Zinsvergleich: Worauf Sie achten sollten

Beim Zinsvergleich immer genau hinschauen

Ein Zinsvergleich ist wichtig, weil Zinsen der „Preis“ für einen Kredit sind. Besonders bei hohen Darlehenssummen spielt der Zinssatz eine wichtige Rolle, denn schon geringe Schwankungen haben großen Einfluss auf die Gesamtkosten einer Finanzierung.

Anhaltende Niedrigzinsphase: Für Bauherren sind die Zinsen günstig

Die aktuelle Zinsentwicklung spielt Bauherren in die Karten: Noch immer sind die Zinsen im Vergleich zum langfristigen Mittelwert auf extrem niedrigem Niveau. Der Zinsvergleich zwischen dem aktuellen Marktzins und den Durchschnittszinsen der vergangenen Jahrzehnte zeigt: Bis die Baufinanzierungszinsen wieder auf das langfristige Durchschnittsniveau von rund sechs Prozent klettern, dürfte es noch ein langer Weg sein. Doch auch in Zeiten niedriger Finanzierungszinsen gilt: Wer beim Sichten der Angebote die Zinsen sorgfältig vergleicht, kann die Gesamtkosten für seine Finanzierung nochmals kräftig senken.

Baufinanzierungsrechner

Der Zinsvergleich ergibt: Zinsen sind nicht gleich Zinsen

Der Nominalzins ist laut einer EU-Verbraucherkreditrichtlinie vom Juni 2010 als Sollzins zu deklarieren, es besteht inhaltlich also kein Unterschied zwischen diesen Begriffen. Der Sollzins – ehemals Nominalzins – ist der Zinssatz, der jährlich für die Bereitstellung eines Darlehens gezahlt werden muss, aber keine weiteren Nebenkosten enthält. Den tatsächlichen Preis eines Kredits drückt der Effektivzins aus, also die Summe, die der Kreditnehmer für die Finanzierung jährlich zu zahlen hat. Der Effektivzins enthält Nebenkosten, die im Zusammenhang mit der Kreditaufnahme entstehen: Die Vermittlungs- und Bearbeitungsgebühren sowie den Auszahlungskurs. Der Effektivzins wird auf die gesamte Laufzeit des Kredits, also auch über die erste Zinsbindung hinaus, bezogen. Damit eignet sich der Effektivzins für den Vergleich verschiedener Kreditangebote. Wenn Sie beim Zinsvergleich auf Nummer sicher gehen möchten, lassen Sie sich eine genaue Aufstellung aller Kosten von Ihrer Bank geben. Kreditinstitute sind laut Preisangabenverordnung (PangV) dazu verpflichtet, bei Darlehensangeboten sämtliche relevanten Kosten aufzuführen. Weitere Kosten – ebenfalls nicht im Zins enthalten – sind in der Regel Gebühren, die zum Beispiel für die Bereitstellung des Kredits anfallen. Diese Kosten müssen in einem objektiven Zinsvergleich mit einbezogen werden. Unterm Strich machen damit zwar die Bauzinsen den Löwenanteil der Finanzierungskosten aus, doch sollten Sie auch die zusätzlichen Gebühren beim Zinsvergleich nicht vernachlässigen.

Video: Was sind Zinsen?

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Wichtig beim Zinsvergleich: Die Restschuld in die Finanzplanung einbeziehen

Entscheidend für die Finanzierungskosten ist auch die Restschuld, also die noch abzuzahlende Summe am Ende der Zinsbindung eines Darlehens. Zu diesem Zeitpunkt endet die Zinsbindungsfrist, die verbleibenden Restschulden werden per Einmalzahlung abgeleistet oder über eine Anschlussfinanzierung abgedeckt, die zu einem bestimmten Zinssatz erneut als Kredit aufgenommen wird. Jeder Zinsvergleich einer Erstfinanzierung sollte also die Höhe der Restschuld mit einbeziehen.

Tipp: Um eine Anschlussfinanzierung sollten Sie sich mindestens drei Monate vor Ablauf der Sollzinsbindung kümmern, damit Sie nicht überstürzt unvorteilhafte Verträge abschließen.

Nicht nur Zinsen vergleichen, sondern auch Extras mit einbeziehen

Wenn Sie bei der Rückzahlung möglichst flexibel bleiben wollen, sollten Sie neben dem Zinsvergleich auch einen Blick auf die Extras werfen, die Ihnen die Bank zu bieten hat. Dazu zählen in erster Linie Sondertilgungskontingente: Damit können Sie jedes Jahr einen bestimmten Betrag zusätzlich tilgen und somit schneller schuldenfrei werden. Damit bietet eine Sondertilgung die Möglichkeit, bei den aktuell niedrigen Bauzinsen und der für Bauherren angenehmen Zinsentwicklung die Gesamtkosten für eine Finanzierung nochmals drastisch zu reduzieren.

Darüber hinaus ermöglichen manche Banken ihren Kunden, den Tilgungsanteil und damit die Höhe der Monatsrate bis zu zwei Mal während der Zinsbindungsfrist zu ändern – ohne zusätzliche Gebühren.

Die günstigsten Zinsen mit dem Anbietervergleich finden

Für eine optimale Baufinanzierung ist ein Zinsvergleich verschiedener Finanzierungsangebote wichtig. Hierzu können Sie im Anbietervergleich von ImmobilienScout24 einfach die aktuellen Zinsen der Baufinanzierungsanbieter Ihrer Region gegenüber stellen. Für einen ersten Konditionsvergleich müssen Sie lediglich Ihre Postleitzahl, den Kaufpreis der Immobilie, Ihren Eigenkapitalanteil, die anfängliche Tilgungsrate, die gewünschte Zinsbindungsfrist und Ihr Beschäftigungsverhältnis angeben und schon können Sie die Konditionen der Anbieter Ihrer Region vergleichen. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit auszuwählen, ob Ihnen als Anbieter Banken und Vermittler, nur Banken oder nur Vermittler angezeigt werden. Ihre favorisierten Anbieter können Sie dann kostenlos und unverbindlich kontaktieren und sich verschiedene Angebote für einen genaueren Zinsvergleich einholen.

Checkliste: Zinsvergleich von Finanzierungsangeboten

  • Auch bei günstigem Baugeld lohnt sich der Zinsvergleich
  • Effektivzins statt Sollzins vergleichen
  • Kosten wie Bereitstellungsgebühren einbeziehen
  • Restschuld einbeziehen
  • Auf Extras wie Sondertilgung oder Ratenänderung achten
  • Mindestens fünf Angebote vergleichen
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Vergleichen lohnt sich. Das gilt insbesondere für die Finanzierung einer Immobilie.

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