Wohnen nach Corona

Was beim Neubau nicht fehlen darf

Die Pandemie hat Wirkungen auf die Art und Weise, wie Menschen wohnen wollen. Das sehen wir bereits jetzt. Lessons learned: Tipps und Anregungen für den Neubau.


Frau sitz an Schreibtisch vor Recher, links ein Hund, recht tauchen nach und nach drei Pfeile auf

Natürlich handelt es sich dabei um den Blick in die Kristallkugel. Einen Trend erkennt man aber bereits jetzt überall: Käuferinnen und Käufer zieht es in Häuser und Wohnungen mit Garten oder Balkon und sie planen ein Extrazimmer ein: Das Homeoffice ist keine Nische mehr. Die wenigsten denken daran, die Büros abzuschaffen, viele aber daran, sie zeitweise zu verkleinern. Das Office integriert sich in das Zuhause – so sehr, dass Oona Horx-Strathern vom Zukunftsinstitut es bereits als "Hoffice" bezeichnet.


Zuhause arbeiten

In einer Forsa-Umfrage aus den Anfangszeiten der Pandemie im April 2020 gaben 80 Prozent der Befragten an, dass sie zu Hause vor allem die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen vermissten. Fast der Hälfte fehlt der Platz, ihrer Arbeit zu Hause angemessen nachzugehen. Sie vermissen einen echten Büroraum oder zumindest ein flexibles Zimmer, das für die Arbeit oder notfalls auch als Gästezimmer genutzt werden kann.




Work-Life-Family-Balance

Zu Hause ist nicht nur Work-Life-Balance, sondern sogar Work-Life-Family-Balance gefragt. Die britische Innenarchitektin Michelle Ogundehin erklärt, dass es keinen Rückfall von den modernen, offenen Wohnräumen zu kleinen Einzelzimmern geben wird, aber es gäbe die Erkenntnis, "dass die psychische Gesundheit immer leidet, wenn es keine Möglichkeit gibt, sich aus dem Strudel des Lebens zurückzuziehen – noch nicht einmal innerhalb des Hauses. Eine Situation, die sich noch verschlimmert, wenn ganze Familien rund um die Uhr zusammen zu Hause sind."


Tipps für den Neubau

  • Wenn du jetzt einen Neubau planst, achte auf flexible Räume, die du schnell umnutzen kannst.
  • Das können ein Multifunktionsraum, ein eigenes Homeoffice, aber auch ein ausgebauter Dachboden oder flexibel und zu Wohnzwecken nutzbare Kellerräume sein. Hier können auch Freundinnen und Freunde übernachten oder Verwandte kurzfristig einziehen.
  • Falls du dennoch großzügige, verbundene Räume schätzst, könnten Schiebetüren die Lösung sein. Geschlossen schaffen diese im Bedarfsfall einen ruhigen Ort. Geöffnet sorgen sie wieder für Verbindungen und Weite. Im Neubau können solche Schiebetüren so geplant werden, dass sie nahezu unsichtbar in den Wänden verschwinden, wenn sie geöffnet sind.
  • Wohngesundheit wird immer wichtiger, sowohl bei den Materialien als auch bei der Haustechnik. Moderne Lüftungsanlagen werden nach den Erfahrungen der Coronakrise zukünftig kein "Extra", sondern ein Muss sein. Im modernen Neubau mit seiner dichten Gebäudehülle sind sie ohnehin Standard. Zukünftig werden sie aber mit einer besseren Sensorik, zum Beispiel für Schadstoffe in der Luft, und besonderen Luftreinigungsanlagen sowie Luftkonditionierern, etwa Luftbefeuchtern, ausgestattet sein. 
  • Ebenfalls ein Trend: Technologie, die Menschen in ihrem Wohnumfeld unterstützt, etwa "Ambient Assisted Living". Insbesondere Senioren kann es mit einem Hausnotruf, smarten, aber leicht zu bedienenden Hausgeräten und Sprachassistenten ermöglicht werden, den Auszug aus den eigenen vier Wänden möglichst lange hinauszuzögern.





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