Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag ist ein Vertrag mit einer Bausparkasse. Durch ihn erwirbt der Bausparer nach Leistung der vertraglich vereinbarten Sparzahlungen (Ansparphase) einen Rechtsanspruch auf die Gewährung eines Bauspardarlehens (Darlehensphase) durch die Bausparkasse.

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Der Bausparvertrag wird über eine bestimmte Bausparsumme und die Wahl eines speziellen Bauspartarifs abgeschlossen. Rechtlich gesehen ist der Bausparvertrag ein gegenseitiger, langfristiger Darlehensvertrag, dessen Ausgestaltung in den Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge (ABB) festgelegt ist. Zur Absicherung des Bauspardarlehens ist eine dingliche Absicherung durch die nachgelagerte Grundbucheintragung einer Grundschuld erforderlich. Zur Auszahlung der Bausparsumme ist ein Mindestguthaben von 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme sowie die Zuteilungsreife des Vertrages erforderlich. Die Höhe des Bauspardarlehens entspricht der Differenz aus Bausparsumme und angespartem Bausparguthaben.

Laufzeiten und der effektive Jahreszins

Ein Bausparvertrag wird durch ganz unterschiedliche Aspekte wesentlich bestimmt. Dazu gehören beispielsweise die Laufzeiten und festgelegte Verzinsung. Bei den Laufzeiten lässt sich keine durchschnittliche Laufzeit angeben, da die Bausparkassen vielfältige Tarife für Bausparverträge anbieten. Daher lässt sich ein Bausparvertrag mit einer Laufzeit von einigen Jahren genauso abschließen wie auch mit einer Laufzeit von mehr als 25 Jahren. Da die Verwendungsmöglichkeiten der Bauspardarlehen so vielfältig sind und von der eigentlichen Baufinanzierung bis zu sehr spezifischen Einzelaspekten wohnwirtschaftlicher Zwecke reichen, gestalten sich die Bausparverträge sehr unterschiedlich. Und dies betrifft nicht nur die Gesamtlaufzeiten, sondern gleichermaßen die einzelnen Laufzeiten der Anspar- wie der Tilgungsphase.

Ähnlich verhält es sich mit den Zinsbeträgen in Zusammenhang mit einem Bausparvertrag. Der Guthabenzinssatz kann nach Bausparkasse und gegebenenfalls nach Bauspartarif variieren. Dies gilt ebenfalls für den gebundenen Sollzinssatz/effektiven Jahreszins, der von den Bausparkassen oftmals mit Blick auf die Laufzeit, den Tarif und die Bausparsumme variiert wird.

Rechtliche Grundlagen

Für Bausparverträge gelten die Allgemeinen Bedingungen für Bausparverträge. Dass die Bausparkassen für den Bausparvertrag die ABB zugrunde legen müssen, ist im § 5 des Bausparkassengesetzes (BauSparkG) festgeschrieben. Im BauSparkG finden sich die grundlegenden rechtlichen Vorgaben für die Bausparkassen und dementsprechend auch für einen Bausparvertrag. Darüber hinaus sind in der Bausparkassen-Verordnung (BausparkV) weitere relevante Aspekte für Bausparkassen festgehalten. Außerdem werden Bausparkassen von der Bundeanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt. So mussten beispielsweise Änderungen im Jahr 2013 in den ABB von der BaFin genehmigt werden.

Die Gesetze und Verordnungen dienen der Absicherung des Bausparvertrags für beide Vertragspartner. Bausparer erhalten möglichst hohe Sicherheit für ihren Bausparvertrag. Und da Bausparen ein bedeutender Zweig der Finanzierung von Wohnraum ist, ist dies rechtlich abzusichern. Das gilt ebenfalls für die Verbindung von Bausparkasse und Bausparer. Denn je eindeutiger das Verhältnis rechtlich abgesichert ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für unklare oder missverständliche Situationen.

Förderung von Bausparverträgen

Bausparverträge werden unter bestimmten Voraussetzungen mittels Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage und Riester-Förderung staatlich gefördert. Die staatlichen Fördermaßnahmen sind meist an Einkommensobergrenzen gekoppelt, die der Bausparer nicht überschreiten darf. Die Nutzung der Förderung kann zu einer merklich finanziellen Entlastung der Baufinanzierung führen. Geförderte Bausparverträge dürfen aber nur für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Gerade im Bereich von Klein- und Mitteldarlehen mit dem Verwendungszweck Modernisierung und Renovierung, aber auch als Baustein von größeren Gesamtfinanzierungen (Baufinanzierungsmix), hat sich der Bausparvertrag aufgrund seiner Flexibilität und Planungssicherheit fest im Markt etabliert. Aufgrund der Vielzahl von Einflussfaktoren (staatliche Fördermöglichkeiten, unterschiedliche Bautarife, Gebühren und Sollzinssätze) sollte eine neutrale Finanzberatung in Anspruch genommen werden.

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