Wachstum im Hochbau flacht ab

Wohnungsbau bleibt Wachstumsmotor der Branche

Mietrenditen sinken, Kapazitäten werden ebenso wie Bauland knapp, Baukosten steigen: Das sind die Gründe für ein abgeschwächtes Wachstum im Hochbau. Überall? Nein – der Wohnungsbau ist und bleibt ein Wachstumsmotor für die Branche.


Aktualisiert am 17. Juni 2021

Blick auf Neubauhäuser und blauen Himmel

Die Berater von EY Parthenon machen in ihrer Ende Mai veröffentlichten Hochbauprognose für 2021 eines klar: Überall hat sich das Wachstum im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 abgeschwächt, außer im Wohnungsbau. Bei Wirtschaftsgebäuden sank die Neubaurate etwa um -3,5 Prozent. EY Parthenon macht dafür vor allem die Corona-Pandemie verantwortlich: Angesichts geschlossener Geschäfte und einer heruntergefahrenen Wirtschaft hatten Gewerbetreibende wenig Ambitionen, zu renovieren oder in neue Gebäude zu investieren.


Neubauraten für Wohngebäude weiter gestiegen

Anders im Wohnungsbau. Bei den Geschosswohnungen stieg die Neubaurate um +3,0 Prozent und beim Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern ging es um +1,5 Prozent nach oben. Die Neubaupreise stiegen um 1,5 Prozent und liegen damit im betrachteten Zeitraum deutlich oberhalb der Inflationsrate.

Kapazitätsengpässe und Rohstoffpreis befeuerten diese Entwicklung. Die meisten Bauunternehmen arbeiteten 2020 an der Kapazitätsgrenze, auch wenn im zweiten Quartal nach Bekanntwerden der Pandemie die Neuaufträge zunächst einbrachen.


Optimistisch in die Zukunft

Für die Zukunft erwarten die Berater ein wieder einsetzendes Wachstum in allen Hochbausegmenten. Ein Plus von 1,4 im Jahr 2022 und ein Plus von 1,5 im Jahr 2023 erscheinen ihnen realistisch, auch wenn solche Prognosen natürlich immer etwas von einem Blick in die Kristallkugel haben.

Der Wohnungsbau wird seine Erfolgsstory vermutlich weiter fortsetzen. Die Einflussfaktoren dafür:

  • Lohnniveau und Wirtschaftsleistung werden ab 2021 wieder steigen.
  • Das Konsumklima ist trotz Pandemie weiterhin positiv.
  • Das Zinsniveau für Baukredite bleibt niedrig und ermöglicht günstige Baufinanzierungen.
  • Die Veränderungen in der Arbeitswelt und die Urbanisierung sorgen für viel Nachfrage im Umland der großen Städte.
  • Die Anzahl der Personen in einem Haushalt sinkt, die Nachfrage nach kleineren Wohnungen steigt.
  • Die Förderung von Umweltschutz und Nachhaltigkeit sorgt für Impulse im Neubau und bei Renovierungen.





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