Baujahr

Als Baujahr wird das Jahr bezeichnet, in dem das Gebäude bezugsfertig war. Anhand des Baujahrs lassen sich viele Informationen zu Baumaterialen, Verarbeitung und Materialeigenschaften ableiten.

Das korrekte Baujahr kann der Fertigstellungsanzeige in der Bauakte beim Bauamt der Gemeinde entnommen werden.

Sind Sie nicht der Eigentümer, haben aber dessen schriftliche Zustimmung, ist es möglich, dass Sie die Akte beim Bauamt einsehen. Wenn es sich um eine Wohnung handelt, können Sie sich nach dem Baujahr bei der Wohnungsverwaltung erkundigen.



Unterscheidung zwischen Alt- und Neubauten

In Bezug auf die Bauqualität weist jedes Jahrzehnt typische Eigenschaften auf. Diese treffen nicht auf alle Bauten zu, die in dieser Zeit fertiggestellt wurden, sind aber vermehrt bei Gebäuden bestimmter Baujahre zu finden.

Grob unterschieden werden können Alt- und Neubauten. Diese unterscheiden sich vor allem durch ihre Beschaffenheit und die Bauweise, die für einzelne Zeitabschnitte üblich war. Altbauten haben in der Regel unter anderem Holzbalkendecken und Kastenfenster. Außerdem beträgt die Deckenhöhe oft mehr als drei Meter. Die Altbauära in Deutschland endete in den ausklingenden 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts.

Danach wurden Häuser überwiegend in Plattenbauweise errichtet, wobei Beton den wesentlichen Baustoff bildete. Auch Verbund- und Isolierglasfenster und Deckenhöhen unter drei Metern sind typische Merkmale für einen Neubau.

Typische Probleme einzelner Jahrzehnte

Unabhängig vom Baujahr haben viele Häuser Probleme mit Feuchtigkeit. Gebessert hat sich dies in den 1960er-Jahren, als damit begonnen wurde, Drainagen zu legen und Keller aus Beton zu bauen. Gebäude, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet wurden, haben meist eine gute Bausubstanz und überzeugen durch solide Bauweise.

In den 1930er- und 1940er-Jahren errichtete Häuser sind dagegen oft von schlechterer Qualität, da die Kriegs- und Vorkriegszeit auch mit einem Mangel an Baustoffen einhergingen. Nach dem Krieg gab es wieder Material und Häuser mit einem Baujahr in den späten 1950er-Jahren verfügen teilweise schon über Dämmungen und eine Zentralheizung. Allerdings begann auch die Verwendung gesundheitsschädlicher Materialien wie Asbest und kleinfaseriger Mineralwolle in dieser Zeit. Vor allem in der ehemaligen DDR wurden zudem beim Dachbau oft teer- und formaldehydhaltige Holzschutzmittel verwendet, die hochgiftig sind.

In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde Beton immer beliebter. Zudem erhöhten sich stetig die Ansprüche an die Schall- und Wärmedämmung. Bei Häusern mit Baujahren in der jüngeren Vergangenheit sind zudem die Ansprüche an die Energieeffizienz immer weiter gestiegen.