Mieter-Selbstauskunft: Was Sie als Vermieter beachten müssen

Die wichtigsten Informationen zur Selbstauskunft

Einkommen, Schulden & Familienstand – welche Fragen sind in der Mieter-Selbstauskunft erlaubt, welche nicht? Was Sie als Vermieter wissen müssen, erfahren Sie hier.


Für Mietinteressenten besteht keine rechtliche Verpflichtung, eine Selbstauskunft auszufüllen.

Wohnungsbewerbern einen Fragebogen zur Mieter-Selbstauskunft vorzulegen, ist üblich und legitim. Allerdings müssen Sie als Vermieter auch die Grenzen Ihres Fragerechts beachten. Dabei helfen Ihnen unsere Infos zur Selbstauskunft mit Checkliste.

Kaum ein Vermieter verzichtet bei der Mieterauswahl auf die Selbstauskunft mithilfe einer Vorlage. Auch wenn die Mieter-Selbstauskunft keinen hundertprozentigen Schutz gegen Mietnomaden oder sonstige problematische Mieter gewähren kann, ist sie doch ein nützliches Instrument, um Wohnungsbewerber besser kennenzulernen.

Die rechtliche Stellung der Mieter-Selbstauskunft

Selbstverständlich ist es Ihr gutes Recht, zu wissen, wem Sie möglicherweise Ihre Immobilie – und damit Ihr Vermögen – zur Nutzung überlassen. Allerdings besteht für Mietinteressenten keine rechtliche Verpflichtung, eine Selbstauskunft-Vorlage auszufüllen. Im Gegenzug sind Sie als Vermieter aber auch nicht verpflichtet, einem Bewerber, der die Mieter-Selbstauskunft ablehnt, die Wohnung zu vermieten. In den meisten Fällen wird es also kein Problem bei der Mitwirkung des Wohnungsbewerbers geben.

Tipp: Am besten nutzen Sie für die korrekte Selbstauskunft unsere Vorlage zum Download.

Grenzen des Fragerechts

Eine andere Sache ist allerdings, ob der potenzielle Mieter das Formular zur Selbstauskunft wahrheitsgemäß ausfüllen muss. Das hängt davon ab, ob die Fragen zulässig oder unzulässig sind. Grundsätzlich darf der Vermieter Informationen abfragen, an denen er ein „berechtigtes Interesse“ vorweisen kann. Das trifft unbedingt auf Fragen nach dem Einkommen zu – das Interesse des Vermieters an pünktlicher Mietzahlung würde niemand bestreiten. Aber auch die Frage, wer mit in die Wohnung einziehen, oder ob Haustiere gehalten werden sollen, ist in der Mieter-Selbstauskunft zulässig. Rein private Fragen, etwa nach Religions- oder Parteizugehörigkeit, nach Gesundheitszustand oder Familienplanung sind dagegen tabu. Sollte der Mieter sie im Selbstauskunft-Formular beantworten, müssen diese Angaben nicht korrekt sein.

Manche Fragen im Grenzbereich zum Privaten sind allerdings umstritten und beschäftigen immer wieder die Gerichte. Dazu gehört etwa die Frage nach dem Familienstand – vor einigen Jahren noch eine Selbstverständlichkeit jedes Selbstauskunft-für Mieter-Formulars. Rechtsexperten neigen jedoch immer mehr dazu, die Information, ob jemand ledig oder verheiratet ist, als Privatsache und die Frage danach als unzulässig anzusehen. Eine Übersicht der erlaubten, nicht erlaubten und strittigen Fragen der Selbstauskunft finden Sie in unserer Checkliste am Ende dieses Artikels.

Rechtsfolgen bei Falschauskünften

Unrichtige Antworten auf unzulässige Fragen haben für den Mieter keinerlei Konsequenzen. Aber auch bei zulässigen Fragen haben Sie als Vermieter nicht in jedem Fall eine Handhabe, wenn der Bewerber in der Mieter-Selbstauskunft falsche Angaben gemacht hat. Hier kommt es entscheidend darauf an, wann Sie die Schwindelei entdecken. Geschieht dies noch vor Einzug des Mieters, können Sie den Mietvertrag anfechten und sogar Schadenersatz verlangen, etwa für die Kosten der erneuten Mietersuche. Kommt die Wahrheit über die Selbstauskunft des Mieters dagegen erst nach seinem Einzug ans Licht, ist die Sache schwieriger. Fristlos kündigen können Sie nur, wenn Ihnen die Fortsetzung des Mietverhältnisses als Folge der Falschaussage unzumutbar ist. Beispiel: Die in der Mieter-Selbstauskunft angegebenen Einkünfte stimmen nicht, die Mietzahlungen bleiben aus oder sind unregelmäßig. Falls die Angaben falsch waren, aber der Mieter dennoch pünktlich seine Miete zahlt, können Sie das Mietverhältnis nicht ohne Weiteres beenden.

Checkliste Selbstauskunft: Was ist erlaubt, was nicht?

Erlaubt in der Mieter-Selbstauskunft sind:

  • Fragen zur Person (z.B. Name, Anschrift, Geburtsdatum)
  • Fragen zu weiteren Personen, die in die Wohnung einziehen werden;
  • Fragen zu Beruf und Arbeitsverhältnis
  • Fragen zur finanziellen Situation (z.B. Einkommen, Schuldenfreiheit)

Einschränkung: Fragen nach eidesstattlicher Erklärung oder Insolvenz dürfen nur mit zeitlicher Begrenzung (in den letzten drei bzw. fünf Jahren) gestellt werden.

  • eventuell Fragen zur Nutzung der Wohnung (z.B. Tierhaltung oder gewerbliche Nutzung beabsichtigt ist)

Umstritten in der Mieter-Selbstauskunft sind:

  • Fragen nach dem Familienstand (ledig/verheiratet): Nach neuerer Rechtsauffassung gilt diese Frage als privat. Sie müssen mit falschen Angaben rechnen.
  • Fragen nach dem Vormietverhältnis: Es gibt widersprüchliche Urteile dazu, ob der Mietinteressent wahrheitsgemäße Angaben zu Name und Anschrift des Vorvermieters oder zur Kündigung machen muss.

Nicht erlaubt in der Mieter-Selbstauskunft sind:

  • Fragen nach Religion, Parteizugehörigkeit, Mitgliedschaft im Mieterverein und ÄhnlichesFragen nach Kinderwunsch und Familienplanung
  •  Fragen nach Vorstrafen und Ermittlungsverfahren
  •  Fragen nach persönlichen Interessen und Lebensgewohnheiten (z.B. „Welche Musik hören Sie, haben Sie oft Besuch?“)
  •  Fragen nach Gesundheitszustand, Suchterkrankungen, gesetzliche Betreuung und Ähnliches

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