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Ihre Anschlussfinanzierung wurde abgelehnt? - Diese Optionen haben Sie:

 

Manchmal gibt es mit einem Anschlussdarlehen Probleme und der Antrag auf Finanzierung wird abgelehnt.

Welche Gründe das haben kann und was Sie im Falle einer Ablehnung tun können, erfahren Sie hier.

 

Gleich zum Wunschthema:

 

 

Warum wird ein Anschlussdarlehen abgelehnt?

 

Generell wird die Bank Ihr Anliegen dann ablehnen, wenn sie befürchtet, dass Sie den Kredit nicht wie geplant tilgen können. Ausschlaggebend für diese Annahme sind beispielsweise:

 

  • Negativer SCHUFA-Eintrag, negative Kredithistorie
  • Ratenrückstände
  • Rücklastschriften in den letzten drei Jahren
  • Zu hohe Ratenbelastung im Vergleich zum Einkommen
  • Status als Selbstständiger oder Freiberufler
  • Festanstellung in der Probezeit

 

Es gelten demnach die gleichen Parameter, die auch bei der Beurteilung Ihrer Bonität für den Erstkredit herangezogen wurden. Wenn sich Ihre finanzielle Situation seit der Aufnahme des Immobilienkredits verschlechtert hat, kann es also sein, dass Ihre Bank eine Prolongation, also eine Fortführung der Finanzierung nach Ablauf der Zinsbindung beim gleichen Kreditinstitut, ablehnt.

 

 

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn die Anschlussfinanzierung abgelehnt wurde?

 

Anschlussfinanzierung wurde abgelehnt.

Wird ein Anschlussdarlehen verweigert, stehen Immobilienbesitzer schnell vor großen finanziellen Schwierigkeiten, die im schlimmsten Fall den Verlust des Eigenheims zur Folge haben.

Umso wichtiger ist es also, die verschiedenen Möglichkeiten zu kennen, die aus einem Nein der Bank doch noch ein Ja machen können. Fragen Sie Ihre Bank vorab, aus welchem Grund sie Ihnen das Darlehen verweigert, damit Sie einen passenden Alternativvorschlag unterbreiten können.

1. Kreditsumme herabsetzen

 

Der einfachste Weg, um Ihre Chancen auf eine Anschlussfinanzierung zu erhöhen, ist die Verringerung der Kreditsumme. Bei gleichbleibendem Zinssatz sinkt so die monatliche Rate, die Sie aufbringen müssen, und somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen die Bank den Kredit gewährt.

2. Laufzeit verlängern

 

Den gleichen Effekt wie das Herabsetzen der Kreditsumme hat auch eine Verlängerung der Laufzeit – die monatliche Belastung sinkt, sodass die Bank Ihr Einkommen eher als ausreichend ansieht. Allerdings zahlen Sie in diesem Fall mehr für Ihren Kredit, da mit längerer Laufzeit die Zinshöhe steigt.

3. Bürge einsetzen

 

Wenn eine Abwandlung der Konditionen nicht infrage kommt, können Sie Ihrer Bank anbieten einen Bürgen einzusetzen oder einen zweiten Kreditnehmer in den Vertrag aufzunehmen. Diese haften im Falle Ihrer Zahlungsunfähigkeit für Sie und müssen die Tilgung des Kredits übernehmen. So ist die Bank abgesichert und gewährt Ihnen den Kredit wahrscheinlich. Gerade bei Selbstständigen, Freiberuflern oder Angestellten, die sich noch in der Probezeit befinden und daher aufgrund der angenommenen Einkommensunsicherheit als Kreditnehmer ungeeignet sind, bietet sich dieses Vorgehen besonders gut an.

4. Kontenanzahl verringern, Konten ausgleichen

 

Wenn eine verringerte Kreditwürdigkeit aufgrund Ihres bisherigen Konsumverhaltens der Grund für die Ablehnung der Anschlussfinanzierung ist, hilft ein Blick auf Ihre Konten. Je mehr Girokonten Sie besitzen und je größer der genutzte Dispo ist, desto geringer sind Ihre Chancen, einen Kredit zu erhalten. Vielleicht können Sie Ihr überzogenes Konto ausgleichen oder mehrere Girokonten zusammenlegen, um Ihre Bonität zu verbessern.

5. Bank wechseln

 

Wenn all diese Maßnahmen nicht infrage kommen oder von Ihrer kreditgebenden Bank nicht akzeptiert werden, haben Sie immer noch die Möglichkeit, die Bank zu wechseln.

Denn die Anschlussfinanzierung muss nicht bei Ihrer Hausbank oder dem Kreditgeber des Immobiliendarlehens erfolgen. Diese Umschuldung kann Ihnen dabei helfen, Ihre Finanzierung zu Ende zu führen.

Manche Banken haben spezielle Angebote für Selbstständige oder Kunden mit negativen SCHUFA-Eintrag. Hier sollte allerdings genau auf die anfallenden Kosten und Zinssätze geachtet werden, da die Banken sich das höhere Risiko oftmals gut bezahlen lassen.

Ein Online-Kreditvergleich oder eine Beratung bei der Bank vor Ort helfen Ihnen dabei, das bestmögliche Angebot zu finden.

 


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Anschlussdarlehen abgelehnt? Vor- und Nachteile der Möglichkeiten im Überblick

 

 

Vorteile

Nachteile

Kreditsumme herabsetzen

  • Monatliche Belastung sinkt
  • Weitere Finanzierungsrunde(n) nötig

Laufzeit verlängern

  • Monatliche Belastung sinkt
  • Längere Bindung an die Bank
  • Größere finanzielle Belastung durch mehr Zinsen
  • Bei Verbesserung der finanziellen Situation ist eine Verkürzung der Laufzeit vom Einverständnis der Bank abhängig und eventuell mit Zusatzkosten verbunden

Bürgen oder zweiten Kreditnehmer einsetzen

  • Erhöhte Sicherheit für die Bank
  • Kreditsumme und Laufzeit bleiben wie geplant
  • Bürge muss im Zweifelsfall die Tilgung übernehmen
  • Bürge bzw. zweiter Kreditnehmer muss entsprechende Bonität vorweisen können

Kontenanzahl verringern, Kredite abbezahlen

  • Gesteigerte Kreditwürdigkeit
  • Kreditsumme und Laufzeit bleiben wie geplant
  • Organisatorischer Aufwand (Kündigungen, Fristen, Änderung von Daueraufträgen und Lastschriften)
  • Bei finanzieller Not nur schwer umsetzbar

Bank wechseln/Umschuldung

  • Darlehen zu den gewünschten Konditionen möglich
  • Organisatorischer Aufwand (Angebote vergleichen, Beratung)
  • Keine Erfolgsgarantie

 

 

Was kann ich tun, wenn mein Forward-Darlehen nicht genehmigt wird?

 

Auch bei einem Forward-Darlehen, das bereits mehrere Jahre vor Inanspruchnahme abgeschlossen wurde, kann die Bank die Kreditwürdigkeit wenige Monate vor Auszahlung des Geldes erneut überprüfen – und den Kredit bei unzureichender Bonität platzen lassen.

Im schlimmsten Fall müssen Sie dann sogar noch eine Vorfälligkeitsentschädigung oder Nichtabnahmeentschädigung dafür zahlen, dass der Kredit nicht in Anspruch genommen wurde.

Wer also bereits während der Vorlaufzeit absehen kann, dass sich seine finanzielle Situation verschlechtert, sollte frühzeitig mit der Bank in Kontakt treten und eine Lösung finden.

Hier bieten sich die gleichen Möglichkeiten wie bei der Prolongation an.

 

 

So lassen sich bei der Anschlussfinanzierung Probleme vermeiden

 

Nicht nur beim Forward-Darlehen, auch bei einer Umschuldung oder Prolongation sollten Sie so früh wie möglich aktiv werden, um Probleme bei der Anschlussfinanzierung gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Ein Forward-Darlehen lässt sich bereits bis zu fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung des laufenden Kredits abschließen. Angebote für eine Umschuldung oder Prolongation sollten Sie sich ein Jahr vor Laufzeitende einholen.

Je früher Sie sich um den Kredit kümmern, desto besser stehen Ihre Chancen auf ein gutes Angebot.

Und auch Ihre Bank wird sich um einiges kooperativer zeigen, wenn Sie nicht in letzter Sekunde zugeben, dass sich Ihre finanzielle oder berufliche Situation verändert hat. Schließlich möchte das Kreditinstitut Sie als Kunden behalten und wird Ihnen daher bemüht sein, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden – wenn Sie entsprechend mitarbeiten.

 


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