Ein Haus durch einen Sachverständigen bewerten zu lassen, ist mit Kosten verbunden, aber sinnvoll, um den realistischen Wert einer Immobilie zu ermitteln. Wie teuer die Immobilienbewertung ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und lässt sich daher im Vorfeld nur grob einschätzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Immobilienbewertung, sodass auch unterschiedliche Kosten entstehen können.
  • Die Selbstschätzung des Marktwertes anhand von Vergleichsdaten ist kostenlos, aber ungenau.
  • Ein genauerer Marktwert kann kostenlos durch einen Makler oder online auf ImmobilienScout24 ermittelt werden.
  • Die gründlichste Art der Immobilienbewertung nimmt ein Sachverständiger vor, der im Anschluss üblicherweise ein Wertgutachten erstellt, das auch vor Gericht Bestand hat.
  • Was eine Immobilienbewertung durch einen Sachverständigen kostet, beruht unter anderem auf der Höhe seines frei wählbaren Honorars, der Art der Immobilie und dem Schwierigkeitsgrad der Bewertung.
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Welche Möglichkeiten der Immobilienbewertung gibt es?

Die Bewertung einer Immobilie hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise der aktuellen Situation auf dem Immobilienmarkt, der Lage der Immobilie, der Bauweise und der Bausubstanz sowie einem eventuellen Modernisierungs- oder Sanierungsbedarf. Bei Gewerbeimmobilien oder vermieteten Objekten spielt zudem eine Rolle, welche Erträge mit der Immobilie erwirtschaftet werden können. Je komplexer die Immobilie ist, umso schwieriger kann es daher sein, den tatsächlichen Immobilienwert zu ermitteln und die Kosten hierfür zu schätzen. Für die Immobilienbewertung gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Der Wert wird durch den Verkäufer selbst geschätzt, zum Beispiel mittels Vergleichen mit ähnlichen Objekten.

  • Der Makler ermittelt den Wert der Immobilie beispielsweise durch das sogenannte Maklerverfahren, bei dem der jährliche Nettoertrag einer Immobilie mit einem vom jeweiligen Objekt abhängigen Faktor multipliziert wird.

  • Ein Sachverständiger für Immobilienbewertung ermittelt den Immobilienwert durch ein durch die Immobilienwertermittlungsverordnung normiertes Verfahren, und zwar Vergleichswert-, Ertragswert- oder Sachwertverfahren und erstellt im Anschluss ein vor Gericht verwertbares Wertgutachten.

  • Die Immobilienbewertung wird online durchgeführt, beispielsweise bei Immobilienscout24.

Für Laien ist es schwer, den Marktwert einer Immobilie selbst einzuschätzen. Daher ist von dieser Methode abzuraten, wenn ein guter Preis für ein Haus, eine Wohnung oder ein Grundstück erzielt werden sollen. Makler haben zwar häufig viel Erfahrung bei der Einschätzung des Wertes einer Immobilie, sind aber in der Regel nicht dafür ausgebildet, mögliche Schwachstellen an der Bausubstanz und eventuellen Sanierungsbedarf zu erkennen.

Was kostet ein Sachverständiger für Immobilienbewertung?

Wer ein gerichtsfestes Gutachten beispielsweise zur Vorlage vor einem Gericht benötigt, kommt um die Immobilienbewertung durch einen Sachverständigen nicht herum. Es gibt entweder freie Sachverständige, die für die Grundstücksbewertung zertifiziert sind und einem Verband angeschlossen sind oder staatlich vereidigte Immobiliengutachter, die von der zuständigen Landesbehörde kontrolliert werden. Was eine professionelle Immobilienbewertung durch einen Sachverständigen kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Honorar des Sachverständigen: Bis zum Jahr 2009 galt hierfür die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Seitdem diese außer Kraft ist, können Sachverständige ihr Honorar selbst festlegen.

  • Leistungen des Sachverständigen: Werden ihm durch den Verkäufer bereits alle erforderlichen Unterlagen zur Verfügung stellt, fällt weniger Arbeit an, als wenn er diese selbst besorgen muss.

  • Aufwand und Schwierigkeitsgrad der Bewertung: Der Marktwert eines Einfamilienhauses oder eines unbebauten Grundstücks ist in der Regel einfacher zu bestimmen, als der von Gewerbeimmobilien oder vermieteten Objekten.

  • Länge des Wertgutachtens: Es wird zwischen Kurzgutachten mit nur zwei bis drei Seiten und Langgutachten unterschieden, die bis zu durchschnittlich dreißig oder vierzig Seiten haben können.

Sofern die Immobilienbewertung kein gründliches Wertgutachten erforderlich macht, bieten einige Sachverständige ihre Leistungen im Durchschnitt für folgende Preise an:

  • Eigentumswohnung: 500 Euro

  • Einfamilienhaus, Reihenend- oder Reihenmittelhaus, Doppelhaushälfte: 550 Euro

  • Zweifamilienhaus: 600 Euro

  • Wohnhaus mit bis zu vier Wohneinheiten: 650 Euro

Für die Fahrt zwischen seinem Standort und der zu bewertenden Immobilie werden zudem Fahrtkosten durch den Sachverständigen veranschlagt.

Wie teuer ist ein Wertgutachten für ein Haus?

Manche Sachverständige arbeiten mit festen Pauschalen, die im Vorfeld erfragt werden können. Was ein Wertgutachten kostet, hängt unter anderem von der Art der Immobilie ab. Derzeit kann durchschnittlich mit folgenden Kosten gerechnet werden, wobei es hier durchaus Luft nach oben gibt:

Verkehrswertgutachten (Langgutachten)

  • Eigentumswohnung: 1.600 Euro

  • Einfamilienhaus, Reihenend- oder Reihenmittelhaus, Doppelhaushälfte: 1.800 Euro

  • Zweifamilienhaus: 1.900 Euro

  • Wohnhaus mit bis zu vier Wohneinheiten: 2.200 Euro

Verkehrswertgutachten (Kurzgutachten)

  • Eigentumswohnung: 900 Euro

  • Einfamilienhaus, Reihenend- oder Reihenmittelhaus, Doppelhaushälfte: 1.000 Euro

  • Zweifamilienhaus: 1.100 Euro

  • Wohnhaus mit bis zu vier Wohneinheiten: 1.200 Euro

Zu diesen Preisen kommen Fahrkostenpauschalen hinzu, die sich nach der Entfernung der zu begutachtenden Immobilie vom Standort des Sachverständigen richten.

Was kostet die Immobilienbewertung bei ImmobilienScout24?

Wie viel eine Immobilienbewertung bei ImmobilienScout24 kostet, ist leicht zu erklären. Die Online-Immobilienbewertung, die auf der Analyse der Daten von vergleichbaren Immobilien beruht, ist zu einhundert Prozent kostenlos und unverbindlich.

Hinweis

Der aktuelle Artikel befindet sich in Phase 2 des Verkaufsprozesses: Verkauf vorbereiten

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