Ist im Erbe eine Immobilie enthalten, können für die Erben hohe Steuern anfallen. Die Hausübergabe an Kinder zu Lebzeiten der Eltern ist eine Möglichkeit, die Steuerlast zu reduzieren und den Erbfall im Voraus zu klären. Lesen Sie hier, welche Vorteile es gibt, was bei einer Hausübergabe zu bedenken ist und wie sich die Übergabe bei mehreren Kindern verhält.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Hausübergabe oder dem Hausverkauf an die eigenen Kinder fällt keine Grunderwerbsteuer an.

  • In einem Übertragungsvertrag werden alle Auflagen festgehalten, wie eine Pflegeabsicherung oder ein mögliches Wohnrecht.

  • Mit einem vereinbarten Pflichtteilverzicht in Bezug auf die Immobilie müssen Kinder ihre Geschwister später nicht auszahlen.

Wo liegen die Vorteile bei einer Hausübergabe an die Kinder?

Erfolgt die Hausübergabe zu Lebzeiten an die Kinder, können diese Steuern sparen. Zusätzlich besteht die Option, vorhandene Steuerfreibeträge auszunutzen. Bei einer Schenkung kann auf Freibeträge von bis zu 400.000 Euro zurückgegriffen werden. Hat die Immobilie einen höheren Wert, können Teilübertragungen erfolgen. Im Ablauf von mehreren Jahren kann die Überschreibung unter der vollen Ausnutzung der Freibeträge erfolgen.

Durch die Hausübergabe an ein Kind kommt es zur Verringerung des Pflichtanteils bei einem Erbe. Gerade dann, wenn es bereits zu Enterbungen in der Familie gekommen ist, kann dieser Aspekt wichtig sein.

Durch die Vereinbarung von Auflagen ist es möglich, sich weiterhin das Wohnrecht zu sichern oder zu verhindern, dass die Kinder das Haus verkaufen können.

Wie erfolgt die Hausübergabe an mehrere Kinder?

Die Hausübergabe an zwei oder mehr Kinder kann auf unterschiedliche Arten und Weisen erfolgen:

  • Die Hausübergabe wird an ein Kind durchgeführt, die anderen Kinder erhalten einen Ausgleich.

  • Die Hausübergabe wird an ein Kind durchgeführt, die anderen Kinder verzichten vertraglich auf ihren Anspruch.

  • Die Hausübergabe erfolgt an mehrere Kinder, jedes Kind wird zu gleichen Teilen in das Grundbuch eingetragen.

Entscheiden die Eltern bei der Hausübergabe an zwei Kinder, dass diese zu gleichen Teilen erfolgt, können sich auch die Kinder später einigen, wer möglicherweise ausgezahlt wird.

Tipp

Um einen Streit zwischen den Kindern zu vermeiden, sollte der Wert der Immobilie vor der Übergabe durch einen Gutachter festgelegt werden. Zudem sind alle Vereinbarungen vertraglich festzuhalten.

Wird ein Vertrag bei der Hausübergabe von Eltern an Kinder benötigt?

Es sollte immer ein Übertragungsvertrag vereinbart werden. Der Vertrag wird durch einen Notar aufgestellt. Mit der Unterzeichnung aller Parteien erfolgt eine Auflassung. So kann auch der Eintrag im Grundbuch geändert werden. Der Vertrag enthält den Namen und die Anschriften aller Parteien, sowie mögliche Auflagen. Zu diesen können gehören:

  • Pflichtteilverzicht der weiteren Geschwister in Bezug auf die Immobilie

  • mögliche Gegenleistungen an die Eltern

  • Übernahme von anfallenden Kosten für die Immobilie

  • Nutzungsrechte für die Eltern

Welche Gegenleistungen können Eltern bei der Hausübergabe an Kinder festlegen?

Die Hausübergabe zwischen Eltern und Kind kann ganz ohne Auflagen erfolgen. Dennoch sollten Sie sich bewusst machen, dass mit der Übergabe die eigenen Ansprüche an die Immobilie erlöschen. Für eine Absicherung kann es empfehlenswert sein, Auflagen zu vereinbaren.

Besonders häufig vereinbart werden Pflegevereinbarungen, Wohn- oder Nießbrauchrecht oder auch Rentenzahlungen. Es ist auch möglich, einen Weiterverkauf zu untersagen oder eine Rückübertragung zu vereinbaren.

Alle Auflagen und Vereinbarungen sollten im Übertragungsvertrag festgehalten werden, damit sich beide Parteien im Ernstfall darauf berufen können.

Wie lässt sich die Gerechtigkeit unter mehreren Kindern gewährleisten?

Soll die Hausübergabe nur an ein Kind stattfinden, ist es wichtig, die anderen Geschwister anderweitig zu berücksichtigen und abzusichern. Bei der Hausübergabe an die Tochter oder den Sohn lässt sich vereinbaren, dass diese als Geschenk über den Pflichtteil angerechnet werden muss. Wird das Haus an ein Kind verkauft, betrifft dies den Pflichtteil nicht.

Eine weitere Option ist es, direkt eine Abfindung zu vereinbaren, die an die Geschwister ausgezahlt wird. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, eine Schätzung der Immobilie durch einen Gutachter vornehmen zu lassen.


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