Wohneigentumsreport

Zahl der Wohnungsverkäufe rückläufig

Zu wenig Neubau, fehlende Wohnungsangebote … In deutschen Großstädten wurden im vergangenen Jahr weniger Eigentumswohnungen verkauft als 2016. Auch die Preisentwicklung ist rückläufig. Das ermittelte der Wohneigentumsreport 2018 von Accentro.


placeholder

War 2016 der durchschnittliche Umsatz pro Verkauf noch um 7,73 Prozent gestiegen, betrug 2017 der Anstieg nur noch rund 4,56 Prozent. Damit entwickeln sich die Wohnungspreise zwar weiter positiv, aber längst nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Im Durchschnitt kostete im vergangenen Jahr eine Wohnung in den 82 vom Report erfassten deutschen Großstädten 239.493 Euro.

Top-Großstädte verlieren an Umsatz


Berlin, München, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Düsseldorf und Stuttgart erzielen zwar immer noch rund 58 Prozent des Gesamtumsatzes der erfassten Großstädte (ohne Dortmund). Dennoch ist bei den Top-7-Metropolen der Umsatz um 2,52 Prozent gesunken. Nach Angaben von Accentro ging die Zahl der Verkäufe um 8,71 Prozent zurück.

Am stärksten betroffen sind Stuttgart (minus 14,98 Prozent), Köln (minus 13,64 Prozent), Hamburg (minus 12,54 Prozent), Frankfurt am Main (minus 12,54 Prozent) und in München (minus 10,01 Prozent).


Kaufwunsch weiterhin hoch


Dass die Nachfrage noch ausgesprochen hoch ist, lässt sich an den starken Preissteigerungen in den meisten Metropolen ablesen. So stieg in Düsseldorf der durchschnittliche Umsatz je Verkauf um 18,82 Prozent, in Hamburg um 13,17 Prozent. Nachdem die Wohnungspreise in der Hauptstadt Berlin in den vergangenen zehn Jahren um rund 134 Prozent gestiegen sind, beträgt das Plus nur noch 5,5 Prozent.

Die Nachfrage ist weiterhin hoch. Was fehlt, sind die Angebote. Jacopo Mingazzini, Vorstand der Accentro Real Estate AG, stellt fest: "Die Ergebnisse unserer diesjährigen Untersuchung untermauern, dass die Neubautätigkeit mit der konstant anhaltenden Nachfrage nicht mitkommt."

Die Zahl der verkauften Neubauwohnungen sei deutlich stärker zurückgegangen als die Zahl der verkauften Bestandswohnungen. Der Neubau reiche nicht aus, die Zahl der Baugenehmigungen sei 2017 weiter gesunken. Wenn die Nachverdichtung zurückgehe, wäre das problematisch für die Großstädte. Im Jahr 2017 wiesen laut Accentro 49 der 81 erfassten Großstädte einen Rückgang der Neubautransaktionen auf.


Entwicklung des Neubau-Verkaufs


Allein in Düsseldorf stiegen die Transaktionszahlen um sieben Prozent und Berlin weist ein Plus von 1,84 Prozent auf. Damit erreichen laut Accentro nur zwei der Metropolen 2017 eine positive Entwicklung der Verkaufszahlen von neuen Eigentumswohnungen.

In anderen Metropolen seien die Transaktionszahlen hingegen stark rückläufig: In Köln beispielsweise um 38,65 Prozent, in Hamburg und München um 28,01 beziehungsweise 27,18 Prozent.


Ausweichen ins großstädtische Umland


Wenn Stadtbewohner oder Zuzügler keine passenden bzw. bezahlbaren City-Angebote finden, weichen sie häufig – laut Accentro – aufs Umland aus und pendeln zur Arbeit. Großstädte im Umland verfügen oft auch über eine gute Infrastruktur und sind damit selbst für alteingesessene Städter attraktiv. Als Beispiele werden im Wohneigentumsreport u. a. Offenbach und Bonn genannt. So sind die durchschnittlichen Verkaufspreise in Offenbach um 42,16 Prozent geringer als in Frankfurt, in Bonn sind sie um 23,29 Prozent geringer als in Köln.


Diese Artikel könnten Sie interessieren: