Das Finanzgericht Köln hat für Immobilieneigentümer, die ihr Arbeitszimmer steuerlich geltend machen, eine wichtige Entscheidung getroffen. Sie sollen vom Finanzamt beim Verkauf der Immobilie vor Ablauf der Spekulationsfrist für das bisher abgesetzte Arbeitszimmer nicht mehr zur Kasse gebeten werden.

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Wie war es bislang?

Bislang mussten Immobilienverkäufer den bei einem Immobilienverkauf erzielten Gewinn aus einem Arbeitszimmer versteuern – auch wenn sie die Immobilie selbst nutzten und daher eigentlich von der Spekulationssteuer befreit wären. Wer also den Vorteil genießen wollte, sein Arbeitszimmer von der Einkommensteuer abzusetzen, der musste den Nachteil in Kauf nehmen, beim Verkauf der Immobilie innerhalb der Spekulationssteuer von zehn Jahren den Gewinn aus dem Arbeitszimmer zu versteuern.

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Der Fall: Spekulationssteuern fürs Arbeitszimmer

Ein Ehepaar verkaufte seine selbstgenutzte Eigentumswohnung nach neun Jahren. Daraufhin verlangte das Finanzamt auf den anteiligen Gewinn von rund 35.000 Euro für das Arbeitszimmer eine Spekulationssteuer. Für das Finanzamt handelt es sich bei dem Arbeitszimmer um ein eigenständiges Wirtschaftsgut und damit liege keine steuerfreie eigene Wohnnutzung vor. Die Spekulationsfrist von zehn Jahren war noch nicht abgelaufen.


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Finanzgericht Köln argumentiert anders

Für das Finanzgericht ist das Arbeitszimmer in den privaten Wohnbereich integriert und könne somit nicht als selbständiges Wirtschaftsgut betrachtet werden. Zudem bestehe ein Wertungswiderspruch zum generellen Abzugsverbot von Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EstG). Demnach können Kosten für ein Arbeitszimmer nur in zwei Ausnahmefällen abgezogen werden:

Erstens bis zu einer Höhe von 1.250 Euro jährlich, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Raum zur Verfügung steht. Zweitens unbegrenzt, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet.

Aufgrund dieser Argumentation entschied das Finanzgericht Köln zugunsten der Kläger. Das Finanzamt legte beim Bundesfinanzhof in München Revision ein.

Tipp

Der Bund der Steuerzahler empfiehlt Betroffenen, sich auf das Verfahren zu berufen und ebenfalls Einspruch gegen die anteilige Besteuerung ihres Arbeitszimmers einzulegen. Damit könnten sie sicherstellen, dass der jeweilige Steuerfall bis zu einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs in München offenbleibe.

FG Köln, 20.03.2018 - 8 K 1160/15

BFH - IX R 11/18 (anhängig)


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