Die Mietminderung wird von der Gesamtmiete abgezogen. Darum ist die sie laut Bundesgerichtshof auch in der Nebenkostenabrechnung zu berücksichtigen. Hier erfährst du, wie du im Falle einer Mietminderung bei der Nebenkostenabrechnung am besten vorgehst.


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importantpoints
Das Wichtigste in Kürze
  • Mietminderung wirkt auf die Warmmiete: Sie wird prozentual von der Bruttomiete (Kaltmiete + Nebenkosten) berechnet und muss deshalb in der Nebenkostenabrechnung berücksichtigt werden.

  • Endgültige Höhe erst nach Abrechnung klar: Da die tatsächlichen Nebenkosten erst mit der Jahresabrechnung feststehen, lässt sich die Mietminderung erst dann korrekt ermitteln.

  • Saubere Darstellung schützt vor Streit: Wird die Mietminderung in der Nebenkostenabrechnung transparent ausgewiesen, bist du rechtlich auf der sicheren Seite.

  • Jetzt einfach abrechnen: Vermieter:innen können die Nebenkostenabrechnung ganz einfach mit VermietenPlus von ImmoScout24 erstellen.

Voraussetzungen für eine Mietminderung

Die Mietminderung ist laut § 536 des BGB dann erlaubt, wenn der:die Vermieter:in die Mietwohnung nicht im garantierten Zustand erhält.


Vermieter telefoniert ernst am Schreibtisch mit Dokumenten in der Hand

Wann genau ist eine Mietminderung möglich?

Mieter:innen dürfen bei erheblichen Mängeln wie Mäusebefall oder einer defekten Heizung prozentual die Miete mindern. Die Beweislast für die Notwendigkeit einer Mietminderung liegt dabei bei dem:der Mieter:in. Das kann insbesondere in Fällen wie Schimmel eine große Herausforderung sein, weil Schimmel genauso gut aus baulichen Gründen wie aus falschem Lüftungsverhalten resultieren kann.

Um welchen Prozentsatz die Miete gemindert werden kann, lässt sich sogenannten Mietminderungstabellen entnehmen. Die zugrunde liegenden Gerichtsurteile bieten Orientierung. Um wie viel die Miete dann im konkreten Fall reduziert werden kann, richtet sich nach dem Grad der Beeinträchtigung beim Gebrauch der Mietsache.

Die Mietminderung wird auf die Warmmiete (Bruttomiete) angesetzt. (BGH WuM 2005, 573). Diese besteht aus der Kaltmiete (Nettomiete) und den vom:von der Mieter:in verursachten Nebenkosten. Das gilt auch bei einer Nebenkostenpauschale.

Wann ist eine Mietminderung wirksam?

Damit eine Mietminderung wirksam wird, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein.
 

  • Die rechtzeitige Information des:der Vermieters:in.
  • Beweisführung, dass der:die Vermieter:in den Mangel nicht behoben hat.
  • Nachvollziehbare Berechnung der Mietminderung.
  • Die Mietpartei sollte dem:der Vermieter:in ausreichend Zeit geben, den Mangel zu beheben. Zwei bis drei Wochen sind das übliche Maß.

Wie du mit einer gerechtfertigten Mietminderung umgehst

Wenn die Mietminderung gerechtfertigt ist und du nicht umgehend für Abhilfe sorgen kannst, ist die Mietminderung wirksam.

Du kannst als Vermieter:in die Mietminderung entkräften:

  • Indem du den Mangel direkt im Anschluss an die Anzeige des:der Mieters:in behebst, kannst du die Mietminderung abwenden.
  • Lass dir die Beweisführung und Berechnung der Mietminderung zeigen. Sollte der:die Mieter:in den Mangel selbst verursacht haben, darfst du ihm fristlos kündigen.
Expertenkommentar

Eine Mietminderung lässt sich finanziell nicht einfach ‚nachholen‘. Hat der:die Mieter:in zu Recht gemindert, bleibt der Minderungsbetrag dauerhaft verloren. Umso wichtiger ist es, die Voraussetzungen einer Mietminderung frühzeitig zu prüfen und bei Zweifeln rechtlichen Rat einzuholen – insbesondere bei hohen Minderungsquoten oder längerer Dauer. Nur wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die Mietminderung unberechtigt war, können Beträge zurückgefordert werden

Nadine Kunert
Expertin für Verkauf & Vermietung
Nadine Kunert

Nadine Kunert ist Immobilienexpertin und Redakteurin bei ImmoScout24 und erstellt sorgfältig recherchierte Inhalte zu den Themen Immobilienverkauf und Vermietung. Sie ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin und verbindet in ihren Beiträgen fachliche Expertise mit Praxisnähe durch ihre langjährige Erfahrung als Content Managerin im Umfeld von Bau und Handwerk sowie durch 12 Jahre Praxis als Vermieterin.

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Welche Auswirkungen hat eine Mietminderung auf die Bruttomiete?

Beispiel:

Kaltmiete 700 €, Nebenkosten 200 €.
Berechnungsgrundlage der Mietminderung = 900 € (Warmmiete/Bruttomiete).

Ergibt sich eine Mietminderungsquote von 10 %, kann der:die Mieter:in einen Betrag von 90,00 € monatlich einbehalten. Er braucht nur noch 810,0 € an den:die Vermieter:in zu überweisen.

hint
Tipp: einvernehmliche Lösung anstreben

Bei einem guten Verhältnis zur Mietpartei kannst du gemeinsam mit diesem:dieser eine Lösung zur Mietminderung finden. Lass dir Abmachungen zum Thema Nebenkosten oder zu anderen Bereichen immer schriftlich geben.


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Ermittlung der Nebenkosten nach Mietminderung

Die Nebenkostenabrechnung bei einer Mietminderung erfolgt stets auf Basis der tatsächlich entstandenen Kosten. Für einen besseren Überblick empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

1. Ausgangssituation laut Mietvertrag

  • Kaltmiete pro Monat: 700 €
  • Nebenkosten-Vorauszahlung pro Monat: 200 €
  • Bruttowarmmiete pro Monat: 900 €
  • Bruttowarmmiete pro Jahr: 10.800 €


2. Mietminderung

  • Mietminderung pro Monat: 10 % von 900 € = 90 €
  • Gesamte Mietminderung über 4 Monate: 4 × 90 € = 360 €
  • Tatsächlich geleistete Zahlungen (nach Minderung): 10.800 € – 360 € = 10.440 €


3. Tatsächliche Jahreskosten laut Nebenkostenabrechnung

  • Bruttowarmmiete laut tatsächlichem Verbrauch: 10.640 €
  • Daraus ergibt sich eine monatliche Warmmiete von ca. 886,67 € (10.640 € ÷ 12)


4. Berechnung der Mietminderung auf Basis der tatsächlichen Nebenkosten

Formel: Monatliche tatsächliche Warmmiete × Anzahl geminderter Monate × Minderungsquote

→ 886,67 € × 4 Monate × 10 % = 354,67 €


5. Tatsächlich geschuldete Miete im Abrechnungszeitraum

10.640 € (reale Kosten)
– 354,67 € (Mietminderung)
= 10.285,33 €


6. Abrechnung (Differenz zwischen geleisteter Zahlung und tatsächlicher Schuld)

  • Geschuldete Miete: 10.285,33 €
  • Geleistete Zahlungen: 10.440 €
  • Erstattung zugunsten des:der Mieters:in: –154,67 €


Fazit:
In diesem Beispiel ergibt sich ein Rückzahlungsanspruch der Mieterin bzw. des Mieters in Höhe von 154,67 €.

So erstellst du eine Nebenkostenabrechnung – mit Muster

Eine Nebenkostenabrechnung zu erstellen, kann komplex und zeitaufwendig sein. Die Fehlerquote bei Nebenkostenabrechnungen ist darum auch recht hoch.

Jedoch kannst du diesen Hürden ganz leicht aus dem Weg gehen, indem du den kostenlosen Nebenkostenrechner von ImmoScout24 nutzt. Dieser bietet dir einen einfachen Überblick über die umlegbaren Kosten und lässt sich mit wenigen Klicks individuell anpassen. Die Vorlage erfüllt alle gesetzlichen Richtlinien und lässt sich nach Fertigstellung kostenlos herunterladen und als PDF an die Mieter:innen verschicken.


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Fazit: Mietminderung prüfen und korrekt abrechnen

Aus berechtigten Gründen wie Schimmelbefall oder einer defekten Heizung kann die Miete gemindert werden. Maßgeblich ist dabei stets die Warmmiete, also die Grundmiete zuzüglich der tatsächlich entstandenen Nebenkosten. Entsprechend wirkt sich eine Mietminderung unmittelbar auf die spätere Nebenkostenabrechnung aus.

Als Vermieter:in bist du zur Akzeptanz der Mietminderung verpflichtet, wenn der Mangel rechtzeitig angezeigt, nicht behoben und die Minderung nachvollziehbar begründet wurde. Gleichzeitig hast du das Recht, die Voraussetzungen und die Berechnung genau zu prüfen und innerhalb angemessener Frist Abhilfe zu schaffen.

Entscheidend für die Abrechnung: Die Mietminderung muss vor dem Abzug der geleisteten Vorauszahlungen von den tatsächlichen Nebenkosten berücksichtigt werden. Nur so ist die Nebenkostenabrechnung rechnerisch und rechtlich korrekt.

FAQ: Häufige Fragen zur Nebenkostenabrechnung nach Mietminderung

Wann ist eine Mietminderung rechtens?

Stellt dein:e Mieter:in einen Mangel in der Mietwohnung fest, hat er:sie ein Recht auf eine Mietminderung. Voraussetzung ist hierbei, dass er nicht durch den:die Mieter:in verursacht worden ist und bei Vertragsabschluss nicht bekannt war. Der Mangel muss dem:der Vermieter:in umgehend gemeldet werden.

Wie werden Nebenkosten bei Mietminderung berechnet?

Bei einer Mietminderung ist die Bruttomiete relevant, d. h. sowohl die Kaltmiete als auch die tatsächlich verursachten Nebenkosten werden gemindert.

Nach was richtet sich die Höhe der Mietminderung?

Ausschlaggebend bei der Mietminderung ist der Grad der Beeinträchtigung bei der Nutzung der Wohnung. Sie kann sich zwischen 5 und 100 % bewegen. Orientierung bieten Gerichtsurteile und Mietminderungstabellen. Bei Unsicherheit solltest du rechtlichen Rat einholen, um die Mietminderung deiner Mieter:innen zu überprüfen.

Kann der Vermieter die Mietminderung zurückfordern?

Ja, wenn der Anlass für die Mietminderung nicht gegeben war, kann die Mietminderung nachträglich zurückgefordert werden.

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Nadine Kunert
Expertin für Verkauf & Vermietung

Nadine Kunert ist Immobilienexpertin und Redakteurin bei ImmoScout24 und erstellt sorgfältig recherchierte Inhalte zu den Themen Immobilienverkauf und Vermietung. Sie ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin und verbindet in ihren Beiträgen fachliche Expertise mit Praxisnähe durch ihre langjährige Erfahrung als Content Managerin im Umfeld von Bau und Handwerk sowie durch 12 Jahre Praxis als Vermieterin.

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