Wie bekomme ich einen günstigen Kredit?


Ob Neu- oder Anschlussfinanzierung, Ratenkredit oder Hypothekendarlehen: Günstig einen Kredit zu bekommen, kann Ihre Finanzierungskosten drastisch senken. Wenn Sie die nachfolgenden Tipps beherzigen, haben Sie die besten Chancen dafür.



Beim Abschluss eines Kredits binden Sie sich mit einer gewissen Summe teilweise über Jahre an die finanzierende Bank. Deshalb ist es wichtig und sinnvoll, bei der Planung des Darlehens und der Wahl des Finanzierungspartners sehr sorgfältig vorzugehen.

1. Ermitteln Sie den exakten Finanzierungsbedarf

Wenn Sie einen günstigen Kredit wünschen, ist die Vorarbeit ein wichtiger Erfolgsfaktor. Prüfen Sie, wie teuer Ihr Vorhaben wird und welche Eigenmittel Sie dabei einsetzen können. Je genauer Sie Ihren Kreditbedarf einschätzen, desto geringer ist das Risiko, am Ende eine teure Nachfinanzierung in die Wege leiten zu müssen.

2. Führen Sie eine erste Marktsondierung durch

Informieren Sie sich, wie hoch die aktuellen marktüblichen Zinsen für Kredite sind. Dafür ist meist eine kurze Online-Recherche ausreichend. Wichtig ist, dass Ihnen für die nachfolgenden Berechnungen eine realistische Zahlenbasis zur Verfügung steht.

3. Wie hoch ist Ihre finanzielle Belastbarkeit?

Anhand Ihres Einkommens und Ihrer laufenden Ausgaben können Sie feststellen, welche monatliche Rückzahlungsrate Sie sich leisten können. Dabei sollten Sie nicht bis ans Limit gehen, um Reserven für ungeplante Ausgaben verfügbar zu haben. Als Richtlinie gilt: Je nach familiärer Situation sollten zwei bis vier Netto-Monatsgehälter als Liquiditätsreserve auf einem Tagesgeldkonto angelegt bleiben. Damit vermeiden Sie, dass Sie bei größeren Ausgaben einen teuren Dispo- oder Ratenkredit in Anspruch nehmen müssen. Darüber hinaus sollte die Monatsrate nicht so hoch sein, dass bei einer Einkommensreduzierung gleich das ganze Finanzierungsmodell ins Wanken gerät.

4. Legen Sie die Rückzahlungsdauer fest

Nun gilt es zu überlegen, bis wann Sie Ihren Kredit abgezahlt haben möchten. Generell gilt, dass man spätestens mit dem Eintritt in den Ruhestand keine Schulden mehr haben sollte. Wichtig: Kreditsumme, Monatsrate und Rückzahlungsdauer müssen zusammenpassen.

5. Wie sieht es mit Sondertilgungen aus?

Bei der Aufnahme eines Kredits sind Sondertilgungen eine gute Möglichkeit, um mit außerplanmäßigen Rückzahlungen schneller schuldenfrei zu werden und Zinskosten zu sparen. Als Faustregel gilt: Halten Sie sich die Option offen, pro Jahr fünf Prozent der Darlehenssumme zusätzlich tilgen zu können.

6. Entscheiden Sie sich für eine Zinsbindungsfrist

Je länger Sie mit einem Festzins kalkulieren können, umso sicherer wird die Finanzierung. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen empfiehlt es sich, den Zinssatz möglichst lange festzuschreiben. In der aktuellen Niedrigzinsphase ist es möglich, auch für sehr lange Zinsbindungsfristen von 15 oder 20 Jahren einen günstigen Kredit zu erhalten. Dies können Sie nutzen, um das Risiko für Ihre Finanzierung auf ein Minimum zu reduzieren. Denn: Wer über lange Zeit hinweg mit einer sicheren Monatsrate kalkulieren kann, muss sich über die Entwicklung am Zinsmarkt keine Sorgen machen. Sollten die Zinsen nach zehn oder mehr Jahren niedriger liegen als heute, können Sie sogar ohne zusätzliche Kosten umschulden. Der Gesetzgeber hat nämlich festgelegt, dass Sie nach Ablauf von zehn Jahren aus einem Festzinskredit aussteigen können, ohne dass die Bank dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen darf.

7. Hypothekendarlehen oder Ratenkredit?

Hypothekendarlehen sind mit günstigen Zinsen verbunden, jedoch ist die Flexibilität bei der Rückzahlung eingeschränkt. Überdies fallen zusätzliche Kosten für die Eintragung der Grundschulden an. Ratenkredite sind meist etwas teurer, doch dafür ist keine Kreditsicherheit notwendig, und Sondertilgungen können entweder ohne Zusatzkosten oder zu geringen Gebühren geleistet werden. In der Gesamtbetrachtung sind Ratenkredite oft günstiger, wenn die Finanzierungssumme bei weniger als 50.000 Euro liegt.

8. Fördermittel prüfen

Für die Finanzierung bestimmter Baumaßnahmen wie die energetische Sanierung oder den altersgerechten Umbau des eigenen Hauses gibt es zinsverbilligte Kredite von der KfW-Bankengruppe. Wenn Sie Anspruch auf solche Fördermittel haben, sollten Sie diese unbedingt in Ihre Finanzierung einbauen. Dazu kommen die regionalen Förderprogramme der landeseigenen Förderbanken, die vor allem jungen Familien einen Kredit günstig zur Verfügung stellen. Allerdings sind diese geförderten Darlehen meist nur jenen zugänglich, die bestimmte Einkommensgrenzen einhalten. Wie hoch das Einkommenslimit im konkreten Fall ist, hängt von den Förderbedingungen der einzelnen Institute ab und richtet sich meist nach der Anzahl der im Haushalt wohnenden Kinder.

9. Machen Sie klare Vorgaben beim Einholen der Angebote

Wenn Sie objektiv vergleichbare Angebote erhalten möchten, müssen Sie den Banken von vornherein klare Vorgaben machen. Achten Sie darauf, dass Ihre Anfragen identische Daten in Bezug auf Eigenkapital, Kreditsumme, Tilgungshöhe, Zinsbindungsfrist und Sondertilgungsoptionen enthalten.

10. Vergleichen und abschließen

Nachdem die Offerten der einzelnen Banken eingetroffen sind, sollten Sie zunächst kontrollieren, ob sich die Geldinstitute an Ihre Vorgaben gehalten haben. Im Anschluss daran vergleichen Sie den Effektivzins und entscheiden sich dann für die Bank, die Ihnen den Kredit am günstigsten anbieten kann.

Wenn es sich um eine Anschlussfinanzierung handelt und die angebotenen Konditionen sehr eng beieinanderliegen, kann es unter Umständen vorkommen, dass Sie das Angebot der Bank mit dem günstigsten Kreditangebot ausschlagen sollten, wenn es sich nicht um das bislang schon finanzierende Geldinstitut handelt. Grund dafür ist, dass beim Wechsel der Bank die Grundschulden abgetreten werden müssen und dafür Gebühren anfallen. Wenn diese höher sind als die aufgrund eines Wechsels ersparten Zinsen, lohnt es sich, der bisherigen Bank die Treue zu halten.


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