berechtigtes Sicherungsinteresse vorliegen. Ob diese Bedingung vorliegt, obliegt der Beurteilung des:der Notar:in. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Übergabe der Immobilie vor dem Eigentumsübergang (Grundbucheintrag) geplant ist.

Hier ein Beispiel für die Beurkundung eines Kaufvertrages für eine Immobilie mit einem Kaufpreis von 300.000 Euro und einer einzutragenden Grundschuld in Höhe von 250.000 Euro:

Notarkosten   Grundbuchkosten  
Beurkundung des Kaufvertrages 1.270,00 € Auflassungsvormerkung 317,50 €
Vollzugstätigkeiten* 317,50 € Eigentümer:innen umschreiben 635,00 €
Betreuungsgebühr** 317,50 € Grundschuld eintragen 535,00 €
Beurkundungsgebühr Grundschuld 535,00 € Auflassungsvormerkung löschen 25,00 €
Notarkosten netto 2.440,00 €    
19 % MwSt. 463,60 €    
Gesamtkosten 2.903,60 €   1.512,50 €


* Vollzugstätigkeiten: Beratung sowie Entwurfsfertigungen der einzelnen Dokumente
** Betreuungsgebühr: Überwachung der Eigentumsumschreibung, Überwachung des Zahlungsverkehrs zwischen Käufer:in und Verkäufer:in

Notarkosten steuerlich geltend machen

Liegen bestimmte Voraussetzungen vor, können Sie die Notarkosten von Ihrem zu versteuernden Einkommen absetzen. Die Voraussetzung ist, dass diese Kosten in Zusammenhang mit dem Erzielen von Einnahmen stehen. Das ist bei Immobilien der Fall, die Sie vermieten. Ebenso gehören dazu Immobilien zur gewerblichen Nutzung. Kaufen Sie also ein Haus, um dort Ihren Internethandel zu betreiben, zählen die Notarkosten beim Kauf zu den Kosten Ihres Gewerbes. Bei diesem Beispiel gehören die Notarkosten genauso zu den Werbungskosten wie die Finanzierungskosten sowie die Grunderwerbssteuer.

Wenn Sie Ihre Immobilie privat nutzen möchten, haben Sie beim Kauf keine Möglichkeit, Kosten steuerlich geltend zu machen – somit auch nicht die Notarkosten.


Wie gefällt Ihnen diese Seite?

Sie möchten Ihre Immobilie inserieren?

Mit uns finden Sie ohne Risiko den richtigen Käufer. Inserien Sie jetzt schnell & einfach Ihre Immoblie - mit Zufriedenheitsgarantie.

Anzeige schalten
Artikel herunterladen
Artikel melden
Vielen Dank!
Wir haben Ihr Feedback erhalten.
War dieser Artikel hilfreich?
Der Artikel wurde als hilfreich bewertet.
Vielen Dank
Wir haben die Bewertung erhalten.
Tipp: Der aktuelle Artikel befindet sich in Phase 4:
Verkauf abschließen
In unseren 4 Phasen eines Verkaufsprozesses informieren wir Sie rund um den Verkauf und beantworten all Ihre Fragen.