Wenn die Zinsbindung des Hypothekendarlehens ausläuft, stellt sich Immobilienbesitzern die Frage, wie sie die Restschuld finanzieren sollen. Wer rechtzeitig vergleicht, ist schneller schuldenfrei. Die wichtigsten Tipps für die Anschlussfinanzierung im Überblick.
Anschlussfinanzierung:
Vergleichen lohnt sich
Fordern Sie von Ihrer Bank spätestens drei Monate vor Ende der Zinsbindung ein Angebot für die Anschlussfinanzierung. So schaffen Sie sich das nötige Zeitpolster für einen Vergleich mit anderen Finanzierungsangeboten.
Wenn Ihr Bankberater Sie vor Aufwand und Kosten eines Wechsels zu einer anderen Bank warnt: Bleiben Sie gelassen. Die Gebühren sind gering. Ist das neue Angebot mindestens 0,2 Prozent günstiger als das alte, zahlt sich der Wechsel für Sie aus.
Eine Anschlussfinanzierung ist nicht so komplex wie der erste Kredit. Der Beratungsaufwand sinkt, schließlich kennen Sie bereits Ihre Finanzierungssumme, die Höhe der Raten und die Zinsbindungsfrist. Deshalb lohnt sich auch die Suche im Internet: Direktbanken oder Finanzvermittler bieten oft besonders attraktive Konditionen.
Vor allem in einer Niedrigzinsphase lohnt es sich, die Konditionen von heute bereits für eine Anschlussfinanzierung in ein bis fünf Jahren festzuschreiben. Wenn Sie glauben, dass die Zinsen steigen, sollten Sie unbedingt die Konditionen eines Forward-Darlehens prüfen.
Wenn Sie die bisherigen Raten problemlos zahlen konnten, sollten Sie die Höhe der monatlichen Rückzahlung auch dann beibehalten, wenn Sie weniger Zinsen zahlen müssen. In diesem Fall erhöht sich die Tilgung: Das spart Kosten bei der Anschlussfinanzierung.
Wenn Sie Ihren Finanzierungspartner wechseln, bietet sich eine günstige Gelegenheit, eine Sondertilgung zu leisten und nur einen Teil der Restschuld zu finanzieren. Bei gleichbleibender Rate sinken dadurch die Zinsen, und Sie sind schneller schuldenfrei. In diesem Fall müssen Sie auch keine Vorfälligkeitsentschädigung befürchten.
Die Anschlussfinanzierung muss nicht das gesamte Restdarlehen abdecken. Sie können problemlos in eine dritte Finanzierungsrunde gehen. Grundsätzlich gilt: Sind die Hypothekenzinsen niedrig, sollten Sie eine lange Zinsbindung wählen, vielleicht sogar bis zur Schuldenfreiheit. Bei hohen Zinsen bietet sich eine kurze Laufzeit an, wenn Sie etwa auf günstigere Konditionen in wenigen Jahren spekulieren.
Bei einem Beleihungsauslauf von unter 80 Prozent müssen Sie in den seltensten Fällen mit einer grundlegenden Neubewertung Ihrer Immobilie rechnen. Allerdings kann es sinnvoll sein, wenn Sie eine Neuschätzung selbst initiieren – sofern der Wert der Immobilie gestiegen ist.
Für selbst genutzte Immobilien ist die Kombination aus Darlehen und Kapitallebensversicherung selten sinnvoll. Besser kombinieren Sie ein klassisches Darlehen mit einer günstigen Restschuldversicherung. Manche Versicherungen bieten aber auch günstige Anschlusskredite an.
Wenn Sie Vergleichsangebote eingeholt haben und mit der Betreuung durch Ihre alte Bank zufrieden waren, lohnt sich eine zweite Verhandlungsrunde. Bei langjährigen Kunden, die ihre Raten fristgemäß gezahlt haben, sinkt das Kreditrisiko für die Bank. Grund genug, selbstbewusst bessere Konditionen als bei den Vergleichsbanken zu fordern.