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Seit dem 1. Januar 2025 wird die Grundsteuer nicht mehr nach Einheitswerten, sondern nach Grundsteuerwerten berechnet. Dennoch bleibt der Einheitswert in der Finanzverwaltung weiterhin relevant. Hier erfährst du, wann der Einheitswert heute noch gebraucht wird, was im Bescheid steht und wie du ihn findest oder prüfen kannst.
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Einheitswert: Verwaltungswert des Finanzamts für Grundstücke und Immobilien – berechnet nach dem Bewertungsgesetz (BewG) mit standardisierten Verfahren des Finanzamts.
Seit 1. Januar 2025 ist er keine Grundlage mehr für die Grundsteuerermittlung, behält jedoch in der Verwaltung Relevanz.
Preisfindung beim Verkauf? → Dafür zählt der Verkehrswert, nicht der Einheitswert.
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- Was ist ein Einheitswertbescheid?
- Was ist der Einheitswert?
- Wofür brauchst du den Einheitswertbescheid heute noch?
- Welche Angaben kann ich dem Einheitswertbescheid entnehmen?
- Warum erhalte ich einen Einheitswertbescheid?
- Besitzerwechsel und Einheitswertbescheid
- Wie wird der Einheitswert berechnet?
- Einheitswert hat für Grundsteuer ausgedient – neue Berechnung ab 2025
- Fazit: Einheitswert – veraltet, aber nicht bedeutungslos
- FAQ: Häufige Fragen zum Einheitswertbescheid
Der Einheitswertbescheid wird vom Finanzamt ausgestellt und enthält den vom Staat festgestellten Einheitswert deiner Immobilie oder deines Grundstücks.
Es handelt sich um einen Grundlagenbescheid mit gesetzlich bindenden Feststellungen, auf die andere Steuerbescheide in der Vergangenheit aufgebaut haben. Der Einheitswert wurde jedoch als veraltet eingestuft, weil er deutlich unter dem aktuellen Marktwert liegt.
Mit Wirksamwerden der Grundsteuerreform zum 1. Januar 2025 wurde der Einheitswert nicht mehr zur Grundsteuerberechnung herangezogen.
Wie viel ist deine Immobilie beim Verkauf wert?
Der Einheitswert ist ein vom Finanzamt festgestellter Verwaltungswert für Grundstücke und Immobilien. Er beschreibt den steuerlichen Wert einer Immobilie zu einem gesetzlich festgelegten Stichtag und diente ursprünglich als Grundlage für verschiedene steuerliche Verfahren.
Die Lage einer Immobilie fließt in die Berechnung des Einheitswertes ein.Festgelegt wird der Einheitswert nach dem Bewertungsgesetz (BewG) in einem vereinfachten Massenbewertungsverfahren. Dabei werden vergleichbare Grundstücke zu Gruppen zusammengefasst und mit standardisierten Parametern bewertet – unabhängig vom aktuellen Marktgeschehen.
Grundlage der Einheitsbewertung sind die Hauptfeststellungszeitpunkte 1964 (Westdeutschland) und 1935 (Ostdeutschland). Diese historischen Werte werden vom Finanzamt fortgeschrieben, jedoch nicht mehr neu ermittelt.
begegnet er Eigentümer:innen weiterhin in bestimmten Situationen:
- Beim Eigentümerwechsel: Das Finanzamt übernimmt den bestehenden
Einheitswert und ordnet ihn dem:der neuen Eigentümer:in zu (Zurechnungsfortschreibung). - Bei Änderungen am Grundstück: etwa durch Anbau, Teilung oder
Nutzungsänderung – hier wird der Einheitswert fortgeschrieben. - Bei bestehenden Bescheiden: Ältere Einheitswertbescheide bleiben
weiterhin gültig und werden nicht automatisch aufgehoben. - Im Kontakt mit dem Finanzamt: Die Einheitswertnummer dient häufig
als Referenz für die Zuordnung deiner Immobilie.
Für die Berechnung der Grundsteuer oder den Verkaufspreis deiner Immobilie spielt der Einheitswert keine Rolle mehr. Auch die Erbschafts- und Schenkungssteuer wird seit Jahren auf der Grundlage des Verkehrswertes ermittelt.
- das Bewertungsgrundstück mit Lage und Nutzung, Einheitswertnummer (als Aktenzeichen links oben auf jedem Einheitswertbescheid)
- Eigentumsverhältnisse und eventuelle Änderungen,
- den festgestellten Einheitswert samt Berechnungsgrundlagen.
Die Einheitswertnummer steht links oben im Bescheid (Aktenzeichen der Bewertungsstelle). Sie identifiziert die „wirtschaftliche Einheit“ (z. B. Grundstück, Gebäude, land-/forstwirtschaftliche Fläche). Beim Kontakt mit dem Finanzamt immer angeben. Das Format variiert je Bundesland.
Wie viel ist deine Immobilie beim Verkauf wert?
Du erhältst einen Einheitswertbescheid, wenn das Finanzamt eine Immobilie oder ein Grundstück neu bewertet – zum Beispiel, weil du Eigentümer:in geworden bist oder sich an der Nutzung etwas ändert.
Nach einem Erwerb – ob durch Kauf, Erbschaft oder Schenkung – stellt das Finanzamt den Bescheid in der Regel innerhalb eines Jahres aus. Bei Erbschaften oder Schenkungen kann sich die Zustellung etwas verzögern, da erst alle Daten abgeglichen werden müssen.
Ein neuer oder geänderter Einheitswertbescheid wird erlassen, wenn:
- neue wirtschaftliche Einheiten entstehen (z. B. durch Grundstücksteilung),
- Wohnungseigentum gebildet wird oder
- bauliche Veränderungen den bisherigen Wert erheblich beeinflussen.
Diese Anpassung nennt das Finanzamt Nachfeststellung bzw. Fortschreibung.
Ändert sich der oder die Eigentümer:in einer Immobilie oder eines Grundstücks, muss das Finanzamt den Einheitswert anpassen. Der bisherige Wert wird dem neuen Eigentum zugeordnet – das nennt sich Zurechnungsfortschreibung.
Der Einheitswert bleibt auch nach 2025 in der Finanzverwaltung relevant. Bei jedem Eigentumswechsel prüft das Finanzamt daher, ob eine Nachfeststellung oder Fortschreibung nötig ist.
Eine neue Bewertung erfolgt immer dann, wenn
- das Eigentum durch Kauf, Erbschaft oder Schenkung übergeht,
- ein Grundstück geteilt oder zusammengelegt wird oder
- sich die Nutzung oder Bebauung wesentlich ändert.
So stellt das Finanzamt sicher, dass der Einheitswertbescheid weiterhin den tatsächlichen Eigentumsverhältnissen entspricht – auch wenn er keine Rolle mehr für die Grundsteuer spielt.
- Zurechnungsfortschreibung: Eigentümerwechsel – derselbe Wert wird dem neuen Eigentum zugeordnet.
- Wertfortschreibung: wesentliche Wertänderung (z. B. Anbau, Nutzungsänderung).
- Artfortschreibung: geänderte Art der wirtschaftlichen Einheit (z. B. Bildung von Wohnungseigentum).
- Nachfeststellung: neue wirtschaftliche Einheit entsteht (z. B. Teilung eines Grundstücks).
Du hast im Einheitswertbescheid Unstimmigkeiten entdeckt? Du kannst innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Einspruch beim Finanzamt einlegen.
Prüfe vorab:
- Objektangaben
- Nutzungsart
- Flächen
- Baujahr/Änderungen
- Belege beifügen (Pläne, Verträge, Fotos)!
Bei Erfolg erlässt das Finanzamt einen geänderten Feststellungsbescheid; Folgebescheide werden angepasst.
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Das Finanzamt nutzt dafür ein sogenanntes Massenbewertungsverfahren, bei dem Immobilien nach standardisierten Kriterien in Wertgruppen eingeteilt werden. Dadurch unterscheidet sich der Einheitswert oft deutlich vom aktuellen Markt- oder Verkehrswert.
Einfamilienhäuser werden mit dem Ertragswertverfahren bewertet.Je nach Objektart kommen unterschiedliche Bewertungsansätze zur Anwendung:
- Unbebaute Grundstücke: Fläche × historischer Bodenwert (Stichtag 1964 bzw. 1935)
- Bebaute Grundstücke: vereinfachte Bewertungsmodelle, angelehnt an Ertrags- oder Sachwertprinzipien
- Selbst genutzte Immobilien: Ansatz einer fiktiven ortsüblichen Miete
Das Ergebnis ist ein standardisierter Verwaltungswert, der auf dem Bescheid als Einheitswert in Euro ausgewiesen wird.
Diese steuerlichen Verfahren sind nicht mit den marktbezogenen Bewertungsmethoden der ImmoWertV zu verwechseln, die für die Verkehrswertermittlung genutzt werden.
Seit dem 1. Januar 2025 wird die Grundsteuer in Deutschland nicht mehr auf Grundlage des Einheitswerts, sondern nach dem Grundsteuerwert berechnet. Dieser basiert auf der Grundsteuerreform mit einer Hauptfeststellung zum 1. Januar 2022 und spiegelt – anders als der Einheitswert – aktuelle Grundstücks- und Gebäudewerte wider.
Die bisherige Berechnungsformel lautete:
Grundsteuer = Einheitswert × Steuermesszahl × Hebesatz
Seit 2025 gilt:
Grundsteuer = Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz
Du findest den Grundsteuermessbetrag im Grundsteuerbescheid und nicht mehr im Einheitswertbescheid.
Der Einheitswert hat für die Grundsteuer ausgedient. Er wird jedoch weiterhin in der Finanzverwaltung verwendet – etwa bei bestehenden Bescheiden, Eigentümerwechseln oder Fortschreibungen. Für aktuelle steuerliche Bewertungen und den Verkaufspreis deiner Immobilie spielt er dagegen keine Rolle mehr. Wer einen Einheitswertbescheid erhält, sollte die Angaben dennoch prüfen und bei Unstimmigkeiten Einspruch einlegen. Für aktuelle steuerliche Bewertungen zählt künftig allein der Grundsteuerwert – er bildet Immobilienwerte deutlich realistischer ab.
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FAQ: Häufige Fragen zum Einheitswertbescheid
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Wie erfahre ich den Einheitswert meines Hauses?
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Den aktuellen Einheitswert findest du im Einheitswertbescheid, den du vom Finanzamt erhältst, in dessen Zuständigkeitsbereich dein Grundstück liegt. Du kannst dort auch eine Zweitschrift anfordern, falls der ursprüngliche Bescheid verloren gegangen ist.
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Was ist ein Einheitswertbescheid?
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Ein Einheitswertbescheid ist ein Grundlagenbescheid des Finanzamts. Er legte den steuerlichen Wert deiner Immobilie fest, auf den andere Behörden bei der Berechnung bestimmter Abgaben Bezug nahmen. Weil die zugrundeliegenden Daten, das Marktgeschehen nicht widerspiegeln, spielt er heutzutage keine Rolle mehr für steuerliche Bewertungen.
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Was sagt der Einheitswert eines Hauses aus?
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Der Einheitswert zeigt den steuerlichen Vergleichswert deines Hauses zu einem historischen Stichtag (1935 / 1964). Er bildet nicht den aktuellen Marktwert ab, sondern dient rein verwaltungsrechtlichen Zwecken.
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Was muss ich mit dem Einheitswertbescheid machen?
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Prüfe die Angaben zu Grundstück, Nutzung und Eigentum sorgfältig. Bei Änderungen oder Fehlern kannst du innerhalb eines Monats Einspruch beim Finanzamt einlegen.
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Ist der Einheitswert gleich Grundsteuerwert?
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Nein. Seit dem 1. Januar 2025 wird die Grundsteuer auf Basis des Grundsteuerwerts berechnet. Der Einheitswert spielt für die Grundsteuer keine Rolle mehr, bleibt aber in anderen Steuerverfahren relevant.
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Wie oft bekommt man einen Einheitswertbescheid?
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In der Regel einmal nach Erwerb einer Immobilie. Nur wenn sich etwas ändert – etwa Eigentum, Nutzung oder Bebauung – erlässt das Finanzamt eine Nachfeststellung oder Fortschreibung.
Nadine Kunert ist Immobilienexpertin und Redakteurin bei ImmoScout24 und erstellt sorgfältig recherchierte Inhalte zu den Themen Immobilienverkauf und Vermietung. Sie ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin und verbindet in ihren Beiträgen fachliche Expertise mit Praxisnähe durch ihre langjährige Erfahrung als Content Managerin im Umfeld von Bau und Handwerk sowie durch 12 Jahre Praxis als Vermieterin.
Die ImmoScout24 Redaktion verfasst jeden Beitrag nach strengen Qualitätsrichtlinien und bezieht sich dabei auf seriöse Quellen und Gesetzestexte. Unsere Redakteur:innen haben ein hohes Niveau an Immobilienwissen und informieren Sie als Expert:innen mit informativen und vertrauenswürdigen Inhalten. Wir verbessern und optimieren unsere Inhalte kontinuierlich und versuchen, sie so leserfreundlich und verständnisvoll wie möglich aufzubereiten. Unser Anliegen ist es dabei, Ihnen eine erste Orientierung zu bieten. Für persönliche Anfragen Ihrer rechtlichen oder finanziellen Anliegen empfehlen wir Ihnen, eine:n Rechts-, Steuer-, oder Finanzberater:in hinzuzuziehen.
„Viele Eigentümer:innen wundern sich, warum sie noch Post zum Einheitswert bekommen, obwohl die Grundsteuer längst neu geregelt ist. Der Grund: Der Einheitswert wird in der Finanzverwaltung weiterhin für bestimmte Zwecke fortgeführt. Wichtig ist nur, den Einheitswertbescheid aufzubewahren und auf Richtigkeit zu prüfen.“