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Für Mieter:innen in Deutschland gehören Nebenkosten wie Betriebskosten zur Miete dazu. Wie entstehen die Nebenkosten und was kann als Betriebskosten auf Mieter:innen umgelegt werden? Und wenn die Abrechnung überraschend teuer ausfällt?
Prüfe deine Nebenkostenabrechnung, im Zweifel kann Widerspruch eingelegt werden.
Nicht alle Nebenkosten dürfen auf die Mieter:innen umgelegt werden.
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Nebenkosten, auch Betriebskosten genannt, sind alle laufenden Kosten rund um deine Wohnung. Typische Nebenkosten sind etwa Heizkosten, Warmwasser, Grundsteuer, Müllabfuhr, Gebäudeversicherung, Hausreinigung oder Hausmeisterdienste. Mieter:innen bekommen jährlich eine Nebenkostenabrechnung. Nicht alle Nebenkosten dürfen auf die Vermieter:innen umgelegt werden.
Dafür gibt es keine gesetzliche Obergrenze. Die Nachforderung deines:r Vermieter:in ist die Differenz zwischen deinen Vorauszahlungen und den realen Nebenkosten. Dein:e Vermieter:in darf nur die Kosten abrechnen, die gemäß Mietvertrag umlagefähig sind.
In der Praxis kommen oft Nachzahlungen im dreistelligen Euro-Bereich vor. In Zeiten stark steigender Energiepreise kann eine Nebenkosten-Nachzahlung sogar vierstellig ausfallen.
Eine Nachzahlung entsteht immer dann, wenn die Summe der tatsächlichen Kosten höher war als das, was du im Voraus bezahlt hast. Umgekehrt bekommst du ein Guthaben erstattet, wenn du zu viel vorausgezahlt hast.
Du solltest zunächst prüfen, woran das liegen könnte. Es kann sein, dass deine monatlichen Vorauszahlungen im letzten Jahr zu niedrig angesetzt waren.
Dein:e Vermieter:in kann auch einen Fehler gemacht haben. Laut einer ImmoScout24-Statistik ist jede zweite Nebenkostenabrechnung fehlerhaft.
Schau dir dann jede Kostenart an. Dürfen diese Kosten laut deinem Mietvertrag überhaupt umgelegt werden? Stelle sicher, dass nur erlaubte Nebenkosten berechnet wurden.
Auch Vermieter:innen oder Hausverwaltungen können sich verrechnen. Kontrolliere, ob alle Beträge richtig addiert wurden.
Du hast das Recht, alle Originalbelege einzusehen, auf deren Basis die Abrechnung erstellt wurde. Das heißt, du darfst zum Beispiel die Rechnungen des Energieversorgers, der Müllabfuhr oder der Versicherung einsehen, um die genannten Beträge zu überprüfen. Wende dich schriftlich an deine:n Vermieter:in und bitte um Belegeinsicht.
Findest du Fehler in der Nebenkostenabrechnung, solltest du Widerspruch einlegen. Schicke den Widerspruch per Einschreiben oder als E-Mail mit Lesebestätigung an dein:e Vermieter:in.
Mieter:innen haben zwölf Monate nach Erhalt der Abrechnung Zeit, Einwendungen zu erheben. Wenn du unsicher bist oder die Abrechnung komplex ist, hole dir wenn möglich Unterstützung von der Verbraucherzentrale oder vom Mieterverein.
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Nebenkosten müssen spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums abgerechnet werden. Verpasst der:die Vermieter:in diese Frist, ist die Nachforderung unwirksam.
Die zeitliche Komponente spielt also bei Nebenkostenabrechnungen eine große Rolle: Für Vermieter:innen gilt diese strenge Abrechnungsfrist. Macht er:sie Fehler, musst ggf. nichts nachzahlen.
Hatte der:die Vermieter:in allerdings keinen Einfluss darauf, dass die Abrechnung verspätet ist, darf er:sie ausnahmsweise trotz Fristüberschreitung Nachforderungen stellen. Wenn etwa der Energieanbieter seinerseits verspätet abrechnet.
Achte darauf, dass deine monatliche Nebenkostenvorauszahlung zur Wohnung und zum aktuellen Preisniveau passt. Versuche Heizenergie zu sparen. Versuche deinen Warmwasserverbrauch zu senken. Und bleib informiert: Schlagzeilen wie „Gaspreis steigt um 25 Prozent“ oder „Stromkosten steigen drastisch“ sind Hinweise, dass auch deine nächste Abrechnung teurer werden könnte.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Nebenkosten Nachzahlung
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Muss ich die Nebenkosten-Nachzahlung sofort bezahlen?
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In der Regel ist die Nachzahlung mit Erhalt der Abrechnung fällig, sofern darin kein anderes Zahlungsziel genannt ist. Du solltest den Betrag innerhalb von 30 Tagen begleichen, um Mahnungen oder Verzugszinsen zu vermeiden. Falls du kurzfristig nicht zahlen kannst, nimm sofort Kontakt mit deinem:deiner Vermieter:in auf und vereinbare eine Ratenzahlung.
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Wie kann ich mich gegen eine fehlerhafte Nebenkostenabrechnung wehren?
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Du hast als Mieter:in zahlreiche Rechte, um dich zu wehren: Fordere Einsicht in alle Belege, prüfe die Abrechnung gründlich und vergleiche sie mit dem Mietvertrag sowie dem Vorjahr. Bei Fehlern oder unplausiblen Posten lege schriftlich Widerspruch ein und schildere die Beanstandungen.
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Was passiert, wenn der Vermieter die Nebenkostenabrechnung zu spät schickt?
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Trifft die Abrechnung später als zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums bei dir ein, kannst du die Nachzahlung verweigern. Du solltest deinem:deiner Vermieter:in schriftlich mitteilen, dass die Forderung verfristet ist – eine Ausnahme gilt nur, wenn der:die Vermieter:in die Verspätung nicht zu verantworten hat, was er:sie nachweisen muss.
Als Immobilienexpertin und Redakteurin bei ImmoScout24 informiert dich Oranus Mahmoodi über alle Themen rund ums Mieten und Kaufen. Oranus ist studierte Journalistin und Soziologin. Sie beobachtet die Immobilienwirtschaft seit Jahren. Ihre Expertise als Wirtschafts- und Finanzjournalistin hat sie bei Financial Times Deutschland gewonnen, wo sie über viele Jahre gearbeitet hat. Als Autorin für Nachrichtenagenturen und diverse Wirtschaftstitel hat sie sich intensiv mit allen Seiten der Immobilienwirtschaft beschäftigt. Ihr Credo ist es, komplexe Themen für dich unterhaltsam und verständlich aufzubereiten.
Bitte beachte: Oranus Mahmoodi ist Immobilienexpertin, jedoch keine Immobilienmaklerin. Sie kann keine Immobilien vermitteln oder Anfragen dieser Art beantworten. Wende dich hierfür bitte an die jeweiligen Anbieter oder unseren Support.
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„Vorsicht bei sehr hohen Nebenkostennachzahlungen: Die Nebenkostenabrechnung könnte nicht korrekt sein. In Zeiten steigender Energiepreise können Nachforderungen zwar berechtigt sein, dennoch lohnt sich Prüfung.“