Bitcoin und Blockchain

Wie beeinflussen digitale Währungen den Immobiliensektor?

Im April 2016 wurden in Japan Bitcoins als offizielles Zahlungsmittel anerkannt. Seitdem erlebt die digitale Währung nicht nur einen regelrechten Boom, sondern dringt in immer neue Märkte vor. In der Schweiz wird derzeit die erste Villa in gegen Bitcoins verkauft.


placeholder

Schon heute haben viele Menschen kaum noch Bargeld in der Tasche, da sich fast alle Waren bequem per Kreditkarte bezahlen lassen. Gut möglich, dass künftig Scheine und Münzen völlig von der Bildfläche verschwinden. Denn die Währung der Zukunft ist allem Anschein nach digital. Es lohnt sich daher, das Thema Bitcoin aufmerksam zu verfolgen.

Verschlüsselte Datenblöcke statt Geldstapel


Was hat es also mit dem nicht sichtbaren Geld auf sich? Bitcoin ist ein Kunstwort: Bit = Speichereinheit eines Computers und Coin = Münze auf Englisch. Bitcoins werden nicht gedruckt oder geprägt, vielmehr handelt es sich um errechnete und verschlüsselte Datenblöcke. Der Berechnungsvorgang wird auch als Mining (schürfen) bezeichnet.

Das Bitcoin-Netzwerk lässt sich als große Bank vorstellen, die dezentral organisiert ist. Jeder Benutzer hat ein Konto. Über ein spezielles Programm, den Bitcoin-Client, greift der Benutzer auf sein Konto zu. Zu diesem Zweck hat er auf seinem Computer eine Datei gespeichert, die als Wallet (Geldbörse) bezeichnet wird. Sie enthält alles Notwendige für den Zugriff auf das Konto. Genauer gesagt: Im Wallet befinden sich die Zugangsdaten für das eigene Konto, darunter vor allem der private Schlüssel. Sobald ein Benutzer ein Wallet besitzt, kann er mit einer regulären Währung (Euro, US-Dollar) Bitcoins kaufen und seinem Wallet hinzufügen. Bei Überweisungen von einem Bitcoin-Konto zu einem anderen wird der private Schlüssel genutzt, um die Transaktionen zu bestätigen.

Bitcoins sind also reine Recheneinheiten, die in einer großen digitalen Blockchain (Block-Kette) – einer Art Transaktionsbuch – im gesamten Netzwerk gespeichert sind. Dieses Transaktionsbuch wird im Bitcoin-Computernetzwerk hin und her gesendet und ständig aktualisiert. Insgesamt hat die Blockchain mehrere Gigabyte Umfang. Keine Angst, ein Stromausfall führt nicht zu Geldverlusten. Das Transaktionsbuch ist auf vielen Rechnern gleichzeitig gespeichert.  



Immobilienverkauf per Bitcoins und Blockchain


In der Immobilienbranche sind Bitcoins noch ein junges Zahlungsmittel. Dabei beinhalten sie ein enormes Sparpotenzial für den organisatorischen und finanziellen Aufwand beim Immobilienkauf. Gäbe es Datenbanken in „Blockchain-Technologie“ und eine passende Infrastruktur, ließe sich der zeit- und ressourcenaufwändige Prozess des Immobilienkaufs oder -verkaufs deutlich vereinfachen. Der gebührenpflichtige Grundbucheintragung beim Amt sowie der kostspielige Notarbesuch wären überflüssig. Denn die entsprechenden Informationen könnten während der Verkaufstransaktion automatisch und fälschungssicher gleich mitübertragen werden.



Bitcoin-Kredite noch keine Alternative

Wer über ausreichend Bitcoins verfügt, kann – wie jetzt in der Schweiz zu sehen ist – eine Immobilie kaufen. Wer auf einen Kredit angewiesen ist, wird noch auf das klassische Bankgeschäft zurückgreifen müssen. Es gibt zwar bereits auf Plattformen wie Bitbond die Möglichkeit, einen Bitcoin-Kredit aufzunehmen. Allerdings kann es sein, dass die Kredithöhen nicht ausreichen, um einen Hauskauf zu finanzieren und auch die Zinssätze können beachtlich ausfallen.



Diese Artikel könnten Sie interessieren: